Der Klinik-Anbau kann am Samstag, 17. Januar, von 11 bis 16 Uhr besichtigt werden. In der darauffolgenden Woche ziehen die Frauenklinik und die Geriatrie in die neuen Räumlichkeiten ein, die passgenau auf die Bedürfnisse der jeweiligen Abteilung zugeschnitten sind.
Zur Frauenklinik gehören die Bereiche Gynäkologie und Geburtshilfe. In der gynäkologischen Abteilung kümmert sich ein engagiertes Team aus Frauenärzten und Pflegekräften von der Diagnosestellung bis hin zur Therapie und eventueller Nachsorge um das Wohlergehen der Patientinnen. „Wir haben stets die optimale ganzheitliche Versorgung unserer Patientinnen im Blick“, erklärt Chefarzt Dr. Ronald Goerner.
Ein breites medizinisches Spektrum kann in der Frauenklinik abgedeckt werden: Behandelt werden Harninkontinenz und Beckenbodensenkung, Myom und Blutungsstörung, Eierstockzysten und Verwachsungen, Endometriose, Regelschmerz und unerfüllter Kinderwunsch, Eileiterschwangerschaft und Krebserkrankungen wie Brustkrebs und Unterleibskrebs.„Das Spektrum umfasst alle gynäkologischen Operationen, wann immer möglich unter Einsatz endoskopischer Verfahren vonBauchspiegelung oder Gebärmutterspiegelung, sowie vaginalem Operieren“, so der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe mit dem Schwerpunkt gynäkologische Onkologie. Viele Eingriffe werden heute ambulant durchgeführt. Die gynäkologische Abteilung ist anerkannte Beratungsstelle der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft und arbeitet eng mit allen Abteilungen des Klinikums Crailsheim zusammen. Bei Tumorerkrankungen in Brust oder Unterleib kooperiert die gynäkologische Abteilung standortübergreifend mit dem Diak in Schwäbisch Hall.
Fast 700 Babys pro Jahr
Die Geburtshilfe arbeitet mit der Kinderklinik im Diak in Schwäbisch Hall und mit den Kinderärzten des MVZCrailsheim zusammen. „Die Wünsche der Eltern liegen uns am Herzen“, betont Dr. Goerner. Das Klinikum ist seit Jahren als „babyfreundlich“ zertifiziert. Mit der Eröffnung des KrankenhausAnbaus verfügt die Frauenklinik über moderne, lichtdurchflutete Räume, die zugleich wohnlich gestaltet sind und alles bieten, was medizinisch nötig ist. Zwei Kreißsäle, ein alternatives Gebärzimmer sowie ein Kreißsaal mit integriertem Sektio-OP, in dem Kaiserschnitte schnell durchgeführt werden können, stehen zur Verfügung.
Der gute Ruf der Crailsheimer Geburtshilfe spiegelt sich in den Zahlen wider: Die Geburtenrate ist über Jahre stetig angestiegen. Rund 700 Kinder kommen inzwischen jährlich in Crailsheim zur Welt. Ob Aromatherapie, Entspannungsbad oder Geburt in der Entbindungswanne – die Frauen können aus vielfältigen Angeboten wählen, um die Geburt so individuell wie möglich zu gestalten. Unterstützt werden sie dabei von einem engagierten Team aus Ärztinnen und Ärzten, Hebammen sowie erfahrenen Gesundheits- und (Kinder-) Krankenpflegerinnen, die rund um die Uhr für eine ganzheitliche Betreuung sorgen. Neben der eigentlichen Geburtsbetreuung komplettieren die Hebammen mit Geburtsvorbereitungskursen, Wochenbettbetreuung und Rückbildungskursen das Angebot der Frauenklinik.
Alle Patientenzimmer auf der Entbindungsstation sind als Familienzimmer nutzbar. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Stillförderung: Eine ausgebildete Stillberaterin unterstützt die Mütter. „Wir zeigen den Müttern, wie sie ihr Kind auch ohne Schnuller beruhigen können“, sagt Dr. Goerner und verweist auf die hohe Stillrate. „Wir machen das, weil Muttermilch vom Inhalt her etwas so Wertvolles ist, das man mit künstlicher Nahrung nicht abbilden kann.“
Hilfe für ältere Patienten

In der Altersheilkunde steht das Team im Mittelpunkt: Patienten und Angehörige werden als aktive Partner in das interdisziplinäre Team eingebunden - bestehend aus Ärzten, Fachpflegekräften, Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden und Psychologen.
„Bei hochbetagten Patienten ist es wichtig, so schnell wie möglich mit der Frührehabilitation zu beginnen, damit drohende Einschränkungen abgewendet werden können“, erklärt Chefarzt Dr. Norbert Andrejew. Ziel ist es, Autonomie und Selbstständigkeit zu erhalten oder nach einer Operation wiederzuerlangen. Dafür werden alle apparativen Möglichkeiten des Krankenhauses genutzt – eigenständig oder in enger Kooperation mit anderen Fachabteilungen.
Die neue Geriatrie-Station im Anbau des Klinikums verfügt über mehr Zimmer und mehr Betten, zusätzliche Therapieräume und einen großen, offenen Aufenthaltsbereich. Die Zusammenarbeit mit der Unfallchirurgie wird hier weiter intensiviert, erklärt Dr. Andrejew: „Bestimmte Patientengruppen werden schon vom Aufnahmetag an bis zur Entlassung täglich sowohl unfallchirurgisch als auch geriatrisch behandelt.“ Die Geriatrie ist zertifiziert als kooperatives Alterstraumazentrum mit der Unfallchirurgie am Diak Klinikum in Schwäbisch Hall.
Viele ältere Menschen leiden gleichzeitig an mehreren akuten oder chronischen Erkrankungen, die sich gegenseitig beeinflussen. Hinzu kommen typische geriatrische Syndrome wie Stürze, Gangstörungen, Demenz, Verwirrtheit, Depression, Inkontinenz, Mangelernährung und Gebrechlichkeit. „Unsere Aufgabe ist es, ein stabiles Gleichgewicht herzustellen, damit der Patient mit seinen Erkrankungsschmerzen gut zurechtkommt“, so Dr. Andrejew. Besonders wichtig sind die Zeit und Einfühlung für den Menschen – gerade zu Beginn des Klinikaufenthalts, wenn Hochbetagte in einer Ausnahmesituation besonders auf Hilfe angewiesen sind. „Ich bin sehr froh, dass wir nicht nur gut ausgebildete Pflegekräfte und Therapeuten haben, sondern auch einen ehrenamtlichen Besuchsdienst, der unseren Patienten zusätzliche Aufmerksamkeit schenkt“, so der Chefarzt.