Dieses Berufsbild lautet Führungskraft - "und das ist nach meinem Dafürhalten ein Ausbildungsberuf“, sagt Gesa Weinand, die Senior Coach im Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC) ist. Ihre Erfahrung: "Das erste Jahr in dieser neuen Rolle ist so herausfordernd, dass sich die meisten völlig überfordert fühlen." Wichtig sei gute und begleitende Unterstützung mit viel Reflexion. Das sind die Knackpunkte laut der Expertin:
1. Ganz andere Aufgaben: War man vorher fachlich Experte oder Expertin, tritt dieses Fachwissen nun deutlich in den Hintergrund - und zwar je mehr, je weniger man selbst noch im Team inhaltlich mitarbeitet. Stattdessen stehen neue Anforderungen an, etwa ein Meeting zu gestalten, Mitarbeitergespräche zu führen oder Aufgaben im Team zu koordinieren. Tipps: Investieren sollte man in Weiterbildung, etwa durch Seminare, Bücher, Online-Kurse. Und man sollte von seinem Team ein regelmäßiges Feedback einfordern.
2. Neue Identität: Entscheidend und oft vernachlässigt ist laut Gesa Weinand die mentale Herausforderung. "Sie müssen das loslassen, worin Sie vorher richtig gut waren und viel Wertschätzung erfahren haben. Damit lassen Sie quasi Ihre Identität los", sagt sie.
"In der neuen Rolle sind Sie auf einmal wieder Lehrling." Tipps: Auf die neue Rolle einlassen und geduldig sein. So ein Übergang erfordert Zeit. Wichtig ist, sich selbst zu reflektieren und immer wieder neu auszurichten. Und man sollte eine Vorstellung davon entwickeln, wie der eigener Führungsstil aussehen soll.
3. Veränderte Beziehungen: Als Führungskraft ist man nicht mehr einer oder eine von vielen. "Viele wollen immer noch gerne gleich sein mit den anderen“, sagt die Coachin. "Sie sind aber qua Rolle anders.“ Wichtig sei, diese neue Rolle bewusst anzunehmen. Dazu gehört auch, sich klarzumachen: Wie viel Distanz, wie viel Nähe will ich zu dem Team haben? "Die Akzeptanz durch das Team in Ihrer neuen Rolle hängt davon ab, wie klar Sie an der Stelle sind“, sagt Weinand.
Tipps: Klare und offene Kommunikation mit dem Team. Man sollte transparent sein und auf die Bedürfnisse des Teams hören.
dpa