Sonderveröffentlichung

Burladinger Fasnetsspiel Burladinger Fasnetsspiel: "Die Musikprobe"

Die Narrenzunft Nautle Burladingen feiert am Samstag, 31. Januar 2026, das 19. Fasnetsspiel nach seiner Wiederbelebung. Es hat eine weit über hundertjährige Tradition.

Das Burladinger Fasnetsspiel hat eine weit über hundertjährige Tradition und ist ein wahrer Publikumsmagnet.

30.01.2026

Die Narrenzunft Nautle Burladingen feiert am 31. Januar 2026 das 19. Fasnetsspiel nach seiner Wiederbelebung. Das Fasnetsspiel in Burladingen hat eine weit über hundertjährige Tradition. Bereits am Morgen ab neun Uhr werden um die 200 Akteure durch die Burladinger Straßen ziehen. Die "Hauzeglader“ laden dabei gemeinsam mit den Kassenbuben und Musikanten zum Fasnetsspiel ein. 

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Unter den Kassenbuben werden unter anderem auch wieder Personen des öffentlichen Lebens zu finden sein. So auch der ehemalige Beigeordnete Berthold Wiesner, der Präsident des Alb-Lauchert-Rings Klaus Gluitz, der Landtagskandidat der SPD Yannik Hummel, Hörschwags Ortsvorsteher Peter Spallinger, der Europaabgeordnete Andreas Glück, der Rektor des Progymnasiums Johannes Heß, die Landtagsabgeordneten Manuel Hailfinger und Rudi Fischer, der evangelische Pfarrer Christian Schmitt und Burladingens Bürgermeister Davide Licht. 

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Um 15 Uhr wird in der Josengasse bei der Zunftstube das Stück "Die Musikprobe“ von Erfried Smija gespielt. Schon im vorletzten und letzten Jahrhundert waren die sogenannten Fasnetsspiele eine Besonderheit. Vom Wagen herab wird Theater gespielt. In dem Einakter trifft sich die neugegründete Feuerwehrmusikkapelle zur Musikprobe, doch nach durchzechter Nacht wird kein einziger Ton gespielt, denn jedes Mal, wenn der allmählich verzweifelnde Dirigent beginnt, den Takt anzugeben, weiß einer der Musiker das Spiel durch eine Anmerkung zu stoppen. Als schließlich und endlich begonnen werden soll, springen alle auf. Dem armen Dirigenten bleibt wirklich nichts erspart.

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Als Dirigent Schorsch spielt Simon Riehle, den Bernhard an der kleinen Trommel spielt Bernhard Schmid, Eberhard Brunner schlägt als Werner die große Trommel, Max der Trompeter wird von Johannes Leibold dargestellt, Trompeter Hans ist Eckhard Boss, Bassist Gustav ist Michael Mauz, an der Posaune als Sepp spielt Johannes Holzer, Ludwig am Tenorhorn spielt Hubert Pfister, an der Querflöte als Simon spielt Neueinsteiger Tobias Gorny und Hugo an der Klarinette mimt Robert Kramer. 

Die Besetzung des neuen Fasnetsspiels, freilich noch ohne die Bärte. Fotos: Hubert Pfister
Die Besetzung des neuen Fasnetsspiels, freilich noch ohne die Bärte. Fotos: Hubert Pfister

Die Narrenzunft Nautle Burladingen belebte im Jahr 2006 das traditionelle Fasnetsspiel nach althergebrachten Brauchtümern wieder, um der Burladinger Straßenfasnet ein kleines Stück ihres alten Gesichtes wiederzugeben. Dabei wird Wert auf Tradition gelegt: Frauenrollen - von denen es im Stück heuer erstmals keine gibt - werden von Männern gespielt, die übertrieben falschen Bärte, das Klappern der Holzkisten der Kassenbuben, die Kränze der Fasnetsspieler und vieles mehr. 

Beim so genannten "Hauzeglada“ wird wie früher zur Hochzeit eingeladen, indirekt aber auf das nachmittägliche Fasnetsspiel hingewiesen:  "Miar wette zor Haozeg eilada, kommet au heit Middag am drui ad Zunftstub, d'Scheke dätemer glei mit neamma." Die Hoazegscheke besteht zum großen Teil aus dem, wie es in früheren Zeiten üblich war, aus Eier und Speck. Wie die Jahre zuvor sind die Besucher eingeladen in altem Häs zu erscheinen. Nach dem Fasnetsspiel wird die "Hauzegscheke“ in einer großen Pfanne gebraten und an die Gäste kostenlos ausgegeben.

Danach wird in der Zunftstube, den Besenwirtschaften und den Gaststätten bis in die Nacht hinein gefeiert. Bereits um 1900 herum wurden in Burladingen so genannte Fasnetsspiele aufgeführt, bei denen auf einem Wagen Theaterstücke unter freiem Himmel aufgeführt wurden. 

Diese Tradition setzte sich zwischen den Weltkriegen fort. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg wurde, allerdings dann häufig im Lindensaal, weiter Theater gespielt. Im Laufe der fünfziger Jahre schlief die Tradition des Fasnetsspiels aber ein. 2006 setzte die Narrenzunft Nautle die Tradition mit "Die Treibjagd" wieder fort.



Von Hubert Pfister