Hohe Tradition in der Gastronomie besitzt die Familie Kellenbenz schon seit 1522 – das gibt es wahrhaftig selten. 1817 wurde die „Schildwirtschaft zum Löwen“ erstmals in den Urkunden der Gemeinde Süßen erwähnt und 1866 von Metzgermeister Jakob Kellenbenz aus der Gemeinde Kleineislingen für fünftausend Gulden erworben.
2003 übernahm Ulli Kellenbenz in fünfter Generation den Löwen. Gemeinsam mit Küchenchef Uwe Schmidt, Restaurantleiter Lukas Jonkski und dem professionellen Löwen-Team verwöhnt das Inhaber-Ehepaar Kattya und Ulli Kellenbenz die Gäste mit einer erlesenen Auswahl an traditionellen und internationalen Spezialitäten. Das Besondere am Löwen: Was Speisen, Geschmack und Aromen angeht, da schaut die Peruanerin Kattya Kellenbenz bewusst über den Tellerrand hinaus. Ihre ausgesuchten Köstlichkeiten aus den Anden werden dabei kreativ in klassisch-schwäbische Gerichte integriert. „Und da legen wir großen Wert auf saisonale, regionale und frische Lebensmittel und Zutaten – ganz ohne künstliche Geschmacksverstärker“, betont Küchenchef Ulli Kellenbenz, der ambitioniert, geradlinig und mit Leidenschaft sein Wissen über die gehobene Kochkunst an aktuell drei Azubis weitergibt.
Als zugehöriges und mehrfach ausgezeichnetes Mitglied der „Meistervereinigung“ und „Schmeck den Süden“, eine Initiative der hochwertigen Gastronomie in Baden-Württemberg, sind auch vegetarische, vegane und glutenfreie Köstlichkeiten ein Thema. Ob Äpfel, Birnen, Quitten, Zwetschgen oder Walnüsse, das Obst wird bedarfsmäßig frisch von den 80 Bäumen auf der eigenen Wiese in Kuchen gepflückt. Nachhaltig eingekauft wird nicht zuletzt bei der Weidegemeinschaft Goißatäle in Mühlhausen, beim Metzger des Vertrauens in Schorndorf und auch der Spargel stammt aus Baden-Württemberg, aus Bruchsal.
Exklusiv fur Leserinnen und Leser der NWZ Göppingen wurde nun ein Vier-Gänge-Menü kreiert, das ganz dem Stil des Hauses entspricht: Ehrlich, frisch, löwenstark und handwerklich exzellent.
Aperitif und Gruß aus der Küche
Wertiger naturherber Sekt mit selbstgemachtem Holunderblütensirup: Ein erfrischendes Getränk mit dezent gehaltener, blumiger Süße – mehr braucht es nicht. Doch der anregende Willkommensgruß kommt nicht alleine, zu ihm gesellen sich gleich zwei köstliche Appetithäppchen. Als kleine Geschmacksbombe outet sich die süß-saftige Pflaume, innen weich und zart, die wunderbar mit dem rauchig-salzig-krossen Speckmantel harmoniert. Das zweite Häppchen ist ein herzhafter Klassiker - würziges Griebenschmalz auf krossem Brot, einfach, aber superlecker.



Erster Gang: Papa Rellena
Es lohnt sich, noch vor dem ersten Bissen die farbenfrohen Ingredienzien auf dem Teller zu bestaunen: Papa Rellena, ein Gericht aus Peru, das mit seinem ausgewogenen Geschmack punktet. Im Fokus befindet sich die mit Oliven, Rosinen, gekochtem Ei und gemischtem Hack gefüllte und goldbraun frittierte Kartoffel – außen knusprig, innen fluffig-cremig. Umrahmt von Rote-Bete-Carpaccio, kleinen Apfelwürfelchen in Quittenmarmelade sowie einem Rucola-Lollo-Rosso-Eisberg-Salat, dessen Leichtigkeit dank der dezenten Essig-Honig-Vinaigrette inklusive crunchy Topping nicht verloren geht. Aromatisch munden die Radieschen-Scheiben, die garniert mit eingelegten Senfkörnern und Rote-Beete-Kaviar entweder für Biss, pikante Würze oder eine süßlich-erdige Note mit feiner Säure sorgen.


Zweiter Gang: Kürbis-Mango-Suppe
Da haben sich tatsächlich zwei Früchtchen gefunden: Herr Hokkaido (botanisch gesehen ist der Kürbis eine Beerenfrucht) aus Japan und Fräulein Mango aus Spanien. Entstanden ist eine unglaublich leckere und fein abgeschmeckte Suppe, die mit ihrer cremigen Konsistenz begeistert. Nicht zu dünn, nicht zu dick – sondern perfekt. Der Clou sind die unerwarteten Kräuterklößchen sowie die selbstgebackene knusprige Käsestange mit Kräuterquark. Zu den ersten beiden Gängen wird ein fruchtiger Kerner, halbtrocken, gereicht. Mit seiner feinen Restsüße und lebendigen Frucht unterstreicht er die frischen und leicht süß-säuerlichen Noten der Gerichte.
Dritter Gang: Alb-Lamm, rosa gebraten und Bratenstück
Jetzt wird's schwäbisch-lecker mit einem auf den Punkt gebratenen Alb-Lamm und einem Bratenstück, angerichtet auf einer reduzierten Pilzrahmsoße, in der sich Champignons und Austernpilze hervorheben. Wunderbar dazu passen die Dauphine-Kartoffeln, innen butterweich und außen knusprig-kross, die geschmacklich voll ins Schwarze treffen. Fruchtig-aromatische Abwechslung liefern geschmolzene Tomaten und Petersilien-Sellerienocken. Zum Hauptgang wird ein im Holzfass gereifter, kräftig-trockener Zweigelt gereicht. Seine weichen Tannine und würzigen Röstaromen verbinden sich besonders schön mit Fleisch und Beilagen.
Dessert: Lucuma-Eis und Alfajor
Lucuma wird auch das „Gold der Inkas“ genannt, eine in den peruanischen Anden beheimatete, nährstoffreiche Superfrucht mit intensiv gelbem Fruchtfleisch. Ein nussiger Geschmack mit leichter Karamellnote – in Peru ist sie der Hauptbestandteil der Eiscreme. Ein ebensolcher Genuss sind die selbstgebackenen Alfajores: Ein mürbes und doch feines Gebäck aus Maisstärke, dessen Füllung („Manjar Blanco“) aus einer dickflüssigen Karamellcreme aus Milch und Zucker besteht – köstlich. Gereicht mit Himbeer-Mousse und eingelegten Früchten in Weinschaumsoße eine rundum perfekte Kombination aus cremigen, knusprigen und geschmacksintensiven Komponenten. Zum Dessert greift der Küchenmeister den Bogen nochmals auf und begleitet den süßen Abschluss erneut mit dem fruchtigen Kerner.
Sabine Ackermann