Sonderveröffentlichung

Die Unicorns - Saison 2026 „Enorme Fortschritte gemacht“

Women: Nach dem schwierigen Jahr 2025 wollen die Frauen der Schwäbisch Hall Unicorns wieder erfolgreicher sein. Head Coach Felix Taschner blickt auf die Saison voraus. 

Die Frauen der Schwäbisch Hall Unicorns wollen in dieser Saison erfolgreicher als im Vorjahr abschneiden. Foto: Domenik Welz

11.05.2026

Еin Blick auf die Ergebnisse genügt, um feststellen zu können, dass die Frauen der Schwäbisch Hall Unicorns eine mehr als nur schwierige Spielzeit hatten. In der GFLW-Saison lauteten ihre Ergebnisse in den ersten drei Spielen 0:67 (Stuttgart), 0:58 (Erlangen) und 0:63 (Stuttgart), ehe es im letzten Saisonspiel gegen die Erlangen Sharks die ersten Punkte gab und die Niederlage nach dem 20:28 knapp ausfiel. Der damalige Head Coach Pete Rohr arbeitete zwar mit großem Engagement, aber ein nur sehr gering besetzter Kader sorgte dafür, dass die Unicorns nach den großen Umbrüchen nach der Meistersaison 2025 in dieser Mini-Saison 2025 ohne Erfolgserlebnis blieben.

Pete Rohr ist mittlerweile zurück in den USA, ist aber dem Frauenfootball treu geblieben. Für ihn sei der Job bei den Unicorns-Frauen „lebensverändernd“ gewesen, schildert der neue Head Coach Felix Taschner. Er übernahm den Posten, als Pete Rohr noch in Schwäbisch Hall war. Beide waren beim Herbst-Camp, das die Schwäbisch Hall Unicorns veranstalteten, dabei und haben auch jetzt noch Kontakt: „Pete hat uns viel Erfolg für die neue Saison gewünscht“, berichtet Felix Taschner.

Liga mit neun Teams 

Er war in den vergangenen Jahren Coach bei der zweiten Mannschaft der Unicorns, nun ist er für die Frauen verantwortlich. Mit diesen will er die sogenannte Wildcard-Runde erreichen. In dieser Saison spielt die GFL Women mit neun Mannschaften. Die Liga ist in drei Conferences unterteilt, in denen die Teams je zweimal gegeneinander spielen plus zwei Interconference-Spiele bestreiten. Dennoch gibt es nur eine Tabelle. Die beiden Ersten der Abschlusstabelle der regulären Saison sind für das Halbfinale qualifiziert, die Ränge 3 bis 6 spielen die anderen beiden Halbfinalisten aus. Felix Taschner möchte gerne Rang 5 oder 6 erreichen. Dazu seien vermutlich drei Siege notwendig. „Mein Defensive Coordinator Patrick Zeh ist optimistischer“, meint der Head Coach mit einem Lächeln. Er ist sehr froh darüber, ihn an seiner Seite zu haben.

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Erstmals in der GFL Women

Felix Taschner begründet seine Aussage: „Mit den Stuttgart Scorpions haben wir gleich einen dicken Brocken zum Saisonstart.“ Da die Stuttgarterinnen in der gleichen Conference spielen wie die Unicorns, sind sie zweimalige Gegner. „Sie haben Ambitionen auf die Meisterschaft.“ Das andere Team in der Haller Conference sind die Rodgau Pioneers, die erstmals in der GFL an den Start gehen. Gegen diese rechnen sich die Unicorns deutlich bessere Chancen aus.

Nahezu deckungsgleich von der Voraussetzung sind die Interconference-Spiele: Die Berlin Kobras sind ein seit Jahren etabliertes Team und Rekordmeister. Am letzten Spieltag kommt Bremen Venom ins Hagenbachstadion. Möglicherweise wird diese Partie über eine Teilnahme der Unicorns an der Wildcard-Runde entscheiden.

Weniger Spielerinnen

In dieser Saison ist der Kader der Unicorns zwar etwas breiter besetzt als in der Vorsaison, aber nicht so umfangreich wie im Herbst prognostiziert. „Einige Spielerinnen haben es zeitlich nicht unterbekommen“, erklärt Felix Taschner. So seien es jetzt im Idealfall 40 Frauen im Roster.

Deshalb machen die Unicorns aus der Not eine Tugend: „Wir bilden die Spielerinnen auf mehreren Positionen aus. Für das Footballverständnis ist das eine super Sache“, erläutert Felix Taschner. Einen Nachteil gebe es aber auch, schließlich fehle Zeit, um die eigentliche Position intensiv zu trainieren.

Groß ist dafür die Coaches-Crew, was Felix Taschner explizit erwähnt. „Das ist ein Traum, selbst wenn nicht alle Coaches bei jedem Training dabei sein können.“ Doch durch die Vielzahl der Coaches (es sind insgesamt 15) sei jede Positionsgruppe bei jedem Training gut versorgt. Teilweise komme ein Trainer auf drei Spielerinnen. „So können wir sehr individuell arbeiten.“ 

Vor allem aber kommen die Unicorns damit vorwärts. „Wir haben enorme Fortschritte gemacht“, freut sich der Head Coach, „und beispielsweise eine neue Offense installiert. Wir sehen die Erfolge, das ist megacool.“

Dass die Saison nun losgeht, sei ein Segen. „Die Offseason war verdammt lang, schließlich haben wir schon im September mit Krafttraining begonnen und seitdem durchgehend trainiert.“ Nun gelte es, die „PS auch auf den Rasen zu bringen“. 

Auch gegen die Stuttgart Scorpions werde man alles geben. Sollte sich das Team aus der Landeshauptstadt als zu stark erweisen, dann werden die Unicorns nicht unbedingt ihr gesamtes Portfolio zeigen.

„Black Box“ Rodgau

Denn während sie am 10. Mai in die Saison starten, ist für die Rodgau Pioneers Saisonstart mit dem Gastspiel bei den Schwäbisch Hall Unicorns am 25. Mai. „Das bedeutet, dass die Pioneers aktuelles Videomaterial von uns haben. Für uns aber sind die Pioneers eine Black Box“, erklärt Felix Taschner.

Als er im November den Head-Coach-Posten übernommen hatte, musste er sich etwas umstellen. „Die Kommunikation ist komplett anders als bei einem Männerteam“, gibt er zu. Zum einen sei die verwendete Sprache weniger ruppig, vor allem aber müsse er mehr kommunizieren und erklären. Er sei noch nicht dort, wo er sein wolle, gibt Felix Taschner zu. In Zukunft soll es so wenig Missverständnisse wie möglich geben. 

Die Unicorns Women gehen insgesamt mit einer deutlich positiveren Ausgangslage in die Saison. Ob sie ihre Ziele erreichen können, hängt auch davon ab, ob sie vom Verletzungspech verschont bleiben.

Info: Die German Football League Women (GFLW) ist die höchste Spielklasse der Frauen in Deutschland. Gegründet wurde sie 1990. Der Sieger der Liga wird im Ladiesbowl ermittelt und trägt seit 1992 den Titel Deutscher Meister. Rekordtitelträger sind die Berlin Kobras mit 12 Meisterschaften. Die Schwäbisch Hall Unicorns holten 2024 den Titel. Das Finale im Optima-Sportpark gegen Stuttgart war mit 1450 Zuschauern das bislang bestbesuchte Frauenfootballspiel in Deutschland.

Spielplan der Unicorns Women

Samstag, 10. Mai, 15 Uhr Stuttgart Scorpions (A)

Montag, 25. Mai, 12 Uhr Rodgau Pioneers (H)

Sonntag, 14. Juni, 15 Uhr Stuttgart Scorpions (H)

Sonntag, 28. Juni, 15 Uhr Rodgau Pioneers (A)

Sonntag, 12. Juli, 13 Uhr Berlin Kobras (A)

Sonntag, 19. Juli, 12 Uhr Bremen Venom (H)