Sonderveröffentlichung

E-Auto Förderung 2026 Die Geschichte der Förderprämie

Die Förderprämien sind in der Vergangenheit immer unterschiedlich ausgefallen. Foto: bluedesign/adobe.stock.com

10.03.2026

1. Die Anfänge (bis 2019)

Im Juni 2016 wird in Deutschland erstmals der sogenannte Umweltbonus eingeführt. Ziel dieser staatlichen Förderung ist es, den Absatz von Elektroautos und damit den Wandel zu einer klimafreundlicheren Mobilität zu unterstützen. Die Prämie besteht aus zwei Teilen: Einerseits steuert der Staat einen Anteil bei, andererseits müssen sich auch die Automobilhersteller beteiligen. Insgesamt können Käufer eines batterieelektrischen Fahrzeugs eine Förderung von bis zu 4.000 Euro erhalten, wobei sich Staat und Hersteller die Summe zu gleichen Teilen teilen.

In den Jahren 2016 bis 2019 bleibt das Interesse an der Förderung und damit auch der Absatz von Elektroautos jedoch zunächst eher verhalten. Technische Unsicherheiten, eine begrenzte Auswahl an Modellen, vergleichsweise geringe Reichweiten und eine noch nicht flächendeckend ausgebaute Ladeinfrastruktur sorgen dafür, dass die Zulassungszahlen nur langsam steigen. Trotzdem markiert die Einführung des Umweltbonus einen wichtigen ersten Schritt auf dem Weg zur Elektromobilität in Deutschland.

2. Das „Kaufprämien-Wunder“ (2020-2022)

Mit Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020 steht die deutsche Wirtschaft vor enormen Herausforderungen. Im Rahmen eines umfassenden Konjunkturpakets beschließt die Bundesregierung im Juli 2020, den Umweltbonus deutlich zu erhöhen. Die sogenannte „Innovationsprämie“ verdoppelt den staatlichen Anteil der Förderung. Für reine Elektroautos ist nun eine Prämie von bis zu 9.000 Euro möglich, während Plug-in-Hybride mit bis zu 6.750 Euro gefördert werden. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Wirtschaft zu stimulieren und gleichzeitig den Wandel hin zu nachhaltiger Mobilität zu beschleunigen.

Unternehmen aus der Region

Die Wirkung lässt nicht lange auf sich warten: Die Zahl der Zulassungen für Elektroautos und Plug-in-Hybride steigt sprunghaft an.

Im Jahr 2021 werden erstmals über 350.000 reine Elektroautos neu zugelassen – ein Rekordwert, der maßgeblich auf die hohe Förderung zurückzuführen ist. Auch Unternehmen und Flottenbetreiber entdecken die attraktiven Konditionen für sich, was zu einem regelrechten „Kaufprämien-Wunder“ führt.

Der Wandel macht sich im Straßenbild sichtbar, immer mehr Elektroautos sind unterwegs.

4. Das plötzliche Ende (2023/2024)

Im Dezember 2023 kommt es zu einer unerwarteten Wendung: Aufgrund eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts in Sachen Haushaltsführung muss das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) den Umweltbonus abrupt einstellen. Am 16. Dezember wird bekanntgegeben, dass keine neuen Anträge mehr gestellt werden können. Für Verbraucher, die auf die Förderung spekuliert haben, kommt diese Entscheidung überraschend und sorgt für große Unsicherheit am Automarkt. Viele Händler und Käufer sind enttäuscht, da geplante Anschaffungen nun teurer werden.

Im Jahr 2024 versuchen einige Hersteller, die Lücke zu füllen, indem sie auf freiwilliger Basis eigene Prämien oder vergünstigte Leasingangebote auf eigene Kosten anbieten. Ziel ist es, den Absatz von Elektroautos nicht völlig einbrechen zu lassen und die Elektrifizierung des Verkehrs weiter voranzutreiben.

5. Die Aktuelle Situation (seit 2024)

Eine Antragstellung ist nun voraussichtlich wieder ab Mai 2026 möglich. Förderfähig sind Fahrzeuge, die nach dem 1. Januar 2026 neu zugelassen werden. Die Förderung kann rückwirkend beantragt werden. Entscheidend ist dabei das Datum der Neuzulassung.
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