Es ist die gelebte Tradition, die die Ehinger Fasnet dank vieler begeisterter und engagierter Menschen zu etwas ganz Besonderem macht. Seit Generationen wird hier das Brauchtum gefeiert und weitergegeben. Viele Figuren und Rituale haben dabei ihren festen Platz und werden mit großem Ernst, gleichzeitig aber auch mit viel Humor gepflegt. Masken und Häser, Kostüme, Aktionen und Themen zeigen, wie viel Leidenschaft und Herzblut in der Ehinger Fasnet steckt. Hier ist nichts beliebig - jede Figur und jede Veranstaltung haben ihre lang hergebrachte Bedeutung. Kinder wachsen ganz selbstverständlich hinein, Erwachsene engagieren sich in der Zunft und in Gruppen, die ganze Stadt lebt in diesen Tagen im Ausnahmezustand.
Ehingen lebt die Straßenfasnet, die mit einem furiosen Auftakt am Glombiga Doschdig, 12. Februar, beginnt: Um 10 Uhr werden die Schulkinder von den Narren mit viel Spektakel aus ihren Klassenzimmern getrieben. Von nun an können sie sich frei und fröhlich dem närrischen Treiben auf den Straßen und Gassen anschließen.
Um 13 Uhr haben die Büttel ihren großen politischen Auftritt. Vor dem Landratsamt werden die "Büttel-Dixis“ offiziell angemeldet, bevor schließlich die Büttelschar zum Finanzamt zieht, um hier die zugewiesene KfZ-Steuer zu entrichten. Um 16 Uhr geben die Büttel dann noch mit dem Spektakulum auf dem Marktplatz ein Stelldichein.
Ab 14.30 Uhr steigt in der Lindenhalle der Kinderball mit einem kunterbunten Programm, das 90 Minuten lang viel Klamauk, Kügele-hoi und närrische Unterhaltung bietet.
Den nächsten Höhepunkt gibt es um 17.15 Uhr bei der Liebfrauenkirche, hier wird das Geschehen von 1859 mit viel "furio's brennt“ nachgespielt. Anschließend zieht die Narrenschar zum Rathaus, um den ungeduldig wartenden Narrenrat abzuholen und den "E'gner Kügele“ beim Kügelestanz zuzusehen. Danach zieht der Umzug weiter zum Groggensee. Im Fackelschein der Dämonen und mit einem kräftigen Hexentrunk wird der Groggatäler erweckt und mit einem brillanten Feuerwerk gefeiert.
Unter großem Jubel wird der Oberbürgermeister Alexander Baumann entmachtet und zur Schlüsselübergabe an den Spritzenmuck herausgefordert, bevor schließlich das gesamte Narrenvolk in das närrisch-fröhliche Geschehen eintaucht und die Nacht zum Tag macht.
Närrische Ballsaison in der Lindenhalle
Am Fasnetssamstag, 14. Februar, findet der begehrte Bürgerball um 20 Uhr in der Lindenhalle statt. Alle Besucher, darunter auch viele ehemalige Ehinger Bürger, erwartet traditionsgemäß ein niveauvolles, unterhaltsames und tolles Programm mit vielen engagierten und talentierten Akteuren.
Auch am Fasnetssonntag, 15. Februar, ist in der Lindenhalle beim legendären Nostalgieball um 19.30 Uhr beste Stimmung geboten. Dieser fand 1984 zum ersten Mal statt und war damals eigentlich als Abschiedsball für die ehemalige Stadthalle gedacht. Doch die Veranstaltung kam so gut an, dass sie auch über 40 Jahre noch das närrische Volk begeistert und zum Feiern einlädt.
Rosenmontag, 16. Februar: Auch in diesem Jahr schließt die sogenannte "Redoute“ die Ballsaison in der Lindenhalle ab. Ab 20 Uhr wird die Möglichkeit geboten, sich gebührend von der diesjährigen Fasnet zu verabschieden und es noch ein letztes Mal so richtig krachen zu lassen.
Fasnetsdienstag, 17. Februar: Traditionell findet jedes Jahr am Fasnetsdienstag ein gigantischer Umzug statt. Unter dem Beifall der vielen tausend Besucher und dem Klang von verschiedensten Narrenrufen ziehen rund 5.000 Narren im Häs und mit Maske, in Laufgruppen, Musikkapellen und auf Umzugswagen quer durch die närrisch geschmückte Innenstadt. Das Spektakel beginnt um 14 Uhr und weiß die Zuschauer am Straßenrand rund zwei Stunden lang zu begeistern. Hautnah kann das muntere Treiben miterlebt und gefeiert werden. Zum krönenden Abschluss fährt die "Kehrmaschine" als Schlusswagen. Sie symbolisiert, dass alles Schöne mal ein Ende hat, dass zwischendurch kräftig durchgefegt werden muss, damit die Fasnet im nächsten Jahr von Neuem und wieder so schön beginnen und die Menschen erfreuen kann.
Von Maria Bloching