Die Eglinger Narren sind bestens auf diesen mittlerweile 53. Umzug in ihrem Ort vorbereitet, der jedes Jahr viele Besucher anzieht. Denn er unterscheidet sich vor allem in einem von vielen anderen Fasnetsumzügen: Es gibt viele selbst gebaute und liebevoll gestaltete Umzugswagen und bunte Laufgruppen zu sehen, die an Kreativität kaum zu überbieten sind.
Insgesamt haben sich in diesem Jahr 69 Narrenzünfte, Laufgruppen, Lumpen und Musikkapellen angemeldet. Für sie und auch für die zahlreichen Zuschauer zählt dieser Umzug jedes Jahr wieder aufs Neue zu den Höhepunkten der fünften Jahreszeit. Sie freuen sich schon auf die ausgelassene Stimmung und das bunte Bild in den Straßen und Gassen von Eglingen und sind gespannt, was ihnen die Eglinger Narren diesmal an Einfallsreichtum zu bieten haben.
Schon immer gehören Mottowagen zum Bild des närrischen Treibens in Eglingen. Auch diesmal haben sich wieder zahlreiche Erwachsene und Kinder in Gruppen zusammengetan, um mit humorvoll, frech und frivol aufbereiteten Themen aus Lokal- und Weltpolitik, aus Wirtschafts- und Ortsgeschehen zu unterhalten. Hier nutzt die Bürgerschaft die Gelegenheit, brisante Begebenheiten aufs Tapet zu bringen, Heimlichkeiten hinauszuposaunen und kritisch in der Öffentlichkeit zu hinterfragen.
Insgesamt sechs ansprechende und witzig gestaltete Wagen sowie mehrere herrliche, fantasievoll gekleidete Laufgruppen wenden sich ironisch und bissig, mit einem verschmitzten Augenzwinkern fragwürdigen Geschehnissen und zwielichtigen Gestalten zu. Politiker und Personen aus dem öffentlichen Leben müssen sich warm anziehen, denn schließlich wird hier die Schadenfreude mit großem Genuss ausgelebt.
Bereits am Morgen startet der närrische Tag um 9.30 Uhr mit einem Narrengottesdienst in der Kirche. Anschließend findet der Zunftmeisterempfang statt. Ab 13.30 Uhr ziehen dann wilde Gesellen, lustige Mäschkerle und frohgelaunte Musikanten durch die Straßen und sorgen für Ausgelassenheit. Der Musik- und Gesangverein hat als Veranstalter bereits im Vorfeld kräftig organisiert und wird dabei von vielen Dorfbewohnern unterstützt. Zahlreiche Eglinger sind selbst aktiv am Umzugsgeschehen beteiligt oder tragen auf unterschiedliche Weise dazu bei, den Ort im Anschluss an den Umzug in ein närrisches Tollhaus zu verwandeln. Die Eglinger Narrengruppe „Brendeler“ verzichtet auf eine Teilnahme, weil deren Mitglieder den ganzen Tag über bei der Organisation und Verköstigung der Besucher eingespannt sind. Denn in Besenwirtschaften, im Feuerwehrhaus, in der Narrendisco und im Gemeindehaus darf nach Lust und Laune gefeiert werden. Der Höhepunkt der Fasnet klingt an diesem Sonntagabend gemütlich im Gemeindehaus mit DJ aus.
Von Maria Bloching