
Seit gut einem Jahr verwöhnen im Gasthaus „Zur Mutter Franzl“ auf der idyllischen Kuchalb Andrea und Philipp Köpf ihre Gäste. „Wir fühlen uns wohl hier“, zieht das Gastwirt-Ehepaar Resümee und freut sich:
„Wir wurden von den Donzdorfern und den „Kuchalblern“, den 35 Einwohnern des gleichnamigen Ortsteils, toll aufgenommen.“ Die Abgeschiedenheit ihres beliebten Wirtshauses scheint für Gäste keine große Rolle zu spielen.
Wanderer, Radler, Autofahrer, Gruppen, Familien, Stammgäste und Stammtische wissen das gastronomische Angebot auf der knapp 700 Meter hoch liegenden Kuchalb am Rande des schwäbischen Albtraufs zu schätzen. Ob Wanderpause, geselliges Beisammensein oder Festivität, „Zur Mutter Franzl“ bietet für alles den idealen Rahmen.
Rund 85 Leute finden in der Gaststube Platz, im Sommer bietet die Außenterrasse weitere Sitzgelegenheiten. Nach vielen Jahren „Wasserberghaus“ hatten sich die Köpfs 2024 entschlossen, sich ihren lang gehegten Traum von der „eigenen Wirtschaft“ zu erfüllen. Sie nutzten die Gelegenheit, die zum Verkauf stehende Traditionsgaststätte „Zur Mutter Franzl“ zu kaufen. „Urig, gemütlich, eine klassische Wirtschaft mit Tradition und Charakter - genau so etwas hatten wir uns immer vorgestellt“, berichten die Köpfs, die sicher gelernter Koch, sie gelernte Hotelfachfrau - gastronomisch perfekt ergänzen. Unterstützt werden die beiden „von einem tollen Team“.
Speisekarte mit schwäbischen Spezialitäten
„Philipp hat das Koch- und Wirtshaus-Gen“, verrät Andrea Köpf augenzwinkernd. Schon seine Eltern und Großeltern seien Gastwirte gewesen. Kein Wunder also, dass ihm Gastfreundschaft, die Schwäbische Küche und gemütliche Geselligkeit sozusagen im Blut liegen.
Bevor es im Januar letzten Jahres mit der Bewirtung losgehen konnte, gab es allerhand zu tun. Unter anderem wurden eine komplett neue Küche und eine neue Schanktechnik eingebaut. „Zur Mutter Franzl“ ist von Freitag bis Montag geöffnet und bietet durchgehend warme Küche. Neben Fleischküchle, Schnitzel, Rostbraten, Linsen und Spätzle, sauren Kutteln, vegetarischen Speisen und leckerem Vesper gibt es wechselnde Tagesempfehlungen. In den Wintermonaten dürfen sich die Gäste über Wildspezialitäten vom Reh oder Wildschwein freuen.



Der absolute Renner ist, laut den Wirtsleuten, die Hirnsuppe. Eine Spezialität, die es nicht überall und eher selten gibt. Diese kann übrigens unter dem Motto „Genuss für zu Hause“, auch in Gläser abgefüllt, gekauft und mitgenommen werden. Genau wie saure Kutteln, Linsen und Bratensoße. Wer also auf „Spätzle mit Soß“ steht, kann sich auf der Kuchalb eindecken. Während Philipp Köpf eher für das „Deftige“ steht, ist seine Frau Andrea für die Kuchen und Süßspeisen zuständig. „Die sind hand- und hausgemacht, wie auch alles andere“, betont sie.
Gasthaus mit Geschichte
Das Gasthaus „Zur Mutter Franzl“ gibt es übrigens schon eine gefühlte Ewigkeit, weshalb die Köpfs auch gar nicht auf die Idee kamen, den Namen zu ändern. Die 1844 geborene „Mutter Franzl“ war ein Original, das über die Grenzen des Schwabenlands hinaus bekannt war. Den richtigen Namen der Gastwirtin, die zwischen 1875 und 1920 rau aber herzlich das Gasthaus auf der Kuchalb betrieb, kannten viele gar nicht. Die vom Marxenhof in Unterweckerstell stammende Franziska Nagel, die 1875 den Gastwirt Johannes Wagenblast geheiratet hatte, war für ihre Gäste „die Franzl von der Kuchalb oder eben einfach „Mutter Franzl“. Ihr derber, räßer Humor, ihre Schlagfertigkeit, ihre zum Besten gegebenen Lebensweisheiten und ihre Unbefangenheit gegenüber jedermann garantierte immer frohe Stunden und zog neben unzähligen Wandergruppen auch Gäste aus der Stuttgarter Gegend an. Ihr Grab auf dem Donzdorfer Friedhof steht inzwischen unter Denkmalschutz. Inge Czemmel
Info
www.mutter-franzl.de