Sonderveröffentlichung

Gräberschmuck im Frühjahr Handwerk mit alter Tradition

Kunst und Handwerk vereint: Steinmetze schaffen individuelle, bleibende Erinnerungen.

Die letze Ehre, die man dem Verstorbenen erweisen kann: Experten für Grabmale investieren viel Kraft und Liebe in jeden Stein. Foto: Gabbert/dpa-mag

14.03.2025

Nicht erst seit Michelangelo rauben fein bearbeitete Skulpturen den Menschen den Atem. Entscheidet man sich für den Beruf des Steinmetz und Steinbildhauers, wird man Teil einer tausende Jahre alten Tradition, denn schon in der Steinzeit oder Antike bearbeiteten die Menschen Natursteine und entwarfen große Kunstwerke und Denkmäler, die heute überall auf der Welt ausgestellt werden. Wenn Michael Müller mit seiner Arbeit fertig ist, hat er Stunden körperlicher Arbeit hinter sich. Aber das fertige Produkt macht ihn zufrieden.„Das Schönste ist eigentlich, wenn das Grabmal auf dem Friedhof steht“, sagt der 33-Jährige. „Wenn die Angehörigen da waren und sagen: Das sieht toll aus. Das ist die letzte Ehre, die man dem Verstorbenen erweisen kann.“

Unternehmen aus der Region

Müller stellt nicht nur Grabmale her, sondern baut auch Treppen oder Küchenarbeitsplatten und verlegt Fußböden.

Auch wenn in Steinmetz-Betrieben inzwischen Maschinen im Einsatz sind - es bleibt ein Handwerksberuf. „Es ist anstrengend. Der Stein springt sozusagen zurück und nimmt einem die letzte Kraft. Schon im Mittelalter gab es Techniken, wie man diese Härte vom Körper abfedern lassen kann. Das wurde den Steinmetzen immer weitervermittelt.“

Zu den Aufgaben des Steinmetzes gehört vielerlei.

Planung: Terminplanung; Kundenberatung; Abstimmung über Wünsche und Gestaltung; Kostenkalkulation; Erstellen von Angeboten, Entwürfen und Plänen.

Umsetzung: Auswahl geeigneter Werk- und Baustoffe; Sägen, Schleifen und Bearbeiten unterschiedlicher Flächen und Formen unter Zuhilfenahme der erstellten Entwürfe und Schablonen; Einsatz und Einrichtung programmierbarer und handgeführter Maschinen; Transport der fertigen Erzeugnisse zum Einbau- oder Aufstellort.

Restaurierung: Prüfung des aktuellen Ist-Zustands der Restaurierungsobjekte; Rekonstruktion von Bauteilen mithilfe von Kopien des Originals; Schmutzentfernung, Instandsetzung und Konservierung von Oberflächen.

Um sich weiterzubilden, können Steinmetz-Gesellen sich etwa in Richtung CNC-Fachkraft, Denkmalpflege oder Gestaltung spezialisieren. Sie machen den Meister oder Techniker und setzen Zusatzqualifikationen wie Restaurator und Betriebswirt darauf, auch Studieren kann eine Option sein - beispielsweise im Fach Architektur.
dpa/cr