Eigenkapital ist meist die Achillesferse junger Menschen, die sich eigene vier Wände wünschen. Immer weniger junge Menschen schaffen den Sprung ins Eigenheim. Laut einer neuen Studie müssen Millennials fast 14 Jahre sparen, um genug Eigenkapital zu haben doppelt so lange wie die Babyboomer in den 1980er-Jahren. Jedoch haben Eltern unterschiedliche Möglichkeiten, ihnen finanziell den Rücken zu stärken. Das geht ohne direkte Geldgeschenke - zum Beispiel mit einem zinsfreien Darlehen, einem Bausparvertrag oder einem Mietkauf.
Schriftlich vereinbart
Eine Option für junge Käufer, die Lücke im Budget für das Eigenheim zu schließen, ist ein zinsfreies oder zinsgünstiges Verwandtendarlehen. Damit kann der Kredit bei der Bank kleiner ausfallen. „Man sollte die Vereinbarung auf jeden Fall schriftlich festhalten“, rät Thomas Mau von der BHW Bausparkasse.
„Ein Vertrag verhindert spätere Konflikte.“ Banken erkennen das Darlehen als Ersatz für Eigenkapital an, wenn es als Nachrangdarlehen aufgesetzt wird - so sichert sich die Bank bei Zahlungsausfällen ab.
Geschenkter Baustein
Wollen Eltern oder Großeltern einen Bausparvertrag selbst nicht einlösen, können sie diesen an die nächste Generation abtreten. Vorteil: Banken erkennen ihn als Eigenkapital an und gewähren günstigere Konditionen für ein Hypothekendarlehen. „Wer einen Bausparvertrag verschenken will, stellt den Antrag beider Bausparkasse“, so Mau. Nach einer Prüfung werden alle Rechte und Pflichten übertragen, dies gilt für Guthaben und den Anspruch auf das Bauspardarlehen.
Omas Häuschen
Eine weitere Idee: Großeltern oder Onkel und Tante können ihre Immobilie per Mietkauf weitergeben. Die Jungen ziehen in das Haus, brauchen kein oder wenig Eigenkapital und auch kein Baudarlehen. Eigentümer werden sie erst nach einer festgesetzten Frist, bis dahin wird die Immobilie über die Miete abbezahlt. „Auch bei einem Mietkauf gilt es, Eckdaten wie das Vorgehen bei Sanierungen wasserdicht zu fixieren“, so der Experte. Damit das familiäre Arrangement der Prüfung durch das Finanzamt standhält.
il/hü