Sonderveröffentlichung

Kraftfahrzeug und Verkehr Elektromobilität erfordert neue Kompetenzen im Kfz-Handwerk

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Innungsbetriebe werden regelmäßig geschult - in allen Bereichen. Beim Thema E-Mobilität und Hochvolttechnik gilt das ganz besonders.

Ob Elektro, Verbrenner oder Hybrid: Die modernen Werkstätten und die meisten Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innung sind bestens ausgestattet für die unterschiedlichsten Antriebe der Fahrzeuge. Foto: stock.adobe.com/Jelena

17.02.2026

Die Elektromobilität verändert nicht nur die Fahrzeuge auf den Straßen, sondern vor allem die Arbeit in den Werkstätten. Für die Innungswerkstätten der Kfz-Innung Göppingen steht dabei ein Thema klar im Mittelpunkt: die fundierte und kontinuierliche Schulung der Mitarbeiter im Elektro- und Hochvoltbereich. Denn moderne Elektro- und Hybridfahrzeuge stellen höchste Anforderungen an Fachwissen, Sicherheit und Verantwortungsbewusstsein – Anforderungen, denen die Innungsbetriebe gezielt und strukturiert begegnen.

Klare Regeln für Arbeiten an Hochvoltsystemen

Arbeiten an Hochvoltfahrzeugen sind ohne spezielle Qualifikation nicht zulässig. Hochvoltsysteme arbeiten mit Spannungen von bis zu mehreren hundert Volt und bergen bei unsachgemäßem Umgang erhebliche Gefahren. Deshalb setzt das Kfz-Handwerk auf ein klar geregeltes Schulungssystem. In den Innungswerkstätten der Kfz-Innung Göppingen durchlaufen Kfz-Mechatroniker ein mehrstufiges Qualifizierungskonzept. Dieses beginnt mit der sogenannten „fachkundig unterwiesenen Person“, die für einfache Tätigkeiten sensibilisiert wird, und reicht bis zur „HochvoltFachkraft“, die eigenständig Arbeiten an spannungsfreien Hochvoltsystemen durchführen darf. In diesen Schulungen geht es längst nicht nur um Theorie. Die Mitarbeiter lernen unter anderem, Hochvoltsysteme korrekt freizuschalten, Spannungsfreiheit sicher festzustellen und Fahrzeuge gegen Wiedereinschalten zu sichern. Ebenso werden Kenntnisse über den Aufbau und die Funktionsweise von Hochvoltbatterien, Invertern, Elektromotoren und Ladesystemen vermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fehlerdiagnose: Moderne Elektrofahrzeuge erfordern ein tiefes Verständnis für softwaregestützte Systeme, vernetzte Steuergeräte und komplexe Überwachungsfunktionen. Ein entscheidender Aspekt der Schulungen ist das Thema Arbeitssicherheit. Die Mitarbeiter werden intensiv im Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung, isolierten Werkzeugen und speziellen Messgeräten geschult. Notfallmaßnahmen, Gefährdungsbeurteilungen und das richtige Verhalten bei Beschädigungen an Hochvoltsystemen gehören ebenso zum Lehrplan. Ziel ist es, Risiken für Mitarbeiter und Kunden konsequent zu minimieren und gleichzeitig einen professionellen Werkstattablauf sicherzustellen.

Unternehmen aus der Region
Unsere Mitarbeiter müssen genau wissen, was sie tun.
Jochen Baumann
Autohaus Baumann Bad Ditzenbach

Weiterbildung als Daueraufgabe

Wie wichtig diese Qualifizierungen sind, betont auch Jochen Baumann vom Autohaus Baumann in Bad Bitzenbach: „Die Arbeit an Elektrofahrzeugen ist kein Experimentierfeld. Unsere Mitarbeiter müssen genau wissen, was sie tun. Die Hochvolt-Schulungen geben ihnen die Sicherheit und das Know-how, das sie im Alltag brauchen.“ Baumann hebt hervor, dass die Weiterbildung kein einmaliger Schritt ist, sondern ein fortlaufender Prozess: „Die Technik entwickelt sich rasant weiter. Deshalb investieren wir regelmäßig in Fortbildungen, damit unser Team immer auf dem neuesten Stand bleibt.“

Unternehmen aus der Region

Nachwuchsförderung für die Mobilität von morgen

Auch für junge Fachkräfte gewinnt das Thema Elektromobilität zunehmend an Bedeutung. Bereits in der Ausbildung werden Grundlagen der Hochvolttechnik vermittelt, die in den Betrieben weiter vertieft werden. Die Innungswerkstätten leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung des Handwerks. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind die Voraussetzung dafür, dass Elektrofahrzeuge nicht nur verkauft, sondern auch über ihre gesamte Lebensdauer hinweg fachgerecht betreut werden können.

Hybridfahrzeuge erfordern besonderes Know-how

Dabei geht es nicht allein um reine Elektrofahrzeuge. Gerade Hybridmodelle stellen besondere Anforderungen, da sie Hochvolttechnik und klassischen Verbrennungsmotor vereinen. Die Schulungen bereiten die Mitarbeiter gezielt auf diese Schnittstellen vor und machen sie zu echten Allroundern der modernen Fahrzeugtechnik.

Qualifikation schafft Vertrauen bei den Kunden

Mit ihrem klaren Fokus auf Qualifikation und Weiterbildung setzen die Betriebe der Kfz-Innung Göppingen ein deutliches Zeichen. Sie zeigen, dass Elektromobilität im regionalen Kfz-Handwerk angekommen ist – getragen von gut geschulten Fachkräften, klaren Sicherheitsstandards und einem hohen Qualitätsanspruch. Für Autofahrer bedeutet das Vertrauen: Ganz gleich, ob Verbrenner, Hybrid oder Elektrofahrzeug – ihr Auto wird von Menschen betreut, die für die Technik von heute und morgen bestens ausgebildet sind.
Constantin Fetzer


MEHR ZUM THEMA

Video:
Jochen Baumann erklärt, wie wichtig Schulungen für Mitarbeiter sind: 
https://www.youtube.com/shorts/lJYRDlH5LwE

Video: Ausbildung in der Kfz-Branche 
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Online:
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