Die zweitgrößte Stadt im Landkreis Neu-Ulm hat viel zu bieten. Ein kleiner Streifzug mit „Urgestein“ Heidi Faller, die in Senden aufgewachsen ist:
Wirtschaftsstandort mit guter Infrastruktur
In ganz Senden sind Spuren der industriellen Vergangenheit zu finden. Heidi Faller deutet auf einen zylinderförmigen hohen Backsteinturm im zentralen Stadtpark: „Wo heute der Stadtpark ist, war früher das Sägewerk Gagstätter. Der Schornstein hier zeugt noch aus diesen Zeiten.“ Das Säge- und Hobelwerk Gagstätter mit angeschlossener Möbelfabrik läutete gegen Ende des 19. Jahrhunderts das Industriezeitalter im noch dörflichen Senden ein. Überdies war die Mechanische Baumwollweberei Ulm in Ay ansässig, wo sie die Wasserkraft aus dem Illerkanal bezog. Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelte sich die Europa-Uhrenfabrik in Senden an. Dieses Unternehmen gibt es zwar heute nicht mehr, doch Senden entwickelt sich stets dynamisch, vor allem durch die Ansiedlung mittelständischer Unternehmen. Auf dem Firmengelände der Uhrenfabrik wurde der Gewerbepark Senden gegründet, ein weiteres Gewerbegebiet liegt im Norden.


Ein großer Vorteil ist dabei die Lage der Stadt: „Wir haben hier eine verkehrsgünstige Anbindung nahe der A 7 und der B 28 sowie Bahnanbindung“, bemerkt Faller. Die Nahverkehrsanbindung nach Ulm, Weißenhorn und Richtung Memmingen sei gut und: „Für uns Sendener ist es super, dass wir so kurze Wege für Dinge des täglichen Bedarfs haben und das zu Fuß oder mit dem Rad erledigen können.“ Nicht nur die Wirtschaft wächst in Senden, auch die Bildungslandschaft. „Früher gab es nur eine Grund- und Hauptschule, heute gibt es mehr, wie beispielsweise die Städtische Wirtschaftsschule oder das Heilpädagogische Zentrum Senden der Lebenshilfe Donau-Iller mit integrativem Kindergarten“, bemerkt Heidi Faller und verweist neben weiteren Kitas und Schulen auf die zahlreichen kulturellen Angebote für Kinder.


Kultur und Freizeit
Viele Kulturveranstaltungen finden im Bürgerhaus, dem städtischen Illertal-Forum, statt. Anziehungspunkt in der warmen Jahreszeit ist zudem „Kultur im Park“ auf der Parkbühne im Stadtpark. Auch sonst ist der Stadtpark das ganze Jahr über ein Ort der Freizeit, Unterhaltung und Erholung. Auf dem weitläufigen Gelände finden sich eine Kneippanlage, Minigolf, Skaterbahn, Bolz- und Spielplatz sowie ein Wildgehege.
Was Bewegung angeht, spielt das Wasser in Senden eine große Rolle: „Ich gehe gerne mit meinen Nachbarinnen zum Schwimmen an einen der Seen, wenn möglich täglich“, unterstreicht Faller. „Als Kinder sind wir schon auch mal in den Mühlbach gehüpft.“ Sommers wie Winters planschen und schwimmen ist im See- und Hallenbad angesagt – der Badesee ist ganze 50 000 Quadratmeter groß. Die Schwimmhalle mit Solarien, Dampfgrotte, Kinderbereich und Riesenrutsche macht Laune. Und in der kalten Jahreszeit geht es dann auf Kufen in die Eislaufanlage Illerau. Petra Starzmann