
Liebe Leserinnen und Leser, die Pflege24-Zollernalb beschäftigt sich mit Ihrer Alltagsbetreuung zuhause. Ich - Stephen Zundel - berate Sie jederzeit, ganz unverbindlich und kostenfrei, zu allen Fragen. Wichtig ist die Finanzierung Ihrer Alltagsbetreuung - was bekommen Sie an Geldern aus der Pflegekasse?
Als Erstes benötigen Sie daher einen Pflegegrad - hierzu gibt es ein Gutachten vom Medizinischen Dienst Ihrer Pflegekasse. Dann erfolgt die Zahlung von Pflegegeld - Grad 1 bis Grad 5.
Pflegegeld: Für Ihren Betreuungsaufwand am Angehörigen gibt es als Ersatz das Pflegegeld, das monatlich ausgezahlt wird. Die Höhe hängt vom Pflegegrad ab, zum Beispiel erhält Pflegegrad 2 derzeit 347 Euro monatlich (3 = 599 Euro, 4 = 800 Euro).
Diese Gelder bilden die Basis für eine Alltagsbetreuung zu Hause in den eigenen vier Wänden. Eine Alltagsbetreuerin übernimmt alle Aufgaben aus dem Haushalt und der Grundpflege/Körperpflege - ist 7 Tage/24 Stunden bei Ihnen zuhause vor Ort.
Beste Vorbereitung - das ist ein sehr wichtiger Punkt, denn die Vorbereitung auf die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst (MD) kann entscheidend für die Einstufung in den passenden Pflegegrad sein. Hier ist eine strukturierte Übersicht, wie Sie sich optimal vorbereiten - und welche typischen Fehler Sie vermeiden sollten.
So bereitet man sich richtig auf die MD-Begutachtung vor
Pflegetagebuch erstellen/ Pflegeprotokoll führen (mindestens ein bis zwei Wochen vorher): Sie wollen mehr aufzeigen als in der Begutachtung (60-90 Minuten), in der der MD-Gutachter im Haus ist. Sie sollten die Situation, den Hilfebedarf ihrer Angehörigen dokumentieren:
- Die noch vorhandene „Selbstständigkeit“ bei der Alltagsbewältigung ist im Kern der Begutachtung
- Alltagsbewältigung: In welchem Umfang eine Hilfestellung benötigt wird (zum Beispiel beim Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang).
- Dokumentieren Sie rundum, wie oft pro Tag die Hilfe aufgrund der mangelhaften Selbstständigkeit notwendig ist.
- Erfassen Sie die Zeiten, wie lange die Hilfestellung dauert.
- Dokumentieren Sie alle Aufgaben der Alltagsbewältigung, die nicht mehr selbstständig gemacht werden.
Tipp: Nutzen Sie ein einfaches Formular oder eine Excel-Vorlage. Alternativ gibt es auch Pflege-Tagebuch-Vordrucke von Pflegekassen.
Ehrlich und realistisch bleiben: Viele Pflegebedürftige neigen dazu, sich in einem besseren Licht zu zeigen („Das schaff' ich schon irgendwie ...“). Ermutigen Sie die Angehörigen dazu, ehrlich über ihre tatsächlichen Einschränkungen ihrer Selbstständigkeit zu sprechen - auch wenn es unangenehm ist.
Alle Hilfsmittel bereitlegen: Zeigen Sie dem MD Ihre vorhandenen Hilfsmittel (Rollator, Duschstuhl, Pflegebett etc.) - diese sollten dem Gutachter vorgeführt werden - sie unterstreichen Ihren Unterstützungsbedarf.
Anwesenheit einer Vertrauensperson: Sie als Angehöriger sollten unbedingt beim Begutachtungstermin dabei sein: als Unterstützung beim Gespräch, um wichtige Ergänzungen zu machen und um emotionale Entlastung zu bieten.
Sich mit den 6 Modulen vertraut machen: Die Begutachtung prüft folgende Lebensbereiche - denken Sie Ihren Hilfsbedarf konkret in jedem Punkt vorab durch - notieren Sie das in Ihrem Pflegetagebuch:
1. Mobilität
2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
4. Selbstversorgung
5. Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen
6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakt
Typische Fehler, die vermieden werden sollten
1. „Falscher Stolz“ Viele Pflegebedürftige möchten sich nicht eingestehen,dass sie Hilfe benötigen. Ergebnis: Die Einschränkungen werden verharmlost - und der Pflegegrad fällt zu niedrig aus. „Zeigen Sie ganz klar auf, was Sie nicht mehr können - zeigen Sie nicht, was Sie an guten Tagen schaffen noch könnten.“
2. Fehlende Unterlagen. Unbedingt bereitlegen:
- Arztberichte
- Medikamentenplan
- Entlassungsberichte von Krankenhaus und Reha Pflegedokumentation oder Protokolle (wenn vorhanden)
3. Unklare oder widersprüchliche Aussagen Wenn Pflegebedürftige zum Beispiel sagen, sie gehen alleine duschen, der Angehörige aber später ergänzt, dass sie dabei gestützt werden müssen - wirkt das widersprüchlich.
Empfehlung: Vorher gemeinsam besprechen, was tatsächlich der Alltag ist.
4. Begutachtung wird unterschätzt Manche denken, der Gutachter schaut nur kurz vorbei. Die Realität: Die Begutachtung kann ein bis zwei Stunden dauern und ist sehr strukturiert. Darauf sollte man ebenfalls strukturiert vorbereitet sein.
5. Keine Nachfragen stellen Wenn etwas unklar ist - unbedingt nachfragen! Der MD-Mitarbeiter soll verstehen, wo der Hilfebedarf liegt.
Info: www.pflege-zollernalb.de