Die sanierte Schwimm- und Turnhalle in Kirchentellinsfurt kommt mit einer modernen Fassade derart stylish daher, dass niemand vermuten würde, dass die Gebäude von 1963 stammen. Doch das Äußere mit der schicken Echtholzverkleidung ist nur die halbe Wahrheit. Denn die Hallen mit dem Verbindungstrakt mit Umkleide- und Sanitärräumen sowie der Technik wurden auch energetisch auf den neusten Stand gebracht und entsprechen jetzt einem Neubau. „Die Firmen haben sehr gut gearbeitet“, lobt Ortsbaumeister Martin Lack. Besonders dankbar sei man dem Architekten und Bauleiter Werner Neuscheler, der sehr zum Gelingen des Projekts beigetragen habe.
Dass die in die Jahre gekommenen Gebäude erhalten werden sollten, habe nie infrage gestanden, so Lack. Doch energetisch seien sie eine Katastrophe“ gewesen. Eingebaut wurden deshalb eine neue Belüftungsanlage mit Wärmetauscher, Fenster mit Dreifachverglasung, Fußbodenheizung, LED-Beleuchtung und eine moderne Badewassertechnik mit neuen Pumpen und einem aktuellen Filtersystem. Auch die Fliesen wurden überall erneuert und sorgen für ansprechende Farbkontraste.
Einladend wirkt sowohl das Wasserbecken, das von großen Fensterflächen in Szene gesetzt wird, als auch die Turnhalle. Hier wurden die urig-rustikalen Backsteinwände belassen. Hinzu kamen Prellwände mit blauem Stoff sowie eine Verkleidung aus hellem Ahornholz im oberen Bereich. Erneuert wurde auch der Boden. Alles erstrahlt überzeugend funktional, geschmackvoll und ästhetisch.
Die Sanitäranlagen erhielten aktuelle Edelstahlduschen und barrierefreie Toiletten mit Sicherheitssystem. „Sie sollen dazu beitragen, dass alle hierherkommen können“, betont Martin Lack. Denn die Hallen sind seit Jahrzehnten ein Treffpunkt für Jung und Alt und fördern entscheidend die Gemeinschaft im Quartier und im Ort. Das Lehrschwimmbecken trägt im wasserreichen Ort zur Sicherheit von Kindern und Erwachsenen bei. Genutzt werden die Hallen auch von Schulsport, DLRG, dem Turnerbund, VHS-Kursen und von der Kindertagesstätte nebenan.
Die Wärmeversorgung erfolgt über ein kleines Nahwärmenetz, an das auch Schule, Kindergarten, Seniorenheim und Martinshaus angeschlossen sind. Der Strombedarf des Gebäudes soll durch die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach, das zukünftig ökologisch sinnvolles Grün erhalten soll, zu 70 bis 80 Prozent selbst gedeckt werden. Das Gebäude erfüllt in allen Bauteilen den KFW 70-Standard.
Die Gesamtkosten liegen bei rund 4,415 Millionen Euro, wovon 1,935 Millionen aus Bundes- und 113.400 Euro aus Landesmitteln gefördert werden. Rund 2,3666 Millionen Euro muss die Gemeinde selbst aufbringen. Nicht wenig, doch die Gebäude haben einen hohen Nutzen für die Gemeinschaft. In den Osterferien 2024 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen. Wegen der Auswertung der Wasserqualität für Duschen und Schwimmbad hat sich die Eröffnung leicht nach hinten verschoben. Sie soll nun nach den Faschingsferien erfolgen. Gabriele Böhm