Heiße Sommer und der Wunsch nach effizienter Gebäudetechnik lassen die Nachfrage nach Klimageräten stetig steigen. Gleichzeitig wird das Angebot vielfältiger, und viele Modelle können heute deutlich mehr als nur kalte Luft erzeugen. Umso wichtiger ist es, vor dem Kauf genau zu wissen, welche Funktionen und Eigenschaften wirklich notwendig sind.
Sanitär- und Heizungsbaumeister
Sanitär- und Heizungsbaumeister Hari Eleftheriadis vom Göppinger SHK-Innungsbetrieb Zendel, betont, dass der erste Schritt immer eine klare Zieldefinition ist: "Man sollte sich klar fragen, ob die Anlage nur kühlen oder auch heizen soll." Moderne Klimageräte arbeiten oft mit Invertertechnik und können dadurch wie eine kleine Luftwärmepumpe genutzt werden.
Diese Funktion ist vor allem in den Übergangsmonaten praktisch, wenn es für die Heizung noch zu warm, aber für ein angenehmes Raumklima zu kühl ist. Auch die Frage nach der Anzahl und Größe der Räume spielt eine wichtige Rolle.
Für einzelne Zimmer eignet sich eine Single-Split-Anlage mit einer Innen- und einer Außeneinheit. Sollen mehrere Räume verbunden oder unterschiedlich temperiert werden, kommen Multi-Split-Systeme zum Einsatz, die bis zu fünf Innengeräte versorgen können. Diese können entweder an der Wand, Decke oder als Bodentruhe angebracht werden.
Dadurch lässt sich die Lösung optimal an den Bau anpassen. Zusätzlich profitieren Käufer von umfangreichen staatlichen Förderprogrammen, die bei effizienten Geräten Zuschüsse von bis zu rund 30 Prozent ermöglichen und langfristig den Wert einer Immobilie erhöhen können.
Wartung der Anlage ist wichtig
Auch die Installation und anschließende Wartung verdienen besondere Beachtung. Klimageräte erzeugen Kondenswasser, das zuverlässig abgeführt werden muss, damit es nicht zu Feuchtigkeitsschäden kommt. Hari Eleftheriadis weist darauf hin, dass Klimaanlagen zwar langlebig, aber keineswegs völlig wartungsfrei sind. "Die Filter sollten mindestens einmal im Jahr kontrolliert und bei Bedarf gereinigt werden", sagt er. Staub und Verschmutzungen wirken sich direkt auf die hygienische Qualität der Luft sowie auf den Energieverbrauch aus. Eine fachgerechte jährliche Inspektion erhöht die Effizienz spürbar und verlängert die Lebensdauer der Technik.

Ein weiterer häufig diskutierter Punkt sind gesundheitliche Aspekte. Viele Menschen verbinden Klimaanlagen noch immer mit Zugluft oder Erkältungsrisiken, doch das ist bei moderner Technik unbegründet. Eleftheriadis stellt klar: "Das Ziel moderner Anlagen ist es, die Luftqualität zu verbessern.“ Hochwertige Filter reduzieren Schadstoffe, Allergene und Pollen in der Raumluft. Gleichzeitig wird die Luftfeuchtigkeit reguliert, was besonders in gut gedämmten Gebäuden wichtig ist, um Schimmelbildung zu verhindern. Voraussetzung für ein angenehmes Raumklima ist allerdings ein maẞvoller Betrieb, bei dem Temperaturunterschiede zwischen Innen und Außen nicht zu groß sind.
Auch technologisch tut sich viel. Mit Invertertechnik arbeiten Klimageräte energieeffizienter und leiser als frühere Modelle.
Viele Systeme heizen heute ebenso zuverlässig, sodass sie zunehmend Funktionen klassischer Heizsysteme ergänzen. Die F-Gas-Verordnung sorgt dafür, dass ältere, klimaschädliche Kältemittel nach und nach ersetzt werden. Moderne Anlagen arbeiten daher meist mit umweltfreundlicheren Kältemitteln und sind gleichzeitig energieeffizienter.
Selina Esslinger