Sonderveröffentlichung

Schiedweckentag in Reutlingen Schlemmen mit Tradition

Immer am Mittwoch nach dem zweiten Fastensonntag feiert Reutlingen den Schiedweckentag. Entweder im Café, daheim oder gemeinsam mit dem Geschichtsverein in der Stadthalle.

Ob ein Stück von der großen Pastete oder ein echter Schiedwecken: Er schmeckt, am besten mit Salat. Fotos: Kathrin Kammerer, Natalie Eckelt

04.03.2026

Sie zergehen auf der Zunge, sind herzhaft mit Kalbfleisch und Kräutern gefüllt und umhüllt von buttrigem Blätterteig: die Schiedwecken. Es ist eine Reutlinger Tradition, sie jeweils am Mittwoch nach dem zweiten Fastensonntag zu genießen. In diesem Jahr ist das der 4. März.

Alte Tradition

Die Schiedwecken bekommt man in Gaststätten, Konditoreien und Bäckereien. Es ist eine Freude, dass man sich in vielen Betrieben noch die Mühe macht, das habhafte Gebäck herzustellen. Die Schiedwecken eignen sich gut als Mittag- oder Abendessen, am besten begleitet von einem bunten, frischen Salat. Es sei herzlich empfohlen, die wohlschmeckende Reutlinger Spezialität zu kosten.

Unternehmen aus der Region

Gemeinsamer Schmaus

Der Reutlinger Geschichtsverein pflegt diese Tradition in jedem Jahr in der Stadthalle. Dort wird der Genuss des Traditionsgebäcks zur Freude der Gäste begleitet von einem Vortrag zur Reutlinger Geschichte.

Von der opulenten Füllung, mit der wir die Schiedwecken heute essen, hätten diejenigen, die die Tradition begründeten, allerdings nicht einmal zu träumen gewagt: Ursprünglich waren es ganz einfache Wecken. Aber auch sie waren einst ein besonderes Festmahl.

Zeichen der Gemeinschaft

In früheren Zeiten waren Brennholz und Kerzen kostbar, und so versammelte sich die Nachbarschaft in der kalten, dunklen Jahreszeit in einem einzigen Raum, der beheizt war: in der Lichtstube.

Hier wurde genäht und gestickt, gesponnen, ausgebessert, geschnitzt und repariert, geredet, gesungen, erzählt und gelacht es war eine überaus gesellige Zeit. Überdies waren auch die jungen Frauen und Männer mit von der Partie ...

Mit dem Frühling nahte das Ende der lieb gewordenen Lichtstube. Für das letzte Treffen buken die Frauen einfache Wecken, die als Abschiedsmahl gemeinsam verzehrt wurden: die Schiedwecken.

Ob heute in Gemeinschaft, in kleiner Runde oder allein, zu Hause, in der Stadthalle, im Café, der Bäckerei oder im Restaurant: Schiedwecken schmecken. gik