Sonderveröffentlichung

Umwelt, Recycling & Entsorgung Kreislaufwirtschaft in Unwucht

Einheitliche Regeln sollen das europäische Recyclingsystem verbessern.

Im Elektroschrott stecken wichtige Wertstoffe. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

03.02.2026

In unserem Abfall finden sich eine Vielzahl wertvoller Rohstoffe wieder, die viel zu schade sind, um endgültig entsorgt zu werden.

Der Circular Economy Act (CEA) bezeichnet ein Gesetz der Europäischen Union (EU), das die Grundlagen und Rahmenbedingungen für eine Kreislaufwirtschaft (Circular Economy) schafft, mit dem Ziel, Ressourcen zu schonen, Abfälle zu vermeiden und Materialien möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten – etwa durch Wiederverwendung, Recycling und Reparatur.

Nachhaltigkeit in der Kreislaufwirtschaft

Damit soll die Wegwerfgesellschaft hin zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft gelenkt werden. Der CEA ist dabei kein isoliertes Vorhaben, sondern Teil des übergeordneten Projektes, und soll bestehende Initiativen wie die Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), die Waste Framework Directive und den Critical Raw Materials Act strategisch zusammenführen.

Bislang hindern die unterschiedlichen Vorgaben der einzelnen Länder einen effektiven Austausch von recycelten Materialien. Besonders deutlich wird dies im Bereich der Elektronikabfälle – einem der am schnellsten wachsenden Abfallströme in Europa. Hier liegt die Sammelquote aktuell bei nur rund 40 Prozent. Ein großer Teil potenziell wiederverwertbarer Materialien verbleibt damit außerhalb des Kreislaufs. Insbesondere auch Rohstoffe, die für die Versorgungssicherheit der EU notwendigsind. Einheitliche Richtlinien und Regeln statt nationaler Insellösungen sollen die europäische Kreislaufwirtschaft besser umsetzbar machen.

Unternehmen aus der Region

Ein Flickenteppich aus nationalen Vorgaben

So sollen durch die EU mit dem CEA die Weichen für eine ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft gestellt werden. Entscheidend ist, aus dem politischen Anspruch konkrete, praktikable Regeln zu machen, und den Flickenteppich nationaler Vorgaben zu entsorgen. Denn nur mit klaren, fairen und praxistauglichen Anreizen kann der Wandel hin zu einer echten Circular Economy gelingen.

Um die Ziele des CEA zu erreichen, setzt die EU auf eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten und fordert Unternehmen dazu auf, innovative Lösungen für ein besseres Recycling und eine längere Nutzungsdauer von Produkten zu entwickeln. Gleichzeitig wird die Verantwortung der Hersteller gestärkt, indem sie verpflichtet werden, den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu berücksichtigen, von der Produktion über die Nutzung bis zur Entsorgung. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher profitieren von mehr Transparenz und einer größeren Auswahl an nachhaltigen Alternativen.

Unternehmen aus der Region

Nur durch das Zusammenspiel von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft lässt sich der Wandel hin zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft dauerhaft etablieren. pm