Am Fenster ein Spinnrad, eine Puppe, ein Teddybär: Der Blick schweift hinaus auf das Gärtlein und die geräumige Terrasse, wo im Sommer die Gäste der Lichtstube bestimmt auch eine Menge Zeit verbringen werden.
Kommunikativer Treffpunkt ist ein großer, runder Tisch, der von Gudrun John und bürgerschaftlich engagierten Ehrenamtlichen mit viel Liebe zum Detail stets mit hübschen, kleinen Dingen mit aktuellem Bezug geschmückt wird. Als wir zu Besuch sein durften in der Dettinger Hölderlinstraße 13 waren es Herzen aus Pappmaché und „herzliche“ Servietten - es war Valentinstag.
Gelungener Umzug
Die Pflegefachkraft Gudrun John leitet die Lichtstube und freut sich über die neuen Räumlichkeiten. Das Pflegeteam der Diakoniestation ist von der Neubühlsteige in die Hölderlinstraße 13 mitsamt der Gruppen der Lichtstube, die bisher im alten Bauhof in Dettingen untergebracht waren, umgezogen.„Das Gebäude in der Neubühlsteige der evangelischen Kirchengemeinde Dettingen ist in die Jahre gekommen, da wollte die Kirchengemeinde nichts mehr investieren“, erläutert Christine Krohmer. Sie ist Geschäftsführerin der Diakoniestation Oberes Ermstal-Alb gGmbH.
Einer der vier Standorte ist Dettingen. Und da kommt erneut die Kirche ins Spiel. Sie ist Gesellschafterin der Diakoniestation Oberes Ermstal-Alb und stellte ihr Pfarrhaus-Ost in der Hölderlinstraße zur Verfügung.
Dort wurden Büros eingerichtet und ausgestattet mit neuester, vernetzter EDV-Technik. Es gibt im Haus einen Raum für die Instrumentenaufbereitung, sowie Umkleide und Sanitär-Räume für die Pflegekräfte im Obergeschoss.
Auf dem Dach sorgt eine Photovoltaik-Anlage für Strom, unten stehen Wall-Boxen für Elektrofahrzeuge bereit. Der Dettinger Fuhrpark mit seinen sieben Autos werde nach und nach auf die E-Mobilität umgestellt, betont Christine Krohmer. Insgesamt hat die Diakoniestation Oberes Ermstal-Alb rund 100.000 Euro in den neuen Standort Hölderlinstraße 13 investiert, während die evangelische Kirchengemeinde Dettingen über 300.000 Euro eingesetzt hat.
Ambulanter Pflegedienst
Das ist nun auch der Stützpunkt von 15 Mitarbeiterinnen des ambulanten Pflegediensts. „Allein in Dettingen betreuen wir 95 Menschen“, so Krohmer. Die heißen Kunden und werden bei sich zu Hause pflegerisch rundum und damit auch hauswirtschaftlich betreut. Und freilich bildet die Diakonistation Oberes Ermstal-Alb auch aus - zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann. Und wie überall werden händeringend gut ausgebildete, engagierte Fachkräfte gesucht.
Assistenz zu Hause
Christine Krohmer und Helga Neuhaus, die Fachbereichsleiterin Betreuung, wissen: Die meisten Menschen möchten im Alter so lange wie möglich selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben und zugleich bei Bedarf Assistenz erhalten.
Die Diakoniestation Oberes Ermstal-Alb wartet seit über 20 Jahren auf mit einem ganzheitlichen Betreuungsangebot von ambulanter Pflege, Hausnotruf, mit hauswirtschaftlicher Versorgung, Menü-Service, Gesprächskreisen für Angehörige, sowie mit Betreuungsgruppen für Menschen mit Demenz - ebenso wie mit dem häuslichen Betreuungsdienst ZiB. Außerdem werden allein in Dettingen um die 40 Essen ausgefahren.
Fünf Millionen Pflegebedürftige in Deutschland werden in den eigenen vier Wänden betreut, das sind 80 Prozent. Da ist es eminent wichtig, dass sich die Diakoniestationen auch um die Entlastung der Angehörigen kümmern.
Die Lichtstube der Diakoniestation Dettingen in der Hölderlinstraße 13 - auch unter dem Namen „Café Herbst-Zeitlos“ geführt - ist dabei ein bedeutsamer Bestandteil. Um die 20 Gäste treffen sich dort jede Woche in drei Gruppen und an drei Tagen. Einen Fahrdienst gibt es auf Anfrage auch.

Gemütlicher Treffpunkt
Ein möglichst niedrigschwelliges Angebot soll es allemal sein: „Es ist ein Treffpunkt für Menschen mit und ohne demenzielle Erkrankung und solche mit körperlichen Beeinträchtigungen“, erklärt Gudrun John. Da trifft es sich gut, dass das Gebäude auch über einen (Außen)-Aufzug verfügt.
Die Gäste dürfen in der Gruppe Geselligkeit, Entspannung und Wohlbefinden erfahren. Entsprechend ihrem eigenen Lebenshintergrund werden die Besucher beschäftigt, so mit der leichten Aktivierung im Bereich Motorik und der Kognition. Die Leute sollen zudem auch neue Kontakte knüpfen können. Und wir kochen auch gemeinsam, zum Beispiel typisch schwäbische Gerichte“, sagt die Pflegefachkraft Gudrun John. So hat die neue Lichtstube in ihrem neuen Dettinger Domizil Hölderlinstraße 13 auch eine moderne Küche bekommen.
Von Jürgen Herdin