Schon zum vierten Mal eröffnet in Briel ein Krippenweg, der die Kreativität der Bewohner des kleinen Dorfes unter Beweis stellt. Briel zählt keine 100 Einwohner. Aber in den wenigen Häusern, Schuppen und Werkstätten des Weilers auf der Alb schlummert großes kreatives Potenzial. Ausreichend Platz zum Werkeln mit Holz und Kreissägen, mit Draht, Gips, Stoffen und Kleister gibt es auf einem Dorf auch meistens. Noch viel wichtiger ist fast, dass in einem von der Landwirtschaft geprägten Weiler immer auch ein Bulldog zur Verfügung steht, der notfalls auch einen meterlangen Baumstamm aus dem Wald abtransportieren kann. So war 2023 eine reich bestückte Baumstammkrippe die Attraktion des Krippenwegs. „Heuer haben wir uns etwas ähnlich Spektakuläres ausgedacht“, verrät Heidi Schnitzer, die zusammen mit Christa Roll den Brieler Krippenweg initiiert hat und koordiniert.
„Wir haben aber dieses Jahr fast nur neue Krippen“, sagt Roll. Dabei haben manche Krippen 2023 so gut gefallen, dass die Besucher gar nicht traurig wären, wenn auch die eine oder andere bekannte Krippe wieder zu sehen wäre. Dem Einfallsreichtum der Akteure ist keine Grenze gesetzt. Da werden Figuren aus Holz geschnitzt oder aus Ton modelliert. Es gibt die Heilige Familie der Berg aus Tannenzapfen und Draht. Selbst ein mit Wolle umwickeltes Holz ist eindeutig als Josef erkennbar.
Alte Planken eignen sich als Malgrund für die Darstellung der weihnachtlichen Szene und 2023 bauten Siegfried und Klaus Schnitzer eine Bierkrippe mit passenden Biermarken auf: Das „Zwiefalter Engele“ hing vom Dachbalken der Krippe und der „Schäfleshimmel“ Brauerei lag im weichen Moos. Die Biersorte „Maria Anna“ vereinigte die Gottesmutter Maria mit ihrer Mutter namens Anna. An die Stelle des Josefs trat der „Josefsbock“, ein echtes Starkbier. Nur Jesus fehlte. Wie aus einer Gruppe jugendlicher Besucher zu hören war, hätte man auch einen „scharfen Hüpfer“ in die Krippe legen dürfen. Doch die Bierkrippe war der einzige Ausreißer ins Profane.
Alle anderen Krippen hielten sich an die biblischen Vorgaben. Christa Roll und ihre Mitstreiterin Heidi Schnitzer haben schon Ende November mit dem Sammeln von Ideen und der Arbeit an ersten Werken angefangen. Freundinnen und Freunde aus Nachbargemeinden helfen, damit wieder eine stattliche Anzahl an Krippen aufgebaut werden kann. Der Reiz des Brieler Krippenweges liegt darin, dass er durch ein abwechslungsreiches Wegstück führt.
Zunächst geht es am Bach entlang, dann durch ein Waldstück und endet auf der Höhe mit Weitblick. Bei entsprechendem Wetter ist man auf der Höhe mit einer Mütze und Handschuhen gut ausgerüstet. Zum Aufwärmen wartete am Ende des Weges aber auch noch eine Hütte mit Glühwein und Brödle.





So finden Sie den Weg zu den Krippen
Der Krippenweg in Briel steht bis zum 7. Januar. Länge des Weges etwa 1,5 Kilometer. Zu Beginn gibt es ein kurzes Stück Weg mit etwas Schotter, ansonsten ist der Weg auch mit Kinderwagen oder Rollator begehbar.




Der Weg in Briel ist aus Ehingen kommend auf der B 465 Richtung Münsingen erreichbar. In Altsteuẞlingen von der B 465 rechts nach Briel abbiegen. Aus Richtung Münsingen in Altsteuẞlingen nach links abbiegen. Der Wanderparkplatz als Startpunkt ist ausgeschildert. Eintritt frei.