Sonderveröffentlichung

Weihnachts- und Neujahrsglückwünsche Woher stammt eigentlich der Glühwein?

Wer die Geschichte des heißen Würzweins erkunden will, muss rund 190 Jahre zurückreisen ins sächsische Elbtal und sich mit der Geschichte der Familie Wackerbarth beschäftigen.

Schloss Wackerbarth verwandelt sich im Winter in eine zauberhafte Welt aus Wein und Licht. Foto: DJD/Schloss Wackerbarth/Rene Jungnickel

02.01.2025

An kalten Winterabenden wärmt er Körper und Seele: Glühwein ist für viele der Inbegriff vorweihnachtlicher Gemütlichkeit. Doch woher stammt eigentlich dieses beliebte Heißgetränk? Die Geschichte führt uns fast zwei Jahrhunderte zurück an die Sächsische Weinstraße zwischen Dresden und Meißen.

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Die Suche nach einem wärmenden Getränk
Im Herzen der Sächsischen Weinstraße liegt Schloss Wackerbarth. Die barocke Schloss- und Gartenanlage entstand vor rund 300 Jahren zu Füßen der Radebeuler Weinberge und ist eng mit der Glanzzeit des Dresdner Barocks verbunden. Heute hat sich das Ensemble zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt und begrüßt als Europas erstes Erlebnisweingut jeden Tag Gäste aus nah und fern. Wer sich auf den Weg nach Radebeul macht, findet vor Ort erlesene Gaumenfreuden, eine der ältesten Sekttraditionen Europas und den Ursprung des beliebten Glühweins: Im Dezember 1834 stand August Raugraf von Wackerbarth, ein Nachfahre des Erbauers von Schloss Wackerbarth, in seinem winterlichen Anwesen.

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Der Kunst- und Genussliebhaber suchte nach einem Trank, der die Kälte vergessen macht und es warm ums Herz werden lässt. So vermählte er weißen Wein mit allerlei exotischen Gewürzen wie Safran und Anis. Anschließend hatte er eine geistreiche Idee: Er erwärmte die Flüssigkeit.


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Das älteste bekannte Glühweinrezept Deutschlands

Das historische Rezept des Raugrafen war lange Zeit verschollen. Erst Ende 2013 wurde es im Sächsischen Hauptstaatsarchiv in Dresden wiederentdeckt und eingehend geprüft. Das Ergebnis: Die besondere Rezeptur beschreibt ein Getränk, das wir heute als Glühwein bezeichnen würden. Damit ist es das älteste bekannte Glühweinrezept Deutschlands. Für eine Dresdner Kanne (0,93 Liter) mischte der Raugraf seinerzeit folgende Zutaten mit Wein, erhitzte und seihte alles und schmeckte die Mischung mit Honig und Zucker ab: 

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4 Loth Zimmet-Puder
2 Loth Ingwer
1 Loth Aniskörner
1 Loth Galganat (Granatapfel)
2 Loth Muskatnüsse
1 Loth Kardamom
1 Gran Safran
1 Loth = 14 Gramm;
1 Gran = 1/2 Gramm

Genuss für alle Sinne
Nachdem die Winzer von Schloss Wackerbarth dieses besondere Rezept entdeckt hatten, passten sie es behutsam dem heutigen Geschmack an. Aus ausgesuchten Weißweinen, Traubensaft und feinwürzenden Zutaten kreierten sie ein feinfruchtiges Wintergetränk. Das Ergebnis heißt heute „Wackerbarths Weiß & Heiß„