Mexiko: Mit einer neuntägigen Posadas beginnen die Weihnachtsfeierlichkeiten am 15. Dezember. Auf diesen Prozessionen wird die Suche von Joseph und Maria nach einer Herberge nachgestellt. Auch in Peru gibt es ähnliche Prozessionen. In Schulen oder Kirchen werden auch gerne sogenannte „Pastorales“ nachgestellt. Das sind komische Darstellungen der Wanderung der Hirten, die der Teufel immer wieder versucht, vom rechten Weg abzubringen. Am Ende finden sie aber natürlich den Weg. Das Jesuskind wird hier übrigens erst an Heiligabend um Mitternacht in die Krippe gelegt.
Nordamerika: In den USA ist Weihnachten stark von Konsum geprägt. Eine große Rolle spielt zudem das Fernsehen: Filme wie „Der Grinch“ oder „Kevin allein Zuhause“ sind fester Bestandteil der Feiertag. Dinge wie den Weihnachtsbaum, Geschenke oder Krippen haben die Amerikaner aus Europa übernommen und noch ein wenig ergänzt. Zum Beispiel hängt über vielen Türen ein Mistelzweig. Wer darunter steht, muss sich küssen.
Großbritannien: Bei den Briten bringt nicht das Christkind die Weihnachtsgeschenke, sondern „Father Christmas“. Mittlerweile landen auch im Königreich viele Geschenke unter dem Weihnachtsbaum, doch in vielen Familien lebt bis heute die Tradition fort, diese in vorher aufgehängte und mit dem Namen des jeweiligen Familienmitglieds versehene Weihnachtstrümpfe, zu stecken. Zum Essen gehört ein flambierter Pudding, in dem eine Münze versteckt ist. Wer diese in seiner Portion findet, beißt sich hoffentlich keinen Zahn daran aus, hat aber auf jeden Fall einen Wunsch frei. An den Weihnachtsfeiertagen sitzen die Briten gerne vor dem Fernseher - Heiligabend ist einer der quotenträchtigsten Tage des ganzen Jahres. Ein Pflichttermin dabei ist natürlich die jährliche Weihnachtsansprache des Königs. Und auch die Liveübertragung des Gottesdienstes „Nine Lessons and Carols“ aus dem King's College in Cambridge im Radio ist für viele ein fester Bestandteil des Festes.
Skandinavien: Die Skandinavier sind echte Weihnachtsfans. Hier wird über Wochen dekoriert und gefeiert. Seit jeher spielen Kerzen und Lichter eine große Rolle. Denn die Winternächte in Skandinavien sind lang und dunkel. Einer der wichtigsten Tage vor dem eigentlichen Fest ist das Luciafest am 13. Dezember. Am Gedenktag der Heiligen Lucia (die Leuchtende) bekommt in jeder Familie die älteste Tochter ein weißes Gewand mit einem roten Band um die Taille angezogen. Auf dem Kopf trägt sie einen Kranz mit Lichtern. So zieht sie dann durch die Straßen, gefolgt von weiteren Mädchen und manchmal auch Jungs, verkleidet als Wichtel, Pfefferkuchenmänner oder Sternenknaben. Bevor in Skandinavien 1752 der Gregorianische Kalender eingeführt wurde, war der Tag des Luciafestes der Tag der Wintersonnenwende. Somit ist das Fest ein Teil der alten Sonnwendfeierlichkeiten.
Färöer-Inseln: Die Bewohner der Inseln haben mitunter das längste Weihnachtsfest. Ganze 21 Tage wird hier gefeiert (vom 24. Dezember bis 13. Januar). Mit Geschenken, gutem Essen und Zeit mit Freunden und Familie. Am 24. Dezember gehen die Familien auf den Friedhof und schmücken die Gräber der Verstorbenen mit selbstgemachter Dekoration.
Australien und Neuseeland: In dieser Ecke der Welt herrscht im Dezember Hochsommer. Aus historischen Gründen finden sich dort viele Weihnachtstraditionen aus Großbritannien wieder. Es wird aber nur weniger ferngesehen - schließlich ist das Wetter besser. Zu den traditionellen Weihnachtsliedern in Australien gehört das Lied „Six white Boomers“ (Sechs weiße Kängurus). Darin tauscht der Weihnachtsmann bei seiner Ankunft auf dem Kontinent seine Rentiere gegen weiße Kängurus ein und hilft einem kleinen Känguru dabei, seine Mutter wiederzufinden.
Afrika: Wenn es bei uns weihnachtlich kalt ist, herrscht in den meisten Ländern Afrikas Hochsommer. Keine Chance also für echten Schnee. Durchaus aber für Kunstschnee, der in manchen Städten die Straßen schmückt. In Ägypten und Äthiopien feiern die Anhänger der koptischen Gemeinden ihr Weihnachtsfest am 7. Januar. Dann gibt es landestypische Gerichte mit Fladenbrot, Lamm, Fisch und Gebäck.
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