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Welttag des Hörens Eigenverantwortung für die Gesundheit

Unter dem Motto „mehr verstehen, mehr erleben“ macht die Weltgesundheitsorganisation auf die Wichtigkeit des Hörens aufmerksam. Ein gutes Gehör bedeutet auch Lebensqualität. Von Andreas Brücken

Gute Ohren sind wichtig für die soziale Teilhabe. Foto: Nabokov Alex /stock.adobe

28.02.2025

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) will in diesem Jahr den Welttag des Hörens in diesem Jahr einen Apell an die Verantwortung jedes Einzelnen richten, für die eigene Hörgesundheit vorzusorgen. Im deutschsprachigen Raum steht der Welttag des Hörens 2025 unter dem Motto „Mehr verstehen, mehr erleben“. Denn hören ist weit mehr, als nur das Wahrnehmen von Schall - es ist der Schlüssel zu Lebensfreude, Kommunikation mit anderen Menschen und zur aktiven Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben.

Hören, Verstehen und Erleben stehen in direkter Verbindung miteinander. Denn das Hören ist eine wichtige Voraussetzung für zwischenmenschliche Interaktion und Teilhabe - im Beruf und im Privatleben. Der positive Einfluss eines intakten Hörsinns auf unseren Alltag ist Thema zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen. So erklärt die WHO in ihrem World Report on Hearing“, dass ein nicht medizinisch versorgter Hörverlust die Sprachentwicklung, die psychische Gesundheit, die Lebensqualität, den Bildungserfolg sowie die ökonomische Unabhängigkeit negativ beeinflussen kann. Studien weisen darüber hinaus auf einen Zusammenhang von unversorgtem Hörverlust und dem Abbau der kognitiven Leitungsfähigkeit hin.

Wissenschaftlich gut dokumentiert sind die mit einem unversorgten Hörverlust in Verbindung stehenden Risiken für das physische, soziale und emotionale Wohlbefinden: Menschen, die schlecht hören, meiden zunehmend Telefonate und Gespräche, insbesondere in Gruppen. Ein intakter oder gut versorgter Hörsinn kann also vor sozialer Isolation bewahren. 96 Prozent der Hörgeräte-Träger berichten laut der aktuellen EuroTrak Germany-Studie von einer höheren Lebensqualität, seitdem sie ihre Schwerhörigkeit haben versorgen lassen. Etwa 60 Prozent der Hörgeräteträger bedauern rückblickend, dass sie eine Versorgung zu lange aufgeschoben und so auf gesellschaftliche und berufliche Teilhabe verzichtet hätten.

Die häufigste angeborene Sinnesbehinderung

Vor diesem Hintergrund wirbt der Welttag des Hörens weltweit und damit auch im deutschsprachigen Raum für aktive Vorsorge: Mit dem Motto „Mehr verstehen, mehr erleben“ sollen betroffene Menschen motiviert werden, ihren Hörsinn vor schädlichen Umwelteinflüssen - vor allem vor Lärm zu schützen, regelmäßig überprüfen und im Bedarfsfall rechtzeitig versorgen zu lassen.

Eine Hörschädigung ist die häufigste angeborene Sinnesbehinderung. Um sie frühzeitig zu erkennen und zu therapieren, gibt es das Neugeborenen-Hörscreening, das bereits in den ersten Lebenstagen durchgeführt wird. Die Testverfahren, die vom geschulten HNO-Ärztinnen und Ärzten durchgeführt werden, sind einfach, schnell und ohne Belastung für das Kind. Bei Bedarf beginnt die Rehabilitation durch spezielle Hörsysteme, die der ausgebildete Hörakustiker kindgerecht durchführt und betreut. Ab einem Hörverlust von 20 Prozent kann gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ein Anspruch auf eine Hörsystemversorgung bestehen. Hierfür erhält der Patient eine Verordnung des HNO-Arztes.

Auch hier berät und hilft der Hörakustiker und passt die Hörgeräte auf die individuellen Bedürfnisse an und bleibt auch danach ein enger Partner bei der Feinjustierung, Wartung und regelmäßigen Kontrollen. In manchen Fällen stoßen Hörgeräte jedoch an ihre Grenzen, dann kann beispielsweise ein Cochlea-Implantat (CI) weiterhelfen. Da diese Lösung mit einem operativen Eingriff einhergeht, wird zunächst eine umfassende Voruntersuchung durchgeführt. Schließlich steht die Operation an, die in der Regel stationär und unter Vollnarkose stattfindet. Dem Operationstermin folgt nach einigen Wochen die erste Aktivierung des CI. Dann wird das CI auch individuell eingestellt. Menschen, die einen Hörverlust bei sich wahrnehmen, sollten daher nicht zögern, sondern sich durch einen Hörtest beim Hörakustiker oder HNO-Arzt Klarheit verschaffen. Ein HNO-Arzt identifiziert die Art der Hörminderung und verordnet eine darauf abgestimmte Therapie. In den meisten Fällen ist dies eine Hörsystemversorgung.

Unternehmen aus der Region

Gesetzlich Versicherte können in Deutschland eine Versorgung mit modernen Hörsystemen bereits ohne eigene Aufzahlung erhalten. Der Versicherte zahlt lediglich die Rezeptgebühr. Der Hörakustiker berät bei der Auswahl der richtigen Hörsysteme, gibt dem Hörgeräteträger in der Phase des Probetragens und der Eingewöhnung Tipps und passt die Hörsysteme schrittweise an die individuellen Bedürfnisse an. Anschließend bietet der Hörakustiker einen regelmäßigen Wartungs- und Reinigungsservice.