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Welttag des Hörens Fit mit allen Sinnen

Der Welttag des Hörens steht im Jahr 2026 in Deutschland unter dem Motto „Klingt nach Leben!“

Hightech im Ohr: Gegen Hörprobleme hat der Fachmann die Lösung. Foto: Bernd Weißbrod/dpa-mag

04.03.2026

Der Aktionstag am 3. März lenkt den Fokus auf die Bedeutung guten Hörens für Sicherheit im Alltag, Lebensqualität und soziale Teilhabe. Das Ziel: Das Leben mit allen Sinnen genießen.

Schwerhörigkeit bezeichnet eine Einschränkung des Hörvermögens, die von leichten Beeinträchtigungen bis hin zur vollständigen Gehörlosigkeit reichen kann.

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Nicht jede Form der Schwerhörigkeit ist dauerhaft oder krankheitsbedingt. So kann etwa ein verstopfter Gehörgang infolge von zu viel Ohrenschmalz eine vorübergehende Hörminderung verursachen. Dennoch sollte Schwerhörigkeit nie unterschätzt werden, da sie unbehandelt das Risiko für Folgeerkrankungen erhöhen kann. Eine frühzeitige HNO-fachärztliche Diagnose ist daher entscheidend.

Stellt der HNO-Arzt einen Hörverlust fest, der mit Hörsystemen versorgt werden kann, erstellt er eine Verordnung, die einem Hörakustiker vorzulegen ist. In Deutschland erhalten gesetzlich Krankenversicherte eine umfassende Hörgeräteversorgung bereits ohne eigene Zuzahlung. Lediglich die Rezeptgebühr fällt an. Der Kunde kann die vorgeschlagenen Hörgeräte vor der Entscheidung im Alltag umfangreich testen.

Welche Arten von Schwerhörigkeit gibt es?

Schallleitungsschwerhörigkeit entsteht, wenn der Schall nicht ausreichend vom Außenohr über das Mittelohr bis ins Innenohr gelangt. Betroffene hören leiser und beschreiben oft ein Gefühl von dumpf klingenden Geräuschen. Die Sprachverständlichkeit bleibt dabei in der Regel erhalten.

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Schallempfindungsschwerhörigkeit betrifft das Innenohr, insbesondere die Haarzellen, welche die Schallwellen in elektrische Signale umwandeln. Sie führt zu einem dumpfen Klangbild und Schwierigkeiten beim Sprachverstehen, vor allem in lauter Umgebung. Ursachen sind dauerhafte Lärmbelastung, altersbedingter Verschleiß, Hörstürze oder Infektionen. Diese Form ist oft irreversibel, da geschädigte Haarzellen sich nicht regenerieren können.

Das Gehör als komplexes System

Schallverarbeitungsstörungen betreffen die akustische Signalverarbeitung im Gehirn. Ursachen können Schlaganfälle, Gehirnentzündungen oder del-Hirn-Traumata sein. Die unterschiedlichen Arten von Schwerhörigkeit lassen die Komplexität unseres Gehörs erahnen. Daher ist immer eine gründliche HNO-fachärztliche Diagnose erforderlich, um die geeignete Therapie festzulegen. In vielen Fällen besteht diese in der Verordnung von Hörsystemen.

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Die Schwerhörigkeit im Alter ist eine fortschreitende Hörminderung, die ab dem 50. Lebensjahr auftreten kann. Sie beginnt meist mit einem Hörverlust hoher Frequenzen und beeinträchtigt hauptsächlich das Sprachverstehen in geräuschvoller Umgebung. Ursache sind altersbedingte Verschleißerscheinungen der Haarzellen im Innenohr sowie mögliche Beeinträchtigungen des Hörnervs oder des Hörzentrums im Gehirn.

Schwerhörigkeit im Alter ist ein natürlicher Prozess, dessen Auswirkungen durch präventive Maßnahmen wie Lärmschutz und einen gesunden Lebensstil gemindert werden können. Die Therapie besteht in der Regel in einer individuellen Hörsystemversorgung.

Ein Gefühl, wie „Watte im Ohr“

Ein Hörsturz ist ein plötzlich auftretender, größtenteils einseitiger Hörverlust ohne erkennbare Ursache. Häufig wird er von einem Druckgefühl im Ohr, das Betroffene als „Watte im Ohr“ beschreiben oder einem Tinnitus begleitet. In vielen Fällen normalisiert sich das Hörvermögen innerhalb weniger Stunden von selbst. Hält der Zustand jedoch länger als zwei Tage an, sollte dringend ein HNO-Arzt aufgesucht werden.

Die Auswirkungen einer Hörminderung betreffen nicht nur unser Gehör, sie können sich auch unmittelbar auf die Lebensqualität und das seelische Wohlbefinden auswirken. Denn Hören bedeutet weit mehr als das reine Wahrnehmen von Schall: Es ist der Schlüssel zum sozialen Austausch mit anderen Menschen und erhöht das Sicherheitsgefühl im Straßenverkehr. Zugleich erleichtert ein gut versorgter Hörsinn die Konzentration und wirkt sich positiv auf die kognitive Leistungsfähigkeit aus.

„Eine nicht ausreichend versorgte Schwerhörigkeit kann immense Auswirkungen auf die Gesundheit eines Menschen haben. Es kann zu einer fünf- bis sechsmal höheren Sturzwahrscheinlichkeit kommen, denn gerade bei einer einseitigen Ertaubung fehlt die räumliche Orientierung“, erklärt Dr. Veronika Wolter, Chefärztin der Klinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und der Helios Hörklinik in München.

Eine unbehandelte Schwerhörigkeit kann darüber hinaus Veränderungen im sozialen Verhalten befördern. Gespräche in Gruppen, Telefonate oder kulturelle Aktivitäten werden zunehmend als anstrengend oder frustrierend empfunden - und deshalb häufig vermieden. Missverständnisse mehren sich, Unsicherheit entsteht und viele Betroffene ziehen sich aus sozialen Interaktionen zurück. Diese gravierenden Folgen einer unversorgten Hörminderung können in jedem Alter auftauchen: „Auch bei jüngeren Menschen kann es zu erheblichen Auswirkungen im sozialen Bereich kommen. Viele Patienten neigen zu Depressionen, gesellschaftlicher Isolation oder Arbeitsunfähigkeit“, sagt Wolter.

Lebensqualität und Wohlbefinden

Ein intakter oder gut versorgter Hörsinn kann dieser Entwicklung effektiv entgegenwirken: Ein gesundes Gehör erleichtert die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, stärkt das Selbstvertrauen und unterstützt so die mentale Gesundheit in jeder Lebensphase.

Dr. Matthias Rudolph, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, betont: „Die positiven Effekte einer Hörversorgung zeigen sich einerseits durch die Verbesserung im Hörvermögen selbst, was wiederum die soziale Integration fördert. Andererseits verbessert sich die Stimmung: Betroffene haben wieder mehr Antrieb. Das wirkt sich natürlich auf das Privatleben aus. Man trifft sich wieder mehr mit Freunden und Bekannten, geht wieder aus, ins Kino oder ins Theater. Und am Berufsleben kann man wieder teilhaben und ist integriert.“ Außerdem sind Hörgeräte-Träger deutlich häufiger mit ihrer Schlafqualität zufrieden als Menschen mit einer unversorgten Hörminderung. Während in der „EuroTrak-Germany-Studie“ nur 31 Prozent der Befragten mit unversorgter Hörminderung angeben, zufrieden zu schlafen, liegt dieser Anteil bei Hörgeräte-Trägern bei 56 Prozent.

Gut hören zu können, schafft damit eine wichtige Grundlage, um aktiv eingebunden und selbstbestimmt, aber auch erholt zu bleiben und das Leben mit allen Sinnen genießen zu können - heute und in Zukunft.

Der Schwerhörigkeit vorzubeugen ist einfach: Regelmäßige Hörtests bei einem Hörakustiker oder HNO-Arzt in der Nähe sind nicht nur schnell und schmerzfrei durchgeführt - sie sind auch wichtig, um Gewissheit zu haben, wie es in unterschiedlichen Lebensphasen um das eigene Gehör steht. Nur so kann ein therapiebedürftiger Hörverlust frühzeitig identifiziert, individuell behandelt und professionell versorgt werden. pm