Am 11.11. um 11.11 Uhr startete die fünfte Jahreszeit. Bis Aschermittwoch verwandelt sich Dietenheim im südöstlichen Alb-Donau-Kreis dann in die Faschingshochburg „Ranzenburg“. Die dortige Fasnet sei besonders, so Jürgen Peter, Präsident der Ranzenburger Narrenzunft e.V.: Zum einen gebe es in Dietenheim den rheinischen Karneval, bestehend aus Hofstaat, Prinzenpaar und Hofnarren, wie es sein Verein vertrete, aber auch verschiedene Narrenzünfte der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Peter sagt, die schwäbisch-alemannischen Narrenzünfte seien auch an ihren Narrenkostümen, dem sogenannten Narrenhäs, erkennbar.
Bei der Ranzenburger Narrenzunft beginnt die Kampagne im November traditionell mit der Vorstellung des Prinzenpaars. Das ausgewählte Paar präsentiert die Narrenzunft bei verschiedenen Terminen wie dem Hofball. Dieser findet jährlich in der „Narrhalla“, der Stadthalle von Dietenheim, statt.
Rosenmontagsball, Narrenmesse und Fasnetsumzug
Die Veranstaltungen am Faschingssonntag organisieren die Mitglieder der Ranzenburger Narrenzunft ebenfalls selbst: Dieses Jahr am 15. Februar um 9.31 Uhr beginnt die Narrenmesse in der St.-Martinus-Kirche und um 14.01 Uhr startet der große Fasnetsumzug mit anschließender Party in der Stadthalle. Peter sagt, am darauffolgenden Rosenmontag präsentiere die Narrenzunft bei ihrem Rosenmontagsball dann die Höhepunkte der aktuellen Kampagne. Den Abschluss der diesjährigen Saison bildet anschließend der Kehraus am Faschingsdienstag.
Als Vorstand ist Jürgen Peter während der fünften Jahreszeit gut beschäftigt: Unter der Woche nimmt er beispielsweise an Sitzungen teil. Damit er sein Amt neben seinem Vollzeitjob gut erfüllen kann, hält ihm auch seine Frau Tanja den Rücken frei. Denn in seiner Funktion als Fasnetspräsident organisiert und plant er zusammen mit der Vorstandschaft und anderen Vereinen die Fasnacht in Dietenheim mit. Die Hauptarbeit beginne vier Wochen vor dem 11. November. Der Verein trifft sich aber das ganze Jahr über.


Tradition weiter erhalten
Ab Mai startet das aufwendige Training für die Prinzengarde, im August folgen dann einmal wöchentlich die weiteren Garde-Gruppen. Die Kostüme für die Auftritte stellt der Verein. Fasnetspräsident Peter zeigt sich dankbar. Er sagt: „Eine Fasnet in Ranzenburg wäre ohne die Unterstützung der Stadt in diesem Maße nicht möglich.“
Insgesamt rund 270 Mitglieder zählt der Verein mit vier Garden. Nachwuchsprobleme habe die Prinzengarde der Ranzenburger Narrenzunft keine, verrät Peter. Er sagt, die Narrenzunft habe auch heutzutage noch das Luxusproblem, dass Eltern ihre Töchter fast schon mit der Geburt für die Kindergarde anmelden müssen, damit diese dort einen Platz bekommen. Nach der Kindergarde folgt die Jugendgarde und die Showtanzgruppe. Das Ziel aller Gardekinder sei aber später die Prinzengarde, so Peter. Seine beiden Töchter hätten auch in der Kindergarde begonnen und die Ältere feiere nächstes Jahr ihr 20-jähriges Gardejubiläum.
Mit Erhalt der Auszeichnung „goldenes Tanzmariechen“ nach 20 Jahren sei aber dann bei vielen Tänzerinnen die aktive Teilnahme in einer Garde langsam vorbei. Laut Peter liegt die Entscheidung über das Ende aber bei den Tanzmariechen selbst. Auch außerhalb der Garden gibt es bei der Ranzenburger Narrenzunft das ganze Jahr über Mitmachmöglichkeiten für Jung und Alt. Der Verein ist immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern für den Elferrat. „Wir haben eine gute Gemeinschaft und freuen uns über jeden, der Interesse hat, Tradition weiterzuleben“, so Peter. Sabrina Hartmann.
Info
Mehr über die Ranzenburger Narrenzunft und die aktuellen Fasnetstermine im Internet unter: www.ranzenburger-narrenzunft.de