Gemeinsam helfen
Sonderveröffentlichung

Consenio - Tagespflege Gemeinsam helfen

Vielen Menschen ist es eine Herzensangelegenheit, ihre Angehörigen zu Hause zu versorgen und zu pflegen. Damit man dabei aber nicht selbst zu kurz kommt, gibt es Hilfe über die Tagespflege.

In der Tagespflege werden Pflegebedürftige nicht nur bestens betreut, sondern erleben auch Gemeinschaft, während ihre Angehörigen entlastet werden. Foto: Robert Kneschke/Adobestock

21.06.2023

So vieles im Leben geht einfacher, wenn Menschen zusammenhelfen und an einem Strang ziehen. Das gilt besonders, wenn es um die Pflege von Angehörigen geht. Pflege findet in Deutschland überwiegend zu Hause statt. Von den fünf Millionen Pflegebedürftigen werden 4,2 Millionen von Angehörigen versorgt. Wie eine Studie der Hochschule Osnabrück im Auftrag des Sozialverbands VdK ergab, haben sich neun von zehn Pflegenden bewusst für diese Aufgabe entschieden und finden auch viel Positives daran. Dennoch ist die Überforderung oft groß. Mehr als ein Drittel gibt an, dass die Pflege nur unter Schwierigkeiten oder eigentlich gar nicht mehr zu bewältigen sei, sechs von zehn Pflegenden vernachlässigen ihre eigene Gesundheit. Das kann langfristig schlimme Folgen haben.

Ohne Selbstfürsorge geht es nicht

Für pflegende Angehörige ist die Selbstfürsorge daher von zentraler Bedeutung. Um nicht stückweise in eine Überforderungssituation hineinzurutschen, sollten sich alle Beteiligten rechtzeitig mit diesem Thema auseinandersetzen und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Ressourcen ermitteln, Bedürfnisse wahrnehmen

Vor allem gehe es darum, die eigenen Ressourcen zu kennen und einzuschätzen, wozu man als Pflegender in der Lage ist. Außerdem sollten sich pflegende Angehörige gerade zu Beginn unbedingt fachkundig beraten lassen. Experten von zum Beispiel Sozialverbänden, Pflegestützpunkten oder Landratsämtern ermitteln gemeinsam mit den Pflegenden die Situation und geben Tipps, wie man neben der Sorge um den Pflegebedürftigen auch seine eigenen Bedürfnisse wahrnimmt, gut für sich sorgt und möglichst gesund bleibt. So ist es etwa wichtig, Anzeichen von Überlastung wie ständige Müdigkeit, Schmerzen, Ängste und Gereiztheit rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

5 Millionen Menschen in Deutschland waren im Jahr 2021 pflegebedürftig. Der überwiegende Teil der Pflegebedürftigen ist älter als 60 Jahre.

Quelle: Statista

Hilfe annehmen und organisieren

Einrichtungen aus dem Bereich der Tagespflege können Angehörigen da enorm helfen. Denn hier ist die Hilfe auf jeden pflegebedürftigen Menschen individuell zugeschnitten. Doch was genau verbirgt sich hinter dem Begriff der Tagespflege? Das Bundesministerium für Gesundheit definiert das so: „Die Tagespflege wird in der Regel von Pflegebedürftigen in Anspruch genommen, deren Angehörige tagsüber berufstätig sind. Die Pflegebedürftigen werden meist morgens abgeholt und nachmittags zurück nach Hause gebracht.“ Während die Menschen den Tag also mit anderen Menschen gemeinsam und betreut von Fachpersonal in einer Einrichtung der Tagespflege verbringen, verbringen sie die Nacht zu Hause in ihrem vertrauten Bett. Da die Pflegebedürftigen also nur ihren Tag in der Pflegeeinrichtung verbringen, zählt die Tagespflege als teilstationäre Betreuung.

Wie verteilen sich die Kosten?

Im Rahmen der Leistungshöchstbeträge übernimmt die Pflegekasse die pflegebedingten Aufwendungen, einschließlich der Aufwendungen für Betreuung und die Aufwendungen für die in der notwendigen Einrichtung Leistungen der medizinischen Behandlungspflege. Die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie gesondert berechenbare Investitionskosten müssen dagegen grundsätzlich privat getragen werden, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit weiter. Die Höhe des finanziellen Zuschusses richtet sich dabei nach dem Pflegegrad, in den die zu pflegende Person eingestuft wurde.

Ein wertvoller Tag

Die Tagespflege dient aber natürlich nicht nur der Entlastung von pflegenden Angehörigen, sondern soll auch die Lebensqualität der zu pflegenden Menschen steigern. So werden zum Beispiel gemeinsame Aktivitäten wie Kochen, Gymnastik, Gartenarbeit, Tanz oder auch die sogenannte Erinnerungspflege angeboten. Mitunter werden auch Ausflüge angeboten. Der soziale Kontakt mit anderen Menschen ist dabei besonders wertvoll und trägt im hohen Maße dazu bei, dass sich die Pflegebedürftigen als Teil der Gemeinschaft wahrnehmen und das Gefühl haben, einer Gruppe von Menschen anzugehören, die ähnliche Einstellungen, Erfahrungen und Erlebnisse teilt. djd/as

Was sind Investitionskosten?

Die Investitionskosten gehören zu den Kosten, die die zu pflegende Person aus eigener Tasche zahlen muss. Sie werden nicht von der Kasse übernommen. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff eigentlich?

Investitionskosten sind die Kosten, die die Einrichtung hat, um die für die Tagespflege genutzten Gebäude in Stand zuhalten oder auch zu modernisieren. Auch Kosten für die Küche oder Gemeinschaftsräume fallen darunter.