Sonderveröffentlichung

Digitale Nacht der Ausbildung Die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken: „Es ist einfach und unkompliziert“

Dass die „Nacht der Ausbildung“ ein weiteres Mal digital stattfindet, stand schon früh fest. Im Interview verrät das Organisations-Team, wie die Vorbereitungen liefen und was die Jugendlichen bei ihrem virtuellen Auftritt beachten sollten.

Philipp Wagner, Sarah Vogt, Patrick Gündisch und Lutz Härterich (von links) organisieren die Nacht der Ausbildung. Kollege Kai Nowak fehlt auf dieser Collage. Foto: privat

26.09.2021

Welche Erfahrungen und Erkenntnisse konnten Sie aus der ersten digitalen Veranstaltung im vergangenen Jahr gewinnen?

Patrick Gündisch: Das letzte Jahr hat uns gezeigt, dass ein solches Format erstmal wachsen und bei den Schülern ankommen muss. Die Hürde sich in ein Live-Meeting zu klicken war doch relativ hoch, jedoch haben viele Unternehmen mit einem lockeren Dialog und informativen Gesprächen zum Verweilen animiert. Wir alle lernen bei jeder Veranstaltung dazu und entwickeln neue Ideen und Ansätze.

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Wie war das Feedback von den teilnehmenden Unternehmen? Was haben die Jugendlichen zum Online-Format gesagt?

Lutz Härterich: Die teilnehmenden Unternehmen waren dankbar, dass wir weiterhin das erfolgreiche Konzept der Nacht der Ausbildung angeboten haben. Für viele Unternehmen wäre es im Alleingang schwierig geworden, eine digitale Auszubildendensuche in dieser Qualität und diesem Umfang, auf die Beine zu stellen. Des Weiteren hat die digitale Version der Nacht der Ausbildung einen Wandel für die Zukunft mit sich gebracht: Die Unternehmen wünschen sich für die Zukunft, dass neben der physischen Nacht der Ausbildung, digitale Elemente weiterhin bestehen bleiben – vor allem das Konzept der Homepage.

Die Jugendlichen waren sehr zufrieden mit der digitalen Variante. Sich von Zuhause auf dem Sofa über Ausbildungsstellen zu informieren ist einfach undunkompliziert.

Dieses Jahr findet die Nacht der Ausbildung wieder digital statt. Was hat Sie zu dieser Entscheidung bewogen?

Patrick Gündisch: Die Entscheidung haben wir aus zwei einfachen Gründen getroffen: Zum einen steht die Gesundheit unserer Teilnehmer an erster Stelle und bei solchen Entscheidungen gehen wir kein Risiko ein. Und zum anderen müssen wir diese Veranstaltungen ja auch planen. Somit war für uns relativ schnell klar, dass wir die physische Nacht der Ausbildung noch einmal verschieben werden.

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Wie liefen die Vorbereitungen? Gab es auch Schwierigkeiten?

Sarah Vogt: Die Vorbereitungen liefen insgesamt gut. Unter dem Projektteam sind die „alten Hasen“, die den generellen Ablauf von der Nacht der Ausbildung sehr gut kennen. Wir standen eben wieder vor der Herausforderung die Planung rein über Zoom-Meetings abzuhalten, da wir schon im März damit begonnen haben. Die gängigen WJ-Veranstaltungen in Präsenz sind ausgeblieben, wo man den ein oder anderen WJ-Kollegen normalerweise noch auf das Projekt ansprechen kann und motivieren kann, mitzuhelfen. Trotzdem ist es klasse, dass man auch über digitale Meetings neue WJ-Kollegen kennenlernt und gemeinsam Erfolg hat.

Wäre auch eine hybride Veranstaltung denkbar gewesen?

Philipp Wagner: Wir haben lange über die Möglichkeit einer Präsenzveranstaltung diskutiert, denn die einzelnen Firmen vor Ort in Augenschein zu nehmen ist ein Alleinstellungsmerkmal unserer Veranstaltung. Da wir aber auch eine planbare und sichere Veranstaltung für die Firmen gewährleisten wollten, haben wir uns für eine rein digitale Nacht der Ausbildung entschieden.

Was sind die Vorteile einer digitalen Veranstaltung? Gibt es auch Nachteile?

Kai Nowak: Die Vorteile einer digitalen Veranstaltung liegen sicherlich in der einfachen Zugangsmöglichkeit „vom Sofa aus“. Zudem können die interessierten Teilnehmer schneller zwischen den Unternehmen „pendeln“ und sich einen weitreichenderen Überblick über den möglicherweise zukünftigen Arbeitgeber verschaffen. Von Nachteil sehen die Unternehmen den fehlenden persönlichen „face-to-face Kontakt“ und die Möglichkeit ihren Betrieb „live“ zu präsentieren. Dies kann natürlich in einem zweiten Termin beim Unternehmen vor Ort nachgeholt werden. Zudem könnten Probleme mit der Internetbandbreite die Sprachverständlichkeit und Sichtbarkeit der Teilnehmer einschränken.

Wie läuft der Live-Talk am Donnerstagabend, 30. September, genau ab?

Kai Nowak: Der Live-Talk beginnt um 17 Uhr zunächst in einem zentralen „Bahnhof“. Hier werden den Teilnehmern kurz die Spielregeln und die Zoom-Plattform erklärt. Dann kann es auch schon losgehen. Alle am Live-Talk teilnehmenden Unternehmen haben vorab einen eigenen Meetingraum erhalten. Auf den jeweiligen Firmenportalen wird dieser Link hinterlegt und die Teilnehmer können, ohne sich registrieren zu müssen, dort einsteigen und sich von den Unternehmen informieren lassen.

Wie können sich die Jugendlichen auf dieses Event vorbereiten? Haben Sie Tipps zum „virtuellen Auftreten“?

Sarah Vogt: Wichtigste Voraussetzung ist eine stabile Internetverbindung. Als Endgerät würde ich einen Laptop oder PC mit Kamera empfehlen. Nicht unbedingt das Handy, sonst ist das Video möglicherweise verwackelt. Störgeräusche im Hintergrund, wie beispielsweise ein Fernseher, ein Radio oder ähnliches, sollten ausgeschaltet sein und idealerweise positionieren sich die Jugendlichen vor einem hellen neutralen Hintergrund. Es ist für alle am schönsten, wenn auch die Jugendlichen ihr Video einschalten. So gelingt mit Sicherheit ein angenehmes und persönliches Gespräch.

Wie können die Wirtschaftsjunioren die Jugendlichen beim Live-Event konkret unterstützen?

Lutz Härterich: Wir versuchen die Jugendlichen zu unterstützen, indem wir die Teilnahme so einfach wie möglich gestalten. Es gibt keine „Registrierungs-Pflicht“ oder Abgabe persönlicher Daten, um teilnehmen zu können. Das System ist mit allen Geräten kompatibel und sehr verständlich aufgebaut.

Wenn die Jugendlichen Fragen haben, wie sie in die diversen Live-Talk-Räume kommen, helfen wir ihnen weiter und geben Tipps und Hinweise, wie das System vollumfänglich genutzt werden kann. Auch bei der Wahl des Ausbildungsberufes stehen wir den Jugendlichen mit Rat und Tat zur Seite. Es kommt hin und wieder vor, dass ein Jugendlicher noch nicht weiß, welche Berufsausbildung er absolvieren möchte. In diesen Fällen erfragen wir seine persönlichen Vorlieben und Präferenzen und geben ihm Tipps und Vorschläge. Danach vermitteln wir ihn an Firmen die passende Ausbildungsstellen anbieten.

Wie wird die „Nacht der Ausbildung“ in Zukunft aussehen?

Patrick Gündisch: Wir alle freuen uns wieder darauf, die Schüler mit den Bussen zu den teilnehmenden Unternehmen fahren zu können. Jedoch ist uns auch wichtig, die digitalen Möglichkeiten voll auszuschöpfen und den Schülern ein Höchstmaß an Informationen rund um das Thema Ausbildung, Studium, Unternehmen und Berufe in unserer schönen Region Heilbronn-Franken bereitstellen zu können. Wir möchten in Zukunft die physische und die digitale Nacht der Ausbildung anbieten können. Eileen Scheiner