Industriegebiet Ulm: Das Donautal denkt an die Zukunft
Sonderveröffentlichung

Experten im Donautal Industriegebiet Ulm: Das Donautal denkt an die Zukunft

Weiterentwicklung vorantreiben: Nahversorgung und Verkehr sind aktuell die zwei großen Themen im Industriegebiet. Im Donautal wurde kürzlich ein 24-Stunden-Supermarkt eröffnet

Im Donautal soll ein neues Hauptroutennetz für Fahrradfahrer entstehen mit sicheren Radwegen. FOTO: MATTHIAS KESSLER

26.10.2023

Die Initiative Donautal Connect hat mit der Unterstützung der Uni Ulm und der Stadt Ulm eine Umfrage im Gewerbegebiet Donautal durchgeführt, mit dem Ziel die Weiterentwicklung des Industriegebiets voranzutreiben. Es haben rund 3600 Beschäftigte teilgenommen.

Eine wichtige Frage war: Wie kommen die rund 20.000 Arbeitnehmer an ihren Arbeitsplatz? Die Antworten haben gezeigt, dass für rund 80 Prozent das Auto noch immer die beliebteste Wahl für den täglichen Arbeitsweg ist. Die Gründe sind eine schlechte Anbindung des Wohnortes an das Industriegebiet (65,4 Prozent), die Fahrzeiten des ÖPNV sind zu unflexibel (59,9 Prozent) oder die Fahrt dauert zu lange (61 Prozent).

Aber es könnten sich auch gut die Hälfte der Befragten einen Umstieg auf den ÖPNV vorstellen, wenn dieser ausgebaut wird und/oder es vergünstigte Tickets für Berufspendler gäbe. Eine weitere Frage war: Was vermissen die Menschen im Donautal? Am meisten fehlen laut den Befragten Einkaufsmöglichkeiten, ein Bäcker oder Restaurants. Außerdem wurde bemängelt, dass es zu wenige Parkplätze mit Ladestationen für Elektroautos gibt. Aufgrund der Ergebnisse der Umfrage wurden verschiedene Maßnahmen ergriffen, um das Donautal weiterzuentwickeln.

Nahversorgung: ein 24/7 Tante-Emma-Laden

Vor Kurzem hat im Donautal der erste digitale 24-StundenSupermarkt eröffnet. Er soll die Nahversorgung im Industriegebiet verbessern. „DeinEmma - Deine 24/7 Tante“, wie das Projekt offiziell heißt, ist ein digitaler Supermarkt, der rund um die Uhr geöffnet hat. Ein echtes Novum in der am 25. September Region wurde das Projekt feierlich eingeweiht. Die Idee stammt von Josef Klein, Juniorchef der Metzgerei Klein in Nersingen-Straß. Er ist der Betreiber und Investor des Projekts. Im Rahmen einer Projektarbeit bei einer Fortbildung zum Betriebswirt hat der 25-Jährige sich mit zukunftsweisenden Verkaufsstrategien beschäftigt und kam so auf die Idee, einen digitalen Supermarkt ins Leben zu rufen. Umgesetzt wurde das in der Region einmalige Projekt zusammen mit der Initiative Donautal Connect. Rund 450 Artikel gibt es bei „DeinEmma“ auf Vorrat - von der Zahnpasta über Schokolade, Tee und Wurstwaren bis hin zu Milchprodukten, die auch für Menschen mit Laktoseintoleranz geeignet sind. Die Bezahlung läuft bargeldlos, das System akzeptiert alle gängigen Debit- und Kreditkarten.

Die „Mobil-Denker“, ein Fachbüro für nachhaltige Verkehrsplanung, haben im Auftrag der Stadt Ulm die Radverkehrs-Infrastruktur im Donautal bewertet. Das Ergebnis fiel eher schlecht aus. Das liegt zum einen am hohen Aufkommen von und Schwerlasttransporten zum anderen haben die Fahrradfahrer schlicht zu wenig Platz. Dabei verlaufen aktuell rund 20 Kilometer Radweg durch das Industriegebiet. Allerdings sind die Strecken veraltet und weisen einige gefährliche Stellen auf.

Auch die Initiative Donautal Connect und die Uni Ulm haben bei einem gemeinsamen Workshop von den Beschäftigten die Rückmeldung erhalten, dass die Radwege mitunter gefährlich seien. Nun hat die Stadt Ulm gemeinsam mit dem Fachbüro „Mobil-Denker“ ein Hauptroutennetz entwickelt, das sicheres Fahren ermöglichen soll. Die künftige Hauptroute durch das Donautal soll von Norden kommend über die Daimlerstraße, den Heuweg und die Nicolaus-Otto-Straße verlaufen. Als wichtige Querverbindungen sind die Graf-Arco-Straße sowie die Verlängerung des Heuwegs Richtung Hans-Lorenser-Straße geplant. Die Radwege sollen rund drei Meter breit und asphaltiert sein, für mehr Sicherheit.