Zahl der Ladestationen nimmt zu – Schutz vor Überspannung beachten
Sonderveröffentlichung

„Einfach elektrisierend“ Zahl der Ladestationen nimmt zu – Schutz vor Überspannung beachten

Immer mehr Ladestationen werden installiert - auch dank der Förderungen des Bundes. Sicherheitsaspekte wie der Überspannungsschutz müssen dabei beachtet werden.

Wenn der Blitz einschlägt, können Ladeeinrichtung und angeschlossenes Fahrzeug stark beschädigt werden. Verhindert wird dies durch einen passenden Blitz- und Überspannungschutz. Foto:Stock.Adobe.com/RonaldRampsch/swa182

11.05.2021

Das Interesse an E-Mobilität wächst rasant: Waren zum 1. Januar 2020 noch etwas mehr als 136 000 Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs, sind heute annähernd 310 000 Elektroautos zugelassen – eine Steigerung von mehr als 125 Prozent. Damit E-Mobilität flächendeckend funktionieren kann, ist der Ausbau einer entsprechenden Ladeinfrastruktur notwendig im öffentlichen und halböffentlichen Raum, aber auch im privaten Bereich. „Tatsächlich nimmt die Installation von privaten Ladestationen stetig zu“, weiß Jürgen Taxis, Obermeister der Elektro-Innung Göppingen, „befeuert durch die aktuellen Bundeszuschüsse in Höhe von 900 Euro für private Ladeeinrichtungen in Wohngebäuden.“ Die Nationale Plattform Elektromobilität rechnet gar mit einem Anstieg auf 3,5 Millionen Ladepunkte in privaten Haushalten bis zum Jahr 2025.

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Die Fachleute der ElektroInnung beraten gerne in Sachen E-Mobilität und installieren bei Bedarf einen Ladepunkt – professionell und sicher. Foto: Elektro-Innung

Innungsbetriebe beraten zu Installation und sicherem Laden

Mit einem einfachen Einstecken und Laden ist es aber in der Regel nicht getan: Bevor eine Ladestation installiert wird, muss geprüft werden, ob bei der bestehenden Elektroanlage eine höhere Dauerstrombelastung für die individuellen Erwartungen möglich ist.

"Eine Blitzentladung kann einen Schadensradius von zwei Kilometern haben."

Jürgen Taxis, Obermeister Elektro-Innung

„Die Profis aus dem E-Handwerk – und insbesondere die extra hierfür geschulten Innungsbetriebe – beraten gerne individuell nach den jeweiligen Anforderungen des Fahrzeugs und der bestehenden Elektroanlage“, sagt Jürgen Taxis. Die Experten kümmern sich auch um die Sicherheit, denn: Um Ladestationen und angeschlossene Fahrzeuge bei Gewitter und Blitzschlag vor Schäden zu bewahren, müssen die Ladeeinrichtungen unbedingt mit einem passenden Blitz- und Überspannungsschutz ausgestattet sein.

Überspannung kann Ladepunkt und E-Fahrzeug beschädigen

In allen Ladeeinrichtungen werden sensible elektronische Komponenten verbaut, bei denen ein hohes Risiko hinsichtlich Blitz- und Überspannungschäden besteht. Vor allem Anlagen im Außenbereich, wie es bei öffentlichen und halböffentlichen Stationen oft der Fall ist, sind dafür anfällig. Dabei muss der Blitz nicht einmal direkt einschlagen: „Eine Blitzentladung kann einen Schadensradius von bis zu zwei Kilometern haben“, weiß Jürgen Taxis. Doch nicht nur die Ladeeinrichtung selbst, auch das angeschlossene Fahrzeug kann durch eine Überspannung beschädigt werden. Betroffen sind oft Laderegler und Batterien – die Folge teure Reparaturen. „Damit nichts passiert, wenn es zu einer Überspannung kommt, müssen je nach Art und Standort der Ladeeinrichtung verschiedene Schutzverordnungen eingehalten werden“, so Jürgen Taxis. „Die Fachleute des E-Handwerks wissen genau, was sie berücksichtigen müssen und wählen den richtigen Schutz in Abhängigkeit der auftretenden Gefährdung aus. So müssen auch bei starken Gewittern keine Schäden an Ladepunkt und E-Auto befürchtet werden.“

Schule und Innung: Hand in Hand für die Ausbildung

Aus der Innung

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Jürgen Taxis,
Obermeister der
Elektro-Innung Göppingen

Als Obermeister der Elektro- Innung Göppingen liegen mir die Qualität des Handwerks und damit einhergehend auch die Qualität der Ausbildung besonders am Herzen. Unsere Fachbetriebe und die Berufsschule legen großen Wert darauf, die Auszubildenden mit dem Wissen und allen Kenntnissen auszustatten, die sie benötigen, um als Gesellen die besten Leistungen zu erbringen. Dass bei der vergangenen Gesellenprüfung die Ergebnisse der Prüflinge nicht so erfolgreich waren, ist aber keinesfalls der engagierten Ausbildungsarbeit in den Betrieben und schon gar nicht der Kompetenz der Berufsschule zuzuschreiben. Wir wissen die Leistung der Berufsschule sehr zu schätzen und wissen auch, dass sie unter den erschwerten Umständen durch die Pandemie einen bestmöglichen Unterricht anbietet.

Leider schlagen sich diese Umstände auf die Ergebnisse der Prüflinge zurück. Schule, Betriebe und nicht zuletzt die Auszubildenden werden mit dieser Herausforderung von der Politik weitgehend alleingelassen und machen aber das Beste aus der Situation. Darum noch einmal: Die Schuld an den vergleichsweise schlechteren Prüfungs-Ergebnissen hat keinesfalls die Schule – denn alle an der Ausbildung Beteiligten haben ein gemeinsames Ziel: junge Leute fit für den Beruf im Elektrohandwerk zu machen, das beste Perspektiven bietet – krisensicher und modern.

Jürgen Taxis, Obermeister der Elektro-Innung Göppingen