Von Sebastian Unbehauen

Unsere Idee war von Anfang an: Wir müssen den Kunden viele Gründe geben, zu uns zu kommen“, sagt Getränkemarkt - Inhaber Michael Ley. Deshalb kann man sich im grünen Gebäude an der B 290 Richtung Rot am See nicht nur mit Erfrischungen versorgen, sondern in der Filiale der Post und im Hermes-Paketshop Sendungen aufgeben, in „Chorlys Brezelladen“ Ware von der Bäckerei Kretzschmar aus Obersteinach kaufen (auch sonnund feiertags), in Sandra Wolfingers Geschäft „Blatt & Blüte Naturwerk“ nach einem Geschenk stöbern – oder sich mit „absolut regionalen“ (so Ley) Lebensmitteln eindecken.

Die Kartoffeln etwa kommen von der Familie Borg, die ihren Hof gerade einmal in rund 200 Metern Entfernung zum Getränkemarkt umtreibt. Daneben gibt’s etwa Eier aus Niederwinden, Wurst- und Fleischprodukte von der Metzgerei Gehring aus Hilgartshausen, Gummibärchen aus Schainbach, und, und, und. Saisonale Ware ist tatsächlich nur in der Saison erhältlich. „Spargel aus Griechenland finden Sie bei uns jedenfalls nicht“, sagt Ley.

Das Konzept kommt an, Ley ist zufrieden mit dem ersten Jahr, nachdem er den Sprung von der Blaufeldener Straße mit 120 Quadratmetern Verkaufsfläche in den Sprudelweg mit 1650 Quadratmetern Fläche gewagt hat. Damals umfasste das Team vier, heute 15 Mitarbeiter. „Ihnen muss ich ein großes Kompliment machen. Das Personal hat sich super entwickelt“, sagt Ley.

Sorten regionaler Brauereien

Kernkompetenz des Marktes bleiben natürlich die Getränke – und hier gibt es am Freitag, 29. November, ein Biertasting-Event. Christoph Kumpf, der Geschäftsführer der Kaiser-Brauerei in Geislingen, kommt, um den Teilnehmern zehn Biersorten von verschiedenen regionalen Brauereien – samt Infos etwa zu Herkunft und Machart – vorzustellen. Dazu gibt’s ein Vesper-Büfett und Wurstsalat. Nach der Probe kann noch gemütlich beieinandergesessen werden. Ähnliche Tasting-Events, zum Beispiel auch mit Wein oder Whiskey, soll es demnächst regelmäßig geben.

Info: Für die Bierprobe kann man sich im Markt gegen Bezahlung anmelden.


Beachtliches Angebot

Nicht nur die Gemeinde sorgt für ein interessantes Kulturprogramm.

Wallhausen. Wer gerne kulturelle Veranstaltungen besucht und in Wallhausen lebt, muss nicht zwangsläufig in die Ferne schweifen, sondern bekommt auch vor Ort einiges geboten. Die Gemeinde selbst stellt Jahr für Jahr ein beachtliches Programm auf die Beine. Zuletzt sollte die Kabarettistin Christine Eixenberger im Kulturhaus für Lacher sorgen. Ihr Auftritt musste aber auf Samstag, 14. März, verschoben werden. Zuvor – am Samstag, 1. Februar, gibt der Pianist Ramin Bahrami ein Sondergastspiel im Kulturhaus.

Zusätzlich stellen Peter Dietz, der Verein Aktive Senioren und der Kabarettist Christoph Maul neuerdings die Reihe „Kleinkunst im Gartensaal“ im DS-Seniorenzentrum auf die Beine. Maul ist am Sonntag selbst aufgetreten. Es folgt im nächsten Jahr der mittelfränkische Kabarettist Jochen Schaible (Samstag, 7. März). Zudem ist ein Auftritt der Hohenloher Mundartband Iwwerzwerch am Samstag, 18. April, geplant. Damit nicht genug: Auch in der Synagoge und im Bürgersaal Michelbach ist regelmäßig etwas geboten. sebu

Zahlen, Daten, Fakten zur Gemeinde Wallhausen

Geschichte: Vor 1806 wurden Wallhausen, Hengstfeld und Michelbach an der Lücke zu verschiedenen Zeiten von verschiedenen Herrschaften regiert. Zusammen gehörten die heutigen Teilorte damals nicht. Erst 1806, unter Napoleon, fielen sie gemeinsam an Bayern und 1810 an Württemberg. Bis 1938 gehörten sie zum Oberamt Gerabronn, bis 1972 zum Landkreis Crailsheim, seither zum Kreis Hall. Michelbach an der Lücke bekam diesen Namen, weil es an einem Durchlass der Landhege lag – aber außerhalb Rothenburger Gebiets. Seit 1710 war in Michelbach eine jüdische Siedlung bekannt, im 19. Jahrhundert waren fast ein Drittel der Bewohner Juden. Von dieser Geschichte zeugen heute die ehemalige Synagoge und der jüdische Friedhof außerhalb des Dorfs. In der Nazizeit wurden die verbliebenen Juden deportiert und ermordet. Nur Moritz Eichberg und Thea Gundelfinger überlebten.

Einwohner: 3716 (Stand: 31. Dezember 2018)

Wohnbaugebiete: Aktuell gibt es in der Gemeinde Wallhausen kaum noch freie Bauplätze – aber das Bebauungsplanverfahren für das Gebiet „Hochholz“ am Rande des Hauptorts läuft. Direkt anschließend an das Gebiet „Grund“ sollen Richtung Norden rund 35 Bauplätze entstehen.

Gewerbegebiete: In Wallhausen steht derzeit keine Fläche für gewerbliche Ansiedlungen zur Verfügung. Wann wieder solche Flächen ausgewiesen werden können, ist unklar.

Kindergärten: Im Kindergarten „Schatztruhe“ in Wallhausen gibt es fünf Regelgruppen sowie zwei Kinderkrippen „Raupengruppe“ und „Küken“ in unmittelbarer Nachbarschaft. Die Kindergärten „Schatzinsel“ in Hengstfeld und „Wunderkiste“ in Michelbach bieten jeweils eine Regelgruppe. Die Gemeinde ist in allen Fällen Träger der überkonfessionellen Einrichtungen.

Schule: Die Julius-Wengert-Grundschule in Wallhausen wird von Schülern aus dem ganzen Gemeindegebiet besucht. Seit dem Schuljahr 2012/2013 gibt es ein Ganztagsbetreuungsangebot mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und „genügend Zeit zum Lesen, Spielen und Herumtoben“, so die Schule.

Kirchen: Evangelisches Pfarramt Wallhausen (Kirche St. Veit, Pfarrer Stefan Brender), evangelisches Pfarramt Hengstfeld-Michelbach/Lücke (Kirchen St. Lambert in Hengstfeld und St. Michael in Michelbach, Pfarrer Markus Hammer), evangelische Kirchengemeinde Schainbach (dem Pfarramt Wallhausen zugeordnet, Jakobuskirche, Pfarrer Stefan Brender). Katholiken werden vom katholischen Pfarramt in Rot am See betreut.

Bäder: Das kommunale Naturerlebnisbad in Wallhausen und das Freibad in Hengstfeld, das vom Verein „Familienfreibad Hengstfeld betrieben wird, laden im Sommer zum Erfrischen ein.

Versammlungsräume: Kulturhaus Wallhausen (mit „Blauem Saal“), Turn- und Festhalle Hengstfeld, Festsaal in Michelbach/Lücke, Bürgersaal im Bürgerhaus Michelbach/Lücke, Rathaussaal in Wallhausen.

Vereine: Aktive Senioren, Bauernverbands-Ortsgruppe, Bund der Selbstständigen, Deutsches Rotes Kreuz, DLRG, Familienfreibad Hengstfeld, FC Bayern Fanclub Red Bulls Hohenlohe, Förderverein der Julius-Wengert-Schule, Förderverein Bürgerhaus Michelbach, Förderverein Familienfreibad Hengstfeld, Förderverein jüdischer Gedenkstätten in der Gemeinde Wallhausen, Förderverein der Spvgg Hengstfeld-Wallhausen, Forstbetriebsgemeinschaft Hengstfeld, Fritzengesellschaft Hengstfeld, Heißluft-Ballöner Wallhausen, Jagdgenossenschaft Hengstfeld, Jugendmusikzug Wallhausen, Krankenpflegeförderverein Wallhausen, KSV „Wolf“, Landfrauen Wallhausen, Liederkranz Michelbach/Lücke-Gailroth, Michelbacher Dorfjugend, Michelbacher Musikschule, Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Wallhausen, Obst- und Gartenbauverein Wallhausen, Schnupfclub Michelbach/Lücke, Schützenverein Hengstfeld, Schwäbischer Albverein Wallhausen, Spvgg Hengstfeld-Wallhausen, Tanzsportclub Wallhausen, VDK Ortsverband Wallhausen-Hengstfeld-Michelbach

Sehenswürdigkeiten: Wasserturm (mit Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe, den Schlüssel gibt es im Rathaus), ehemalige Synagoge und jüdischer Friedhof Michelbach (Besichtigungen und Führungen nach Vereinbarung unter Telefon 0 79 55 / 14 40 oder Telefon 0 79 58 / 82 48), historischer Ortsarrest Hengstfeld (Übernachtung bei Wasser und Brot unter Telefon 0 79 55 / 93 81 11 buchbar), Dorfschulmuseum und Julius-Wengert-Zimmer in Hengstfeld, historische Pumpstation Schainbach (Schlüssel im Rathaus), Jakobuskirche Schainbach

Söhne der Gemeinde: Adolf Jandorf (am 7. Februar 1870 in Hengstfeld geboren, Gründer des Kaufhauses des Westens (KDW) in Berlin), Julius Wengert (am 16. Oktober 1871 in Wallhausen geboren, Pädagoge, Komponist, Gauchormeister und königlicher Hofmusikdirektor) sebu