Von Iris Ruoss  

Schon 1882 wurde die Feuerwehr in Faurndau gegründet, damals mit der beachtlichen Mannschaftsstärke von 150 Feuerwehrmännern. Mit dem Bau der Wasserleitung 1910 wurde die Mannschaftsstärke deutlich reduziert, denn es wurden keine Wasserträger mehr benötigt. Das erste Gerätehaus der Wehr wurde 1957 gebaut, war jetzt deutlich in die Jahre gekommen und wies vielfältige Mängel auf: Fehlende Umkleideräume, Toiletten und Duschen, insgesamt zu wenig Räume für die Feuerwehrleute und auch die zu geringe Höhe der Einfahrtstore sorgten für Probleme. Von der Feuerwehr wurde ein Raum- und Flächenbedarfsplan entwickelt, der der Planung des städtischen Hochbau-Referats zugrunde gelegt wurde. Die Stadt sah dringenden Handlungsbedarf beim Faurndauer Löschzug.


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Der Ausbau des Standorts ist eine wichtige Investition in die Sicherheit der Bürgerschaft. Im ersten Bauabschnitt wurde jetzt die Fahrzeughalle fertig gestellt. Gebaut wurde auf der früheren Freifläche, östlich angrenzend an den Bestandsbau. Entstanden ist eine Fahrzeughalle mit vier Fahrzeugboxen, in denen auch Großlöschfahrzeuge Platz finden. Damit wird mehr Flexibilität in der Fahrzeugunterbringung ermöglicht. „Und die gesetzlichen Richtlinien werden eingehalten“, betont Kommandant Karlheinz Widmeyer. „Die Halle bietet eine Box mehr“, sagt Widmeyer. In die freie Fahrzeugbox soll ein Bootsanhänger, samt Boot kommen, da Faurndau auf die Wasserrettung spezialisiert ist.


Gelebte Kameradschaft gehört dazu.

Karlheinz Widmeyer
Feuerwehrkommandant


Die Gestaltung orientiert sich an den traufständigen Satteldachhäusern der Umgebungsbebauung. Die Fassade wurde mit Lärchenholzlatten verkleidet. Auf dem Gelände sind zusätzlich zwölf Stellplätze für die Feuerwehrleute vorgesehen.


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Am bisherigen Feuerwehrstandort hat man festgehalten. Er ist mit Blick auf die Erreichbarkeit und Ausrückzeiten als sehr gut einzustufen und auch bei den Feuerwehrleuten etabliert. Bei der Feuerwehr in Faurndau ist auch die Wasserrettung im Bereich der Fils angesiedelt.

Am zweiten Bauabschnitt wird derzeit gebaut

Im zweiten Bauabschnitt wird derzeit das Bestandsgebäude umgebaut und saniert. Rund acht Monate Bauzeit sind eingeplant. Es werden getrennte Umkleide- und Sanitärräume für die Feuerwehrmänner und -frauen eingebaut. Dazu kommen Aufenthalts-, Schulungs- und Verwaltungsräume. Im zweiten Obergeschoss bekommt die Jugendfeuerwehr ihr Domizil, es sind mehrere Räume eingeplant. Darüber hinaus wird auch eine Wohnung für ein Feuerwehrmitglied ausgebaut.


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Die Einsätze des Löschzugs werden in einer dezentralen Struktur in Göppingen bearbeitet, mit dem Einbau eines Funkraums im Erdgeschoss des Bestandsgebäudes wird eine eigenständige Führung bei Großschadensereignissen künftig ermöglicht. Der Standort Faurndau wird durch die Neu- und Umbaumaßnahmen nicht nur auf den Stand der Zeit gebracht, sondern auch deutlich gestärkt und aufgewertet. Die neue Fahrzeughalle wurde bereits eingeweiht. „Das Geld ist gut angelegt“, sagt Göppingens Oberbürgermeister Guido Till. Der Verwaltungschef würdigt auch das bürgerschaftliche Engagement der Freiwilligen Feuerwehr, denn: „Die Freiwillige Feuerwehr sorgt für die Sicherheit der Bürger, ehrenamtlich und mit hohem Freizeiteinsatz.“ Die Feuerwehrleute riskierten ihre eigene Gesundheit bei den Einsätzen. Die Aufgaben seien in den vergangenen Jahren immer anspruchsvoller und vielfältiger geworden, was auch der Kommandant der Göppinger Wehr, Karlheinz Widmeyer bestätigt. Mit dem Bau der Fahrzeughalle sieht er jetzt die Flexibilität der Fahrzeugunterbringung ermöglicht. Sowohl Erwachsene, als auch Jugendliche freuen sich schon auf die Fertigstellung ihres neuen Domizils in Faurndau.


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Die Feuerwehr in Faurndau

Mit 45 Aktiven und einer 18-köpfigen Jugendfeuerwehr ist Faurndau der stärkste der sieben Löschzüge in den Göppinger Stadtgebieten. Bei den aktiven Feuerwehrleuten sind 38 Männer und sieben Frauen im Einsatz. „Die soziale Komponente ist bei einer funktionierenden Feuerwehr nicht zu unterschätzen“, betont Kommandant Karlheinz Widmeyer. Alle zwei Wochen steht bei den Aktiven Dienst auf dem Programm, bei den Jugendlichen im Wochenturnus. „Gelebte Kameradschaft gehört dazu“, sagt der Kommandant.