An diesem Freitag, 22. November, feiert der TSV Boll sein 100-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der Festhalle. Beginn ist um 19.30 Uhr mit der Begrüßung durch den Vorsitzenden Lanthaler. Es folgen verschiedene Grußworte. Ehrungen stehen ebenso auf dem Programm wie ein Festvortrag von Frank Lanthaler und musikalische Beiträge des örtlichen Musikvereins. Der Feierstunde schließt sich ein Stehempfang an. Am Samstag, 23. November, richtet der Jubiläumsverein ab 15 Uhr außerdem einen Kindernachmittag aus – mit verschiedenen Spielstationen, einem Kinderschminken und anderem mehr.

Nachfolgend ein Streifzug durch die 100-jährige TSV-Geschichte. Unregelmäßig fand in Boll schon ab 1912 ein Spielbetrieb statt, die Gründung des TSV (durch Lehrer Fahl) datiert aus dem Jahr 1919. Nur zwei Jahre später trat der Verein dem neu gegründeten Starzel-Alb-Gau bei und nahm in den folgenden Jahren an verschiedenen Gauturnfesten teil. Als sich der Starzel-Alb-Gau 1933 auflöste, wurde der TSV Boll dem Gau Zollern-Schalksburg zugeteilt.

Bereits 1935 begann der Turnhallenneubau. Ein Jahr später im August wurde die Halle eingeweiht. Es folgte der Zweite Weltkrieg – und damit das komplette Erliegen des Sportbetriebs.
      

Beim Sommerfest des TSV Boll im Juli waren Spiel und Spaß Trumpf.
Beim Sommerfest des TSV Boll im Juli waren Spiel und Spaß Trumpf.

Nach dem Krieg, 1946, wurde im Gasthaus „Brauerei“ ein Fußballverein mit dem Namen SV Boll gegründet. Vorsitzender wurde Artur Killmaier. Die ersten Spiele wurden auf der „Lucke“ ausgetragen. Nach langen Verhandlungen wurde dem Verein ein Gelände im Gewann „Schwitzwiesen“ zugewiesen. Zwei Jahre später wurde Boll Meister der B-Klasse.

1951 schlossen sich die Turner und Fußballer zum Turn- und Sportverein zusammen. In den folgenden Jahren gehörte die neu gegründete Frauenriege des TSV Boll zu den Besten im Zollern-AlbGau. 1953 wurde die Fußballmannschaft Pokalsieger des Kreises Hechingen, und außerdem Meister in der B-Klasse. 1956 folgte der Abstieg aus der A-Klasse, 1957 der Wiederaufstieg.

Die nächsten Jahre waren geprägt von weiteren Auf- und Abstiegen der Bollemer Fußballer. Ein sportlicher Tiefpunkt datiert aus dem Jahr 1967: Der TSV stieg in die C-Klasse ab – und 1970 wieder auf. Im Jahr darauf wurde der Beschluss zum Sportheimbau gefasst. 5300 freiwillige und unentgeltliche Arbeitsstunden erbrachten die Mitglieder für ihr Domizil. 1972 wurde das Sportheim eingeweiht. In diesem Jahr stieg die „Erste“ des TSV außerdem in die A-Klasse auf.

1972 stand die Gründungsversammlung der Abteilung Tennis an. Fünf Jahre später wurde die Tennisanlage eingeweiht. Darüber hinaus wurde der Förderverein Turnhalle gegründet. Weitere acht Jahre später zählte die Abteilung Tennis 151 Mitglieder. Die logische Konsequenz: Bau des Tennishäusles und eines dritten Platzes.

Derweil stieg die erste Fußballmannschaft in die Bezirksliga auf – und wurde die neue Turnhalle am Sportplatz eingeweiht. Ein Jahr später, 1986, folgte die Einweihung des Tennishäusle. Da war Harry Pruss schon sechs Jahre Ehrenvorsitzender des TSV Boll.

1987 zählte der Verein erstmals über 500 Mitglieder, zugleich wurden Gespräche für einen zweiten Sportplatz aufgenommen. Der Feier des 80-jährigen Vereinsjubiläums 1999 folgte ein Jahr später die Modernisierung des Sportheims und noch ein Jahr später die Gründung der TSV Boll Marketing GbR.

Im Jahr 2004 entschloss sich der TSV Boll zur Gründung der Jugendspielgemeinschaft Hechingen. Sie wurde acht Jahre später wieder aufgelöst und dafür die Spielgemeinschaft mit Stein, Stetten und Sickingen gegründet. Den Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen 2009 – ins gleiche Jahr fiel die Einweihung des Minispielfelds – folgt nun die Feier zum 100-jährigen Jubiläum.