Sonderveröffentlichung

Turn- und Festhalle Schlatt Fast alle Wünsche der Vereine sind erfüllt

Dorfleben: Gut 1,7 Millionen Euro hat sich die Stadt Hechingen die Runderneuerung der fast 50 Jahre alten Schlattemer Halle kosten lassen. Das Ergebnis begeistert – vom elastischen Sportboden über die gute Akustik bis hin zur dreifach vergrößerten Küche.

Im modernen Küchentrakt: Erste Beigeordnete Dorothee Müllges, Ortsvorsteher Jürgen Schuler und Bürgermeister Philipp Hahn. Fotos: Hardy Kromer

10.05.2021

In Schlatt ist die Vorfreude auf das Ende des Lockdowns noch ein bisschen größer als anderswo. Denn wenn man sich endlich wieder zum Feiern treffen darf, wenn man endlich wieder gemeinsam Sport treiben darf und wenn es endlich wieder Konzerte, Aufführungen und (nächstes Jahr) Fasnet gibt, dann darf die Dorfgemeinschaft ihr neues Schmuckkästle in Besitz nehmen: die in zwölfmonatiger Arbeit für gut 1,7 Millionen Euro generalsanierte Turn- und Festhalle.

Architekturwerk

„Man sieht, dass die Stadtteile uns was wert sind“, sagte Hechingens Bürgermeister Philipp Hahn, als das fertiggestellte Werk am Donnerstagmorgen der durch die Presse vertretenen Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Den Leiter des städtischen Sachgebiets Hochbau, Michael Werner, lobte Hahn: „Sie können stolz sein auf das, was Sie zusammen mit dem Architekturbüro Sprenger hinbekommen haben.“ Ortsvorsteher Jürgen Schuler vergaß auch nicht, das Büro Architekturwerk von André Furch aus Schlatt zu erwähnen, das die ersten vier Phasen dieses finalen Bauabschnitts begleitet hatte.

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Hahn erinnerte sich an frühere Besuche, von denen er insbesondere den Hallenboden in schlechter Erinnerung hatte. Jetzt ist er ein Traum in Limonengelb – ein flächenelastischer Sportboden mit einem extradicken Linoleumbelag lädt zum gelenkschonenden Sporteln ein. Fußball, Basketball, Handball, Volleyball, Badminton, Gymnastik, Turnen – alles ist in der neuen Turnhalle möglich. Und weil das Budget von 1,78 Millionen Euro nicht vollends ausgeschöpft ist, dürfen noch ein paar Geräte beschafft werden, die für diese Sportarten nötig sind. Auch die neue hölzerne Prallwand sieht nicht nur gut aus, sondern trägt auch dazu bei, dass der Sport in der neuen Halle so sicher wie möglich sein wird.

Hahn: Freude auf Schnitzel

„Die Halle erstrahlt jetzt in einer besonderen Aura“, verwies der Bürgermeister auf die optische Aufwertung. Hell, luftig, farbig präsentiert sich der Saal. Aber auch die Ausstattung hinter den Kulissen weiß zu begeistern, insbesondere der Küchentrakt, der jetzt fast dreimal so groß ist wie bisher. „Kein Vergleich“, schwärmte Ortsvorsteher Schuler, und Philipp Hahn stellte fest: „Ich freue mich jetzt schon aufs Schnitzelessen.“ Sehr funktonal auch: das separate Getränkelager im Anbau. „Fast alle Wünsche der Vereine sind berücksichtigt worden“, bedankte sich Jürgen Schuler. „Alle sagen: So macht das Festen noch mehr Spaß.“

Was man nicht auf den ersten Blick sieht, aber was den Aufenthalt in der Festhalle ebenfalls höchst angenehm machen wird: Die technische Gebäudeausstattung wurde komplett erneuert – Heizung, Lüftung, Sanitär, Elektro- und Medientechnik. So dürfen sich Konzertbesucher künftig auf eine deutlich verbesserte Akustik freuen. Die Akustikdecke und der hohe Fugenanteil in den Wandverkleidungen sorgen dafür, wie Architekt Thilo Sprenger erläuterte. „Top“ sei jetzt die Mikrofon-Anlage wurde Bürgermeister Hahn und der Ersten Beigeordneten Dorothee Müllges versprochen, die ja immer wieder Reden halten müssen. Wer ein Unterhaltungsprogramm auf die 60 Quadratmeter große Bühne bringen will, darf sich über die Leinwand und den in die Decke integrierten Beamer freuen. Öffentliches WLan samt Außenhotspot (über den sich die Jugend freuen wird) ist vorbereitet, aber noch nicht freigeschaltet.

Schadstoffe entfernt

Wichtig auch: Schadstoffe, die in den frühen 70er-Jahren verbaut wurden, sind im Zuge der Sanierung entfernt worden. Dafür wurden Brandschutzvorrichtungen und Rettungswege auf den neuesten Stand gebracht. Dazu zählt übrigens auch die Außenbeschattung – „eine sehr schöne Sache“, lobt Jürgen Schuler.

Noch Baustelle ist aktuell der Sanitärtrakt, aber das liegt nicht an etwaigen Verzögerungen bei der Hallensanierung, sondern an der Behebung des enormen Wasserschadens aus dem vergangenen Jahr. Während der ersten Lockdown-Zeit, als die Halle verwaist dastand, waren sage und schreibe 250 000 Liter Wasser unbemerkt ins Gemäuer geflossen.

Den 80 000-Euro-Schaden hat glücklicherweise die Versicherung übernommen. Komplett behoben ist er noch nicht.

Auch das wird freilich soweit sein, wenn die Schlattemer ihre Halle endlich wieder in Besitz nehmen dürfen. Hoffentlich schon bald. Wenn alle geimpft sind. Hardy Kromer