Chefrichter Peter Bort: „Das German Masters wird mein letzter internationaler Einsatz sein“
Sonderveröffentlichung

Hohenzollern Reitturniere Chefrichter Peter Bort: „Das German Masters wird mein letzter internationaler Einsatz sein“

Über die Faszination dieser Hohenzollernhallenreitturniere und über den schönen Wechsel zwischen Pferdekontrollen am Parcours-Ausritt, Aufpassen am Abreite-Platz und Sitzen auf dem Richterturm.

Peter Bort attestiert den Hohenzollernhallenreitturnieren ungebrochene Faszination.

02.10.2023

Chefrichter Peter Bort (75) wird während des Hohenzollernhallenreitturniers im Dauereinsatz sein, im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE verrät der Sindelfinger, dass international bald Schluss für ihn ist.

Herr Bort, was macht den alljährlichen Reiz dieses Hohenzollernhallenreitturniers aus?
Peter Bort
Diese tollen Starterfelder sowie die Stimmung so direkt am Parcours zwischen den Fans und den Reitsportlern, das ist einfach der Wahnsinn und mehr geht nicht. Aber die Faszination dieses Hohenzollernhallenreitturniers ist hier auf der Anlage von den Machern rund um Turnierleiterin Catrin Meiser-Feyrer einfach überall zu spüren und seit es diese Veranstaltung gibt, schlichtweg ungebrochen.

Was unterscheidet Ihre Einsätze auf internationaler Ebene, wie beim CHIO Aachen, zu solchen national ausgeschriebenen Reitturnieren?
International bin ich als Chefsteward im Einsatz. Im Gegensatz zum nationalen Turnier sind wir ausschließlich für die ganzen Pferde-Kontrollen vorgesehen, damit alles ordnungsgemäß abläuft in Sachen Tierschutz und Dopingkontrollen. Das Richten und die Pferdekontrollen sind international von den Teams her getrennt. Bei nationalen Turnieren müssen wir Richter alles abdecken. Wir sind für die Aufsicht auf den Abreite-Plätzen zuständig, führen Dopingkontrollen und Pferdekontrollen durch und sitzen zudem auf dem Richterturm. Das alles ist von uns Richtern hier in Bisingen in einem Amt bekleidet.

Was macht ein Richter lieber: Pferdekontrollen am Parcours-Ausritt durchführen, am Abreite-Platz aufpassen oder auf dem Richterturm sitzen?
Für mich ist alles seit vielen Jahren immer wieder gleich interessant. Es ist nicht schön, wenn ich den ganzen Tag zum Beispiel nur am Abreite-Platz sitze oder von morgens bis abends nur ständig Pferdekontrollen durchführe. Die gesunde Mischung ist das Schöne an der Geschichte meines Richtens bei Reitturnieren.

Sie sind diesen Sommer 75 Jahre alt geworden und droht Ihnen somit altersbedingt fürs Richten irgendwann eine Grenze?
International hätte ich weitermachen können, das war meine eigene Entscheidung, in diesem Jahr mit den internationalen Turnieren als Chef-Stewart aufzuhören. Da gibt es keine Altersbeschränkungen in den Statuten. Aber national erreiche ich meine Altersgrenze als Richter in fünf Jahren, also mit 80 ist Schluss.

Was für Höhepunkte erwarten Sie als Richter noch in diesem Jahr?
National betrachtet ist das Bisinger Hohenzollernhallenreitturnier mein krönender Abschluss in diesem Oktober, danach geht's für mich als internationaler Stewart im November zum letzten Mal zum Einsatz bei den Stuttgart German Masters.

Einen Peter Bort wird man, zumindest national, auch im kommenden Jahr als Richter weiterhin antreffen?
Ja, zumindest bei Turnieren, auf denen ich bisher national im Einsatz war. Ich werde aber keine neuen Turniere hinzunehmen. Sofern mich die Veranstalter wieder wollen, komme ich gerne zu diesen Turnieren. Diesbezüglich habe ich den Vorteil, dass ich mir die Turniere, die mir wirklich gefallen, entsprechend aussuchen kann. Wenn es mir einmal keinen Spaß mehr macht, dann bleibe ich zuhause und gucke lieber meinen Pferden auf der Koppel zu.

Das Gespräch führte Frank Häusler.