Eine Karriere im Bauwesen? Im ersten Moment denken viele da an frühes Aufstehen, Zement anrühren oder schwere Steine schleppen. Das gehört vielleicht auch dazu – doch die Branche hat viel mehr zu bieten und ist vielfältig wie kaum eine andere. Denn der Oberbegriff „Bauwesen“ umfasst eine Vielzahl von Tätigkeitsbereichen.

Einblick in eine vielfältige Branche

Grob betrachtet, kommt man im Bauwesen mit acht Teilgebieten in Berührung, die wiederum verschiedene Unterteilgebiete haben. Da wäre das Teilgebiet Arbeitsbereiche, das Unterteilgebiete wie Hoch- und Tiefbau, Städtebau oder Geotechnik umfasst. Im Bereich der Arbeitsleistungen geht es um Maurerarbeiten, Dachdeckerleistungen oder Beton- und Stahlbau. Die Arbeit von Architekten, Städteplanern oder der Bauingenieuren wird dem Bereich der Planung zugeordnet. Auch den Bereich der Bauwerke gibt es natürlich, in welchem Experten für Tunnelbau, Straßen- und Wegebau oder Krankenhaus- und Schulbau tätig sind. Ohne Baustoffe ginge es auf keiner Baustelle voran. In diesem Bereich geht es um Themen wie Holzbau, Mauerwerksbau, Erdbau oder Trockenbau. Wer sich für Baukonstruktion interessiert, der beschäftigt sich zum Beispiel mit Massivbauweisen, 3D-Druck oder Skelettbau. Der Bereiche Bauabschnitte im Bauprozesse umfasst Themen wie Baugenehmigungen, Instandhaltung oder Bauplanung. Fehlt nur noch der Bereich Baurecht, in dem es um Vorschriften für öffentliches und privates Bauwesen oder die Bauvorschriften der Länder geht. Dass es bei vielen Bereichen Überschneidungen gibt und man nie nur sein eigenen Süppchen kocht, sondern Teamwork gefragt ist, zeigt einmal mehr, wie vielfältig die Tätigkeit und die Karrieremöglichkeiten im Bauwesen sind.

Wichtige Wirtschaftsgruppe

Doch nicht nur die Tätigkeitsvielfalt spricht für eine Karriere im Bauwesen. Denn die Baubranche ist eine der wichtigsten Wirtschaftsgruppen Deutschlands. Für das Jahr 2020 rechnen der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie und der Zentralverband Deutsches Baugewerbe mit einem Umsatzwachstum im sogenannten Bauhauptgewerbe von 5,5 Prozent auf 145 Milliarden Euro. Der Bereich des Bauhauptgewerbes umfasst die Bereiche Hoch- und Tiefbau, Straßen- und Landschaftsbauarbeiten. Und wo Wachstum erwartet wird, braucht es gut ausgebildete Fachkräfte. Da macht das Bauwesen keine Ausnahme.


Bau bildet immer mehr aus

Das Bauwesen boomt – auch in Sachen Ausbildung. Das zeigen die Zahlen des vergangenen Jahres.

Nach aktuellen Zahlen der Soka-Bau waren zum Jahresende 2019 rund 40 000 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis im Bauhauptgewerbe. Das waren 2,5 Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr. Rund 80 Prozent der Lehrlinge absolvieren ihre Ausbildung in einem baugewerblichen Familienbetrieb.

Bereits der vierte Anstieg in Folge

„Damit stieg die Zahl der Lehrlinge zum vierten Mal in Folge. Einmal mehr zeigen die Zahlen, wie attraktiv eine Ausbildung am Bau für junge Menschen ist”, sagt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe. Er führt den Anstieg der Lehrlingszahlen auch auf die guten Perspektiven der Bauwirtschaft zurück. Denn sowohl im Wohnungsbau als auch im Infrastrukturbau gibt es in den kommenden Jahren und Jahrzehnten noch viel zu tun. „Hinzu kommt“, so Pakleppa, „dass sich der Arbeitsalltag auf der Baustelle aufgrund der ständigen technischen Weiterentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verändert hat. Längst gehört der Einsatz komplexer Maschinen und digitaler Technik zum Alltag auf der Baustelle. Heute ist in der Baupraxis weniger Muskelkraft, sondern umfangreiches Fachwissen gefragt, das stets auf dem aktuellen Stand gehalten werden muss.“

Pakleppa wies darauf hin, dass die Branche über die Berufsbildungsumlage rund 380 Millionen Euro solidarisch an die Ausbildungsbetriebe und die Ausbildungszentren für die überbetriebliche Ausbildung ausschütte. „Um diese gemeinsame Finanzierung großer Teile unserer Ausbildung beneiden uns andere Branchen.“ pm

Info: Was ist die Soka-Bau?

Die Soka-Bau ist die Dachmarke der Urlaubs- und Lohnausgleichskasse der Bauwirtschaft und der Zusatzversorgungskasse des Baugewerbes AG. Als Dienstleister führt sie unter anderem das Urlaubsverfahren, die zusätzliche Altersversorgung in der Bauwirtschaft sowie die Finanzierung der Berufsausbildung durch.