Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten – Personen, die in diesen Berufen tätig sind liegt das Wohl ihrer Patienten und Klienten am Herzen. Doch die Heil- und Gesundheitsbranche hat noch mehr interessante Berufsbilder zu bieten, in denen die Arbeit am, mit und für den Menschen im Mittelpunkt steht. Im Bereich Therapie kann das zum Beispiel der Podologe sein. Als medizinisch ausgebildeter Fußpfleger sind Diabetiker, Rheumatiker oder Menschen mit Gefäßerkrankungen bei ihm in besten Händen. Dank seines handwerklichen Geschicks fertigt er zum Beispiel auch Nagelspangen, künstlichen Nagelersatz oder Schutzpolster zur Druckentlastung an und berät seine Klienten zu individuellen Fußpflegemaßnahmen im Alltag.

Gesundheit und Erfolg: Zusammen geht es besser

Betreuung sowie Beratung für Mutter und Kind – während der Schwangerschaft, bei der Geburt und danach – alles verantwortungsvolle Aufgaben von Hebammen und Geburtshelfern. Wie in vielen anderen Gesundheits- oder Sozialberufen ist auch hier interdisziplinäre Zusammenarbeit gefragt.

Geburtshelfer und Therapeuten tauschen sich oft aus – untereinander oder mit Ärzten, Apothekern oder sonstigen Experten der Heilkunde. Ebenso spielt die Bereitschaft zur Teamarbeit auch in manch pädagogisch geprägten Berufen eine große Rolle – bei Heilpädagogen oder Heilerziehungspflegern zum Beispiel. Sie kümmern sich um Menschen, die aufgrund von Entwicklungsstörungen oder aufgrund eines körperlichen oder geistigen Handicaps kein eigenständiges Leben führen können und Hilfe brauchen.

Einfühlungsvermögen und Interesse an medizinisch-physiologischen Themen können nicht schaden, wenn man mit dem Gedanken spielt, beruflich in der Gesundheitsbranche aktiv sein zu wollen. Geduld, Ausdauer, pädagogisches Geschick und die Fähigkeit, kreativ zu denken sind auch nicht verkehrt.

Wer eher einen Hang zur Arbeit im Labor hat oder wer gerne technisch anspruchsvolle medizinische Geräte bedient, für den ist ein medizintechnischer Beruf interessanter; zum Beispiel als Assistent für Funktionsdiagnostik oder Radiologie. hv


Studium für Geburtshelfer

Foto: Matthias Kessler
Foto: Matthias Kessler

Hebammen müssen künftig an die Uni. Der Bundestag verabschiedete vergangenen September ein Gesetz zur Reform der Hebammen-Ausbildung. Es sieht für alle zukünftigen Geburtshelfer ein duales Studium mit einem hohen Praxisanteil vor.

Bislang werden Hebammen an Hebammenschulen ausgebildet. Voraussetzung ist die mittlere Reife oder ein gleichwertiger Schulabschluss. Künftig soll eine zwölfjährige Schulausbildung oder eine abgeschlossene Ausbildung in einem Pflegeberuf Voraussetzung für die Zulassung zur Ausbildung sein. Das duale Studium soll in Vollzeit mindestens sechs und höchstens acht Semester dauern. Die angehenden Hebammen sollen während des Studiums eine Vergütung erhalten.

Der Bundesrat muss dem Gesetz noch zustimmen. Da damit auch eine EU- Richtlinie umgesetzt wird muss die Ausbildung spätestens bis Januar 2020 reformiert werden. edp

Am 1. Januar 2020 startet endlich die neue Pflegeausbildung. Durch die Zusammenlegung der Berufsbilder der Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege soll der Beruf attraktiver werden und den angehenden Pflegekräften weitere Betätigungsfelder öffnen. Im Schuljahr 2017/18 hatten rund 139 500 Menschen eine Pflegeausbildung begonnen – davon 68 236 in der Alten-, 63 707 in der Kranken- und 7 481 in der Kinderkrankenpflege. Mit der neuen Ausbildung ab 2020 werde der Pflegeberuf noch attraktiver und moderner, ist der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Andreas Westerfellhaus überzeugt: „Zukünftig ist für jeden etwas dabei – vom Pflegehelfer bis hin zum Studienabschluss – immer mit der Durchstartmöglichkeit nach oben.“

Lohn für Azubis und mehr Gehalt für Fachkräfte

Auch werden Auszubildende künftig überall eine Vergütung erhalten und flächendeckend kein Schulgeld mehr bezahlen müssen. Die Chancen, im Beruf Fuß zu fassen stehen gut. Betrachtet man den deutschlandweiten Arbeitsmarkt, fehlen laut Bundesregierung derzeit etwa 36 000 Pflegefachkräfte. Wie die Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt sind in der Krankenpflege gut 12 500 Stellen nicht besetzt. In der Altenpflege werden 15 000 ausgebildete Altenpfleger sowie weitere 8 500 Helfer gesucht. In der Altenpflege stehen 100 gemeldeten offenen Stellen für Fachkräfte lediglich 19 Arbeitslose gegenüber; bei den Fachkräften in der Krankenpflege lautet das Verhältnis 100 zu 41. Auch in Sachen Gehalt soll es nach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) demnächst positive Veränderungen für die Beschäftigen in der Pflegebranche geben: Für kommendes Jahr hat er Vorschläge für eine Finanzreform der Pflegeversicherung angekündigt, die sich auch auf die Entlohnung des Pflegepersonals auswirken soll. Der Bundestag hatte im Juli 2017 die Reform der Pflegeberufe verabschiedet, die seitdem schrittweise umgesetzt wird. kna


Alles neu in der Pflegeausbildung

Attraktivere Berufschancen in der Pflegebranche ab dem nächsten Jahr.