Sonderveröffentlichung

12. Mai – Tag der Pflege Pflegeberufe: Bedarf garantiert!

Am 12. Mai ist internationaler Tag der Pflege. Damit wird an die Pionierin der Krankenpflege, Florence Nightingale erinnert. Die Britin wurde am 12. Mai 1820 geboren und revolutionierte die Pflege. Dank ihr gibt es heute nicht nur Ärzte, sondern auch qualifizierte Pflegekräfte.

Am 12. Mai ist Internationaler Tag der Pflege. Die systemrelevante Berufsgruppe wird in den kommenden Jahren noch stärker nachgefragt werden – bereits jetzt werden ausgebildete Fachkräfte gesucht. Foto: kzenon/123rf/randstad

11.05.2021

„Das könnte ich nicht machen“ ist eine der häufigsten Reaktionen, die Menschen in der Pflegebranche zu hören bekommen, wenn sie von ihrem Job berichten. Kein Wunder, denn Pflegeberufe sind anspruchsvoll: Pfleger begleiten Menschen in Extremsituationen. Dabei wird es auch mal unangenehm – Krankheiten gehen selten mit Rosenduft und stets blütenweißer Wäsche einher. Trotzdem gibt es eine Menge Menschen, die in der Branche arbeiten – und die ihren Beruf lieben.

Krisensichere Jobs auch in turbulenten Zeiten

Dafür gibt es eine Menge guter Gründe. In Zeiten, in denen viele Menschen Existenzängste plagen, in denen Kurzarbeit und gar Kündigungen drohen, haben Pflegende eine Sorge weniger. Denn die Branche gilt als krisensicher, mehr noch: Sie ist stetig im Wachsen begriffen. Die immer älter werdende Gesellschaft bringt eine Menge Herausforderungen für die Gesundheitsbranche mit sich – und Pflegekräfte werden dabei immer gebraucht. Ganz egal, ob in Krankenhäusern, Kinderkrankenhäusern, Pflegeheimen oder auch in Hospizen, Tagespflegeeinrichtungen oder in einer Pflege-WG. Die Fachkräfte unterstützen ihre Schützlinge in vielen Belangen: Sie verabreichen Medikamente, messen Blutdruck, legen Katheter, wechseln Verbände oder halten auch einfach mal nur die Hand.

Diakoniegesellschaft Münsinger Alb mbH

Früher oder später sind alle auf Pflege angewiesen

Knapp 10 Millionen Bundesbürger werden im Jahr 2050 über 80 Jahre alt sein, prognostiziert das Statistische Bundesamt. Und obwohl ältere Menschen dank guter Gesundheitsversorgung immer länger fit und selbstständig sind, sind die meisten früher oder später auf Pflege angewiesen. Die wachsende Zahl an ambulanten Pflegediensten, Pflege-WGs und Seniorenresidenzen spricht eine deutliche Sprache. „Pflegekräfte haben heute schon die Wahl zwischen vielen offenen Stellen“, erklärt Petra Timm, Pressesprecherin des Personaldienstleisters Randstad Deutschland. „Und das wird auch so bleiben: Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln schätzt, dass in Deutschland bis zum Jahr 2035 bis zu 150 000 Fachkräfte in der Pflege fehlen werden.“

Bis 2035 fehlen bis zu 150 000 Fachkräfte

Der Internationale Tag der Pflege wirbt deshalb jährlich am 12. Mai um Anerkennung für die Berufsgruppe. Egal ob in Krankenhäusern, Seniorenheimen oder in der häuslichen Pflege: Pflegefachkräfte üben verantwortungsvolle Tätigkeiten aus, die menschliches Einfühlungsvermögen ebenso erfordern wie fachliches Know-how. Dass sie in besonderem Maße systemrelevant sind, hat nicht erst die Corona-Pandemie gezeigt. txn/ka

Wer war Florence Nightingale?

© Georgios Kollidas - Fotolia.Co
© Georgios Kollidas - Fotolia.Co

Florence Nightingale (12. Mai 1820 – 13. August 1910) gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege. Mit der Versorgung verwundeter Soldaten im Krimkrieg (1853–1856) trug sie zum Ausbau eines Sanitätswesens bei. An ihrem Geburtstag wird der Tag der Krankenpflege begangen.

Florence verlebte eine unbeschwerte Kindheit auf dem Landsitz ihrer Familie. Sie wurde von ihrem Vater unterrichtet, die Mutter legte jedoch Wert darauf, dass Florence eine möglichst gute Partie machte. Florence selbst wollte nicht heiraten. Mit 17 Jahren hatte sie eine „göttliche Eingebung“, die sie auf den Weg der Krankenpflege wies. „Absurd“ fanden das ihre Angehörigen. Viele Jahre kämpfte Florence für ihren Weg. 1851 absolvierte sie ein Praktikum in den Diakonischen Anstalten Kaiserswerth bei Düsseldorf. Die Praxis der Wundversorgung lernte sie bei den Barmherzigen Schwestern in Paris.

1853 gab ihr Vater nach und setzte ihr eine jährliche Leibrente aus, die sie finanziell unabhängig machte. Für mehrere Monate übernahm sie die Leitung eines Hospitals für kranke Damen. Dann brach der Krimkrieg aus, und in der Presse erschienen Berichte über die katastrophalen Bedingungen in Lazaretten. Kriegsminister Sidney Herbert bat Nightingale um Unterstützung. Im Oktober 1854 reiste sie ins heutige Istanbul, begleitet von 38 Pflegerinnen. Als sie 1857 nach England zurückkehrte, wurde sie als Nationalheldin gefeiert.

Doch der Preis war hoch: Nach der Rückkehr von der Krim brach sie zusammen. Über Jahrzehnte hindurch war sie überwiegend bettlägerig. Ihr letztes großes Projekt war die Gründung einer Krankenpflegeschule. Allmählich erblindete sie und wurde dement. Am 13. August 1910 starb Nightingale 90-jährig in London. kna

Fünf Gründe für den Pflegeberuf

©Prokopeva Irina/Shutterstock.com
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1. Sinnhaftigkeit Jeden Tag im Büro sitzen, ständig die gleichen Handgriffe am Band in der Fabrik – und am Ende des Tages weiß man gar nicht, was man eigentlich geschafft hat. Das wäre nichts für Pflegekräfte. Sie brauchen den Kontakt zu Menschen und das Gefühl, etwas Gutes zu tun, etwas Sinnvolles, Menschen zu helfen. Vielen gibt das Gefühl, gebraucht zu werden, Kraft.

2. Krisensicherheit Oft genug wird betont, wie wichtig Pflege in einer alternden Gesellschaft ist. Von der Wiege bis zur Bahre hat jeder Mensch in seinem Leben mit Dutzenden Pflegekräften zu tun. Diese Fachleute sind gesucht.

3. Teamwork Zusammen mit den Patienten bzw. Schützlingen, zusammen mit anderen Pflegefachkräften oder den Mitarbeitern in Verwaltung und Hauswirtschaft – in der Pflege arbeitet niemand allein.

4. Vielseitigkeit In der Pflege gleicht kaum ein Tag dem anderen. Krankheitsbilder, Charakter der Patienten bzw. Schützlinge Dank der neuen generalistischen Ausbildung ist auch ein Wechsel des Schwerpunkts noch einfacher möglich.

5. Entwicklungsmöglichkeiten Für viele Pflegende ist ihr Job äußerst erfüllend. Doch wer nach mehr strebt – mehr Verantwortung, mehr Gehalt, mehr Wissen und Können oder neuen Herausforderungen – dem stehen in der Pflege alle Türen offen. Ob Stationsleitung, eine Spezialisierung oder gar ein Studium, die Pflege bietet eine Menge Karrierechancen.