Tanzen ist gesund! Das haben zumindest schon all jene verinnerlicht, die diesen Sport schon einmal ausgeübt haben. Denn: Menschen erkranken oft nicht deshalb, weil sie älter geworden sind, sondern weil sie sich nicht genug bewegen.

Sport und Bewegung sind die Grundlage für Gesundheit über die gesamte Lebensspanne. Für Erwachsene ist sportliche Aktivität ein wichtiger körperlicher und psychischer Ausgleich zu den vorwiegend sitzenden oder stehenden Arbeitstätigkeiten und oft einseitigen Bewegungsabläufen. Tanzen zählt dabei anerkanntermaßen zu den sogenannten „kompletten“ Sportarten – das heißt, dass eine große Zahl an körperlichen Beanspruchungsformen eingesetzt und trainiert wird.

So führen Herausforderungen wie die ständig notwendige Abstimmung mit einem Partner oder einer Gruppe und die wechselnde Musik neben dem körperlichen auch zu einem geistigen und sozialen Training. Tanzen vereint Bewegung, Berührung und Musik und trainiert das Gehirn wie kaum eine andere Freizeitbeschäftigung.

Die vielen Schritte und Drehungen erfordern ein Höchstmaß an Konzentration und Koordination. Der Rhythmus der Musik aktiviert Hirnregionen, die auch für das Verarbeiten von Sprache zuständig sind. Außerdem schüttet der Körper beim Tanzen die Glückshormone Dopamin und Endorphin aus.

Die Vielzahl der Reize bewirkt, dass das Gehirn auf ganz verschiedenen Ebenen stimuliert wird. Die komplizierten Drehungen und Schritte beim Tanzen können sogar dazu führen, dass das Volumen des Gehirns in einigen Bereichen zunimmt und zusätzliche neuronale Verbindungen entstehen.

Forscher in den USA fanden heraus, dass Jugendliche, die viel tanzen, mit mathematischen Aufgaben besser zurechtkommen und ein gutes räumliches Verständnis entwickeln. Wissenschaftler der Uni Bochum entdeckten, dass Tänzer nicht nur glücklicher, sondern auch reaktionsschneller und beweglicher sind und sich besser konzentrieren können.

Tanzen hat außerdem eine heilende Wirkung: Eine Studie mit Parkinson-Patienten zeigt, dass das Zittern mit Hilfe von Tanztherapie gelindert werden kann. Automatisch ablaufende Bewegungen sind bei Parkinson-Kranken eigentlich nicht mehr möglich. Beim Tanzen können Betroffene jedoch üben, diese Bewegungen wieder auszuführen. Tanzen fördert die Bildung neuer Nervenzellen bis ins hohe Alter. Damit lässt sich das Risiko, an Demenz zu erkranken, um etwa 20 Prozent senken. Die regelmäßige Bewegung im Rhythmus der Musik kann das Fortschreiten einer Demenz sogar aufhalten. Bei chronischen Schmerzen lockert Tanzen die Muskulatur und kann Verspannungen lösen. Durch Tanzen sinkt außerdem der Wert des Hormons Kortisol im Blut – das befreit den Körper von Stress.

Tanzkurse bieten viele Vereine, Tanzcenter oder die Tanzschulen in der Region an. Neben den klassischen Tanzkursen mit Angeboten wie Walzer, Tango oder ChaChaCha kann man dort unterschiedlichste Tanzformen lernen, die zum Teil aus anderen Regionen der Welt stammen. Die Tanzangebote sind sehr vielseitig und richten sich an Menschen jeden Alters. Somit ist Tanzen eine der Sportarten und eines der Hobbys, die sowohl Kinder, Jugendliche und Erwachsene als auch Senioren einfach glücklich macht. pm