Tag der erneuerbaren Energien: Wenn der Strom vom Balkon kommt
Sonderveröffentlichung

Tag der erneuerbaren Energien Tag der erneuerbaren Energien: Wenn der Strom vom Balkon kommt

Solar auf dem Dach, Wärmepumpe am Haus oder Kollektoren in der Erde: Am 29. April dreht sich alles um erneuerbare Energien und nachhaltige Lebensweise.

Balkonkraftwerke liefern Strom und gewinnen mehr und mehr an Beliebtheit. Foto: dpa/Stefan Sauer

24.04.2023

Die Deutschen setzen mehr und mehr auf erneuerbare Energien und möchten damit ihren eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Voll im Trend sind Balkonkraftwerke - günstig in der Anschaffung, vom Gesetzgeber gefördert und für Mietwohnungen geeignet, lassen sich damit die Stromkosten effektiv senken.

Wie funktioniert eigentlich ein Balkonkraftwerk? Ein Balkonkraftwerk erzeugt Strom aus Sonnenenergie und speist diesen direkt ins eigene Stromnetz ein. Mit den Solarmodulen am Balkon, an der Hauswand, im Garten oder auf dem Garagendach kann man den eigenen Stromverbrauch reduzieren und so langfristig Geld sparen. Außerdem leistet man einen Beitrag zum Klimaschutz, da der Strom aus erneuerbaren Energien stammt und somit keine CO₂-Emissionen verursacht.

Der erzeugte Strom will sofort verbraucht werden, es gibt keinen Zwischenspeicher. Aber gerade Dauerverbraucher wie der Monitor im Home office, Kühlund Gefriergeräte, der WLANRouter oder Geräte im Standby laufen während der Sonnenstunden bestenfalls kostenneutral. Bis zu 600 Watt Peak (Wp) sind erlaubt.

Welche Komponenten benötigt man? Ein Balkonkraftwerk besteht aus ein oder zwei Solarmodulen und einem Wechselrichter. Die Solarmodule fangen die Sonnenstrahlen auf und wandeln sie in Gleichstrom um. Der Wechselrichter macht den Gleichstrom zu Wechselstrom, der dann in den eigenen Stromkreislauf eingespeist wird. Voraussetzung ist ein Stromzähler mit sogenannter Rücklaufsperre.

Wie wird ein Balkonkraftwerk in Betrieb genommen? Ein Balkonkraftwerk lässt sich relativ einfach auch von Laien anschließen. Zunächst wird das Solarmodul befestigt online finden sich zu den Solarmodulen passende Halterungen für Hauswände, für Balkongeländer und zum Aufstellen im Garten oder auf Garagendächern.

Anschließend wird der Wechselrichter an das eigene Stromnetz angeschlossen. In der Regel geht das über eine normale Schuko-Steckdose, bei der Anmeldung beim örtlichen Stromversorger helfen meist die Anbieter. Ab dem zweiten Stock aufwärts dürfen nur sogenannte Leichtmodule ohne Glas angebracht werden.

Geht das auch, wenn ich zur Miete wohne? Grundsätzlich ja, aber es ist ratsam, die Zustimmung des Vermieters einzuholen. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Solarmodul so befestigt wird, dass es keine Schäden an der Mietwohnung verursacht.

Was kostet ein Balkonkraftwerk und gibt es Fördergelder? Die Kosten für ein Balkonkraftwerk sind je nach Größe und Leistung unterschiedlich. In der Regel liegen sie zwischen 500 und 1000 Euro. Förderprogramme unterstützen beim Kauf eines Balkonkraftwerks.

Seit Januar 2023 entfallen die 19 Prozent Mehrwertsteuer, und es gibt regionale Initiativen.

Wie viel Strom kann ich sparen? Für Balkonkraftwerke sind Wechselrichter mit maximal 600 Watt Peak zugelassen. Produziert das Balkonkraftwerk unter Volllast, lässt sich diese Energie sofort für Stromverbraucher im Haushalt nutzen. Bis zu 130 Euro pro Jahr lassen sich sparen, die Anschaffung amortisiert sich innerhalb von fünf bis acht Jahren - danach liefert ein Balkonkraftwerk kostenlos Strom.

Wer sein Nutzungsverhalten anpasst, spart zusätzlich: Läuft die Spülmaschine vormittags und ist die Waschmaschine auf einen Start zur Mittagszeit programmiert, dann gehen die Stromkosten nach unten.

Smarte Steckdosen gehören zu den erklärten Lieblingsprodukten im Smart Home. Manche Modelle haben zusätzlich noch eine Energiemessfunktion. Stromfresser im Haushalt sind so schnell identifiziert und können entweder ausgetauscht oder umsichtiger genutzt werden. ots

In Gedenken an Tschernobyl

Am 29. April dreht sich alles um erneuerbare Energien und nachhaltige Lebens weise. Interessierte zeigen anderen ihre Technik, viele Kommunen in Deutschland präsentieren Themenwochen. Am 29. April dreht sich alles um erneuerbare Energien und nachhaltige Lebensweise. Interessierte zeigen anderen ihre Technik, viele Kommunen in Deutschland präsentieren Themenwochen. 

Der jährliche Tag der Erneuerbaren Energien ist eine Initiative, die - anlässlich des Jahrestages der verheerenden Reaktorkatastrophe in Tschernobyl im Jahr 1986 - die verschiedenen Arten nachhaltiger Energieproduktion präsentiert. An diesem Tag wird vielerorts aufgezeigt, was mithilfe erneuerbarer Energien und nachhaltiger Energieversorgung bereits auf den Weg gebracht wurde.