Sonderveröffentlichung

Mein Grimmelfingen Bürgerverein Grimmelfingen: Die Erinnerung an den Riedhof lebendig halten

Auf Grimmelfinger Gemarkung befindet sich der Friedhof des Oberen Riedhofs. Der Bürgerverein Grimmelfingen setzt sich dafür ein, dass er ein Ort des Gedenkens ist. Zeitzeuge Georg Braun erinnert sich noch gut.

Georg Braun und Ines Hilsberg am Tor zum Friedhof des Riedhofs. Fotos: Petra Starzmann

5.10.2021

Die Zufahrt führt durch Kleingärten südlich von Grimmelfingen. Ein paar Schritte durchs Dickicht, dann geht der Blick auf ein durch Bäume beschattetes Gelände. Eine Buchenallee führt den Hang hoch. Diese mündet oben an einem Hügel, auf dem eine Marienfigur steht.

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„Der Charme des Verwunschenen soll erhalten bleiben, aber ein bißchen besser wollen wir es schon“, blickt Ines Hilsberg vom Vorstand des Bürgervereins auf den Friedhof: „Eine Mischung aus Park- und Waldfläche soll es werden, ein Ruheort, ein Ort des Gedenkens an die Menschen des Oberen Riedhofs.“ Rund 1000 Bewohner des Oberen Riedhofs liegen hier begraben. Sie ruhen nicht nur auf Grimmelfinger Gelände, auch zu Lebzeiten hatten sie eine Bindung an Grimmelfingen.

„Für uns waren die Riedhöfler etwas ganz Normales. Man kannte sich. Wir sind mit ihnen aufgewachsen“, blickt Georg Braun zurück. Der Grimmelfinger ist Jahrgang 1934. Er ist in der Nähe des Friedhofs aufgewachsen und hat Beerdigungen miterlebt. Braun beschreibt, wie die Beerdigungen vonstatten gingen: „Bis zu dem Tor hin kam ein Pferdefuhrwerk mit dem Leichenwagen. Während der Fahrt läutete am Riedhof ein Glöckchen. Am Tor wurde der Sarg abgeladen auf einen Karren. Den musste man den Berg hochziehen und – schieben. Da musste auch der Pfarrer mal Hand anlegen.“ Petra Starzmann





Der Obere Riedhof

Der Obere Riedhof wurde 1893 im Donautal als „Armenbeschäftigungs- und Bewahranstalt“ erbaut. Untergebracht wurden wohnsitzlose, arme, geistig oder körperlich behinderte Menschen. Das NS-Regime ließ viele Bewohner ermorden. 1998 wurde der Riedhof abgerissen.

Neue Fußballtore

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Der Bürgerverein Grimmelfingen setzt sich für die Belange der Grimmelfinger ein – aber auch die Lindenhöhe zählt zum Bereich. Eins der jüngsten erfolgreichen Projekte waren Fußballtore für den Spielplatz in der Lindenhöhe, für die sich der Bürgerverein stark gemacht hat. v.l.n.r. Kassiererin Ines Hilsberg, Vorstand Thomas Wenk und 2. Vorsitzender Christian Rettich freuten sich. ps