Den Alltag von der Seele wischen
Sonderveröffentlichung

Gartenlust Den Alltag von der Seele wischen

Hurra – endlich wieder in den Garten! Vor der eigenen Haustür kann man sich jetzt eine blühende Ruhe-Oase schaffen. So wird das Grundstück fit für die warme Jahreszeit.

Jetzt ist der beste Zeitraum, Lücken im Beet zu sichten und gegebenenfalls nachzupflanzen. Für einige Pflanzen ist es allerdings noch zu früh. Foto: BGL

23.03.2020

##mainParagraph##

„Ein schöner Garten wischt den Staub des Alltags von der Seele“, heißt es. Und schöner kann man es kaum ausdrücken, dieses Gefühl nach einem anstrengenden Arbeitstag heimzukommen und in eine blühende Ruhe-Oase einzutauchen.

Vorher ist allerdings gerade jetzt im Frühjahr einiges zu tun – aber seien wir mal ehrlich: das Garteln ist der halbe Wellness-Genuss. Der Geruch der Erde, der Kontakt mit ihr, das Rasenmähen, das Pflanzen und Unkraut jäten, zu beobachten, wie die Bemühungen Früchte tragen - genau das macht die Gartenfreude aus.

Im vergangenen Herbst wurde optimalerweise einiges dafür getan, dass der eigene Garten gut durch die kalte Jahreszeit kommt: Winterschutz wurde ausgebracht, große Gräser zusammengebunden, Technik trocken und frostsicher gelagert, Rohre gelehrt... Nun ist es an der Zeit, vieles davon wieder zu entfernen. Vor allem der Rasen, die Beete, Sträucher und Gehölze wünschen sich schon vor dem ersten Austrieb etwas Zuwendung.

Fröste sind noch möglich

„Für einige Aufgaben ist es im März und April in der Regel noch zu früh, denn während dieser Wochen kann es durchaus noch zu Nachtfrösten kommen“, erklärt Wolfgang Groß vom Bundesverband Garten-, Landschaftsund Sportplatzbau e.V. „Als grobe Regel gelten die Eisheiligen Mitte Mai: Sind diese vorüber, kann man zum Beispiel bedenkenlos die Knollen von Dahlien in den Boden bringen oder alle nicht winterharten Kübelpflanzen wieder auf die Terrasse stellen. Natürlich gibt es aber auch schon jetzt einige Dinge, die im Garten erledigt werden müssen.“ Der Rasen zum Beispiel sieht in vielen Gärten nach den Wintertagen etwas mitgenommen aus.

Rasenpflege

Um sich schon bald wieder an einer vitalen, dichten und grünen Fläche erfreuen zu können, greifen Landschaftsgärtner je nach Wetterlage ab Ende März das erste Mal zum Rasenmäher, denn zu dieser Zeit beginnen die Grashalme mit dem Wachstum. Auch der Vertikutierer kommt bei Bedarf zum Einsatz, um Moosflechten und abgestorbene Pflanzenteile zu entfernen.

Anschließend bringen die Profis die erste Düngung aus und führen den Grashalmen so wichtige, benötigte Nährstoffe zu. Wenn nicht schon geschehen, ist auch im März höchste Zeit, die vertrockneten Blätter, Stiele und Samenstände der Stauden und Gräser abzuschneiden, um Platz zu machen für den neuen Austrieb. Rosen und Kletterpflanzen sowie einige größere und kleinere Gehölze wünschen sich nun einen formenden und wuchsfördernden Schnitt.

Stauden und Gräser pflanzen

Vor allem für sommer- und herbstblühende Stauden sowie Gräser ist der frühe Frühling eine ideale Pflanzzeit. Jetzt haben die Gewächse bis zum Austrieb noch Zeit zum Wurzeln und können die noch vorhandene Bodenfeuchte nutzen.

Aus diesem Grund lohnt es sich, nun eine Runde durch den Garten zu gehen und zu sichten, wo Lücken in den Beeten geschlossen werden sollten, an welcher Stelle zu welcher Jahreszeit bestimmte Farben fehlen oder ob irgendwo mit immergrünen Gräsern auch während der kahlen Jahreszeit Akzente gesetzt werden können. Empfehlenswert ist es, hierbei einen Landschaftsgärtner zu Rate zu ziehen. Dann kann man auch weitere anfallende Maßnahmen besprechen, wie die Kontrolle der Treppen, Wege und Lichtinstallationen, die Wiederinbetriebnahme der technischen Geräte des Teichs oder vielleicht sogar die Realisierung eines langgehegten Gartentraums, zum Beispiel einer neuen Terrasse. Genau jetzt ist nämlich auch der ideale Zeitpunkt, dem eigenen Grundstück ein neues Gesicht zu verleihen und noch in diesem Sommer davon zu profitieren. cw/GPP

Das DraußenWohnzimmer!

Möbel für das Wohnzimmer und Möbel für den Garten gleichen sich immer mehr an.

Den Alltag von der Seele wischen-2
Was gibt es schönere als einfach im Garten abzuhängen? Foto: P. Kraichana/Shutterstock

Wetterfeste Outdoormöbel sehen heute nicht nur aus, als ob sie aus dem Wohnzimmer kämen – sie werden auch dort benutzt! Edle Materialien und Hightech-Textilien machen es möglich, sie auch im Innenbereich einzusetzen. Wer ein bisschen tiefer in den Geldbeutel greift, der muss auch in Sachen Ästhetik und Nutzungskomfort keinerlei Abstriche machen. Viele Sitz- und Liegemöbel sind inzwischen höher. Der Grund für die höheren Sitz- und Liegeflächen liegt auf der Hand: „Mehr Sitzkomfort gerade für Ältere“ erklärt Ursula Geismann, Trendanalystin des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie.

Grau, weiß - und knallig

Bei den Outdoor-Farben konnte man auf den Trend-Messen neben dem Dauerbrenner Grau auch immer wieder Weiß als Grundfarbe für Outdoor-Möbel sehen. Zugleich gibt es wieder etwas mehr auf Farbe auf Balkon, Terrasse und im Garten.

Auch Minimalismus ist in Mode: Wie im Wohnraum haben nun auch im Freien viele Stücke ein reduziertes, geradliniges Design. Sie sind schnörkellos, ohne viel Chichi.

Landhaus für draußen

Gleichzeitig gibt es aber noch einen zweiten, eher gegensätzlichen Trend: Er ist verspielt, im Grunde der Landhausstil für draußen. Hier spielen stärker Accessoires wie Vasen und Kerzen, aber auch Kissen und Teppiche eine Rolle alles für die Gemütlichkeit. Aber auch hier gilt: Mit knalligen Akzenten für Hingucker sorgen, aber nicht zu bunt mischen. cw/pm

Keine Bäume und Sträucher entfernen

Um brütende Vögel nicht zu stören, dürfen zwischen dem 1. März und dem 30. September keine Bäume gefällt und Sträucher entfernt oder radikal gekürzt werden. Es gibt aber für Hecken und Gehölze im eigenen Garten Ausnahmen schonende Formschnitte sowie Pflegeschnitte an Obstgehölzen sind laut Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) beispielsweise erlaubt. Das Roden, Zerstören und starke Zurückschneiden von Hecken, Wallhecken, Gebüschen sowie Röhricht- und Schilfbeständen in Siedlungen und in der freien Landschaft ist hingegen verboten. Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen.