Sonderveröffentlichung

Happy Bayram! Muslime weltweit feiern vier Tage Opferfest

Gläubige auf der ganzen Welt besinnen sich derzeit auf die Wurzeln ihrer Tradition.

Auch 2021 sind Muslime aus der ganzen Welt nach Mekka gepilgert, um das Opferfest unter Einhaltung der Abstandsregeln zu feiern. FOTO: © Ayman Zaid/shutterstock.com

21.07.2021

Es ist eine der ältesten Geschichten der Welt. Gott erscheint Abraham (Ibrahim) im Traum. Abraham solle als Zeugnis seiner Liebe und als Bekenntnis seines unverwüstbaren Glaubens seinen ältesten Sohn Ismail opfern. Als Gott erkennt, dass Abraham dazu bereit ist, schickt er ihm ein Lamm, das er anstelle seines Sohnes opfern solle. Aus Dankbarkeit verteilt Abraham das Opfertier unter den Bedürftigen. Während seiner ersten Pilgerfahrt nach Mekka führt der Prophet Mohammed das Opferfest zur Erinnerung ein.

Fest der Überzeugung

Jedes Jahr feiern Muslime weltweit das Opferfest, Kurban Bayrami, und gedenken der Barmherzigkeit Gottes. Der Brauch verlangt, ein Schaf, eine Kuh oder ein Kamel zu opfern. Dabei behält die Familie nur einen Teil. Ein weiterer Teil geht an Freunde und Verwandte, ein Teil wird an Bedürftige gespendet. Auch im christlichen und jüdischen Glauben existiert das Ereignis. „Gläubige Menschen sehen in dieser Geschichte eindrucksvoll die Barmherzigkeit Gottes – dass sie Gott jederzeit absolut vertrauen sollen und können“, so die Bertelsmann-Stiftung in einer Studie über religiöse Bräuche.

Die Pilgerfahrt Hadsch

Neben dem Fastenmonat Ramadan und dem Zuckerfest ist das Opferfest das höchste Glaubensfest im Islam, vergleichbar etwa mit Weihnachten. Die Erzählung von Abraham und Ismail ist für gläubige Muslime ein klarer Beleg für die Liebe Gottes. Bereits am Vorabend, dem Tag Arafat, besinnen sich die Gläubigen auf Gott. Unzählige Muslime haben auch in diesem Jahr den Berg Arafat nahe Mekka am 19. Juli erklommen. Den Überlieferungen zufolge soll einst der Prophet auf dem Berg gebetet haben. Sobald die Sonne den höchsten Punkt überschritten hat, beginnen die Pilger mit stundenlangen Gebeten bis zum Abend. Tags darauf finden die Feierlichkeiten in der Moschee statt. Familien kommen zusammen, um gemeinsam miteinander zu beten. Danach wird vom Familienältesten ein Tieropfer erbracht.

Auf Abrahams Spuren

Im Islam gilt Abraham als großer Prophet, der erkannte, dass es nur einen Gott gibt. Sein Sohn Ismael wird zum Stammvater der Muslime. „Mit dem Namen Abrahams sind vor allem drei Ereignisse verbunden“, wie die Enzyklopädie des Islams erklärt: „Die Hinwendung zum einzigen Gott, die Erneuerung der Kaaba in Mekka zusammen mit Ismael und die Bereitschaft Abrahams, seinen Sohn Ismael als Prüfung Gottes zu opfern. Als der Gottesbefehl ausgeführt werden sollte, blieb das Messer stumpf und Gott sandte ein Lamm als Ersatzopfer. Das Grab Abrahams wird bis heute in Hebron (Al-Chalil) von Muslimen besucht.“  Julia Haaga

Das Opferfest in Ulm und weltweit

© Foto: Eric Isselee/Shutterstock.com
© Foto: Eric Isselee/Shutterstock.com


Das Opferfest findet aufgrund des Mondkalenders elf Tage früher als im Vorjahr statt. 2021 vom 19. bis zum 23. In vielen Sprachen trägt das Opferfest den gleichen Namen: „Kurban Bayramı“ etwa im Türkischen und „Feast of the Sacrifice“ im Englischen. In Spanien nennt man es „Fiesta del Cordero/Borrego“ (Fest des Lamms), ebenso in Ägypten, Saudi-Arabien und im Mittleren Osten: „Id ul Baqarah“. Wünsche zum Opferfest lassen sich mit „Kurban Bayramin kutlu olsun“ (Türkisch) und „Id mubarak“ (Arabisch) zum Ausdruck bringen. Der Ursprung ist mehreren Religionen bekannt.