Sonderveröffentlichung

Bauen & Wohnen Sonnige Wärme vom Dach

Für Solarthermie und Photovoltaikanlagen gibt es finanzielle Förderprogramme.

Wer sich heute dafür entscheidet, seine Heizung mit einer solarthermischen Anlage auf dem Dach zu unterstützen, kann sich 30 bis 45 Prozent der anfallenden Kosten vom Staat zurückholen. Foto: anatoliy_gleb/shutterstock.com

25.08.2021

Im Jahr 2020 wurden 80 000 neue Solarthermie-Anlagen auf deutschen Hausdächern installiert. Dies entspricht einem flächenmäßigen Zuwachs von gut einem Viertel im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Boom der „sonnigen Heizung“ kommt nicht von ungefähr: Im Zuge des „Klimaschutzprogramms 2030“ hat die Bundesregierung die Förderung für nachhaltiges Heizen noch mal aufgestockt.

Hohe Zuschüsse

Die staatliche Unterstützung für klimafreundliches Heizen bleibt auch im laufenden Jahr auf diesem hohen Niveau. Das Förderangebot für nachhaltige Heizungen wird mit der Finanzspritze für energieeffiziente Gebäude in der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) zusammengeführt. Unterm Strich bedeutet das: Wer seine Heizung im Keller mit einer Solarthermie-Anlage auf dem Dach nachrüstet, bekommt 30 Prozent der damit verbundenen Kosten vom Staat zurück. Bei einer sogenannten Gas-Hybridheizung, also einem Gas-Brennwertkessel in Kombination mit einer solarthermischen Anlage, beträgt der Förderzuschuss ebenfalls 30 Prozent. In Kombination mit einer Holzzentralheizung, einem Pelletofen mit Wassertasche oder einer Wärmepumpe erhöht sich der Zuschuss sogar auf 35 Prozent. Besonders lohnenswert ist der Tausch einer alten Heizölanlage gegen eine nachhaltige Hybridheizung mit Solarthermie. Dabei winkt dank zusätzlicher Austauschprämie eine Finanzspritze von 40 bis 45 Prozent.

E.Systeme21 GmbH

Ganzjährige Nutzung

Solarthermie lohnt sich übrigens nicht nur im Sommer, denn die kostenlose Sonnenwärme kann auch in weniger sonnenstarken Monaten optimal genutzt werden. Selbst im Winter kann die sonnige Heizung einen Teil des Warmwasserbedarfs abdecken und entlastet das zentrale Heizsystem.

Von Mai bis Oktober bleibt die Heizung im Keller dank der Kraft der Sonne oftmals komplett ausgeschaltet. Durch flexible Montagemöglichkeiten kann die solarthermische Anlage nahezu an alle denkbaren baulichen Gegebenheiten angepasst werden. Interessierte Verbraucher sollten allerdings den Leitsatz „Erst beantragen, dann beauftragen“ befolgen. Der Antrag auf Förderung muss nämlich beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen sein, bevor mit den Baumaßnahmen begonnen wird. Bauherren sollten sich auch nach regionalspezifischen Förderanreizen erkundigen, die oft sogar noch auf die Unterstützung des Bundes aufgeschlagen werden können.

Auch wenig Licht nutzen

Photovoltaik bedeutet Umwandlung von Lichtenergie in elektrische Energie, die dann für die eigene Stromversorgung zu Hause genutzt wird. Beim Kauf sollte man darauf achten, Solarmodule mit einem guten Schwachlichtverhalten zu wählen. So nutzen die Anlagen auch die geringere Lichtausbeute, wenn es bewölkt ist oder regnet. In der Nacht können die Anlagen allerdings keinen Strom erzeugen. djd

Info

Mehr Informationen rund um die Förderung der Solarthermie gibt es auf dem Verbraucherportal www.sonnigeheizung.de vom Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie und dem Bundesverband Solarwirtschaft oder direkt unter www.bafa.de beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Auch Handwerker können dabei helfen.

Kaum Brandgefahr

Trotz der Zunahme von Solaranlage haben Experten keine Brandzunahme auf Dächern registriert.

Photovoltaikanlagen helfen Stromkosten zu senken und etwas für Umwelt zu tun. Dass die Anlagen ein erhöhtes Brandrisiko mit sich bringen, kommt als Befürchtung immer wieder auf. Weitestgehend ist diese Sorge aber unbegründet, berichten Verbraucherschützer. „Laut der umfangreichen Recherche des vom TÜV Rheinland, Fraunhofer ISE und Bundeswirtschaftsministerium geförderten Leitfadens Brandrisiko haben etwa 0,016 Prozent der bis 2013 der in Deutschland verbauten Anlagen tatsächlich einen Brand verursacht“, sagt Sascha Beetz von der Verbraucherzentrale. Auch der Deutsche Feuerwehrverband kann trotz der Zunahme solcher Anlagen keine übermäßige Steigerung der Brandgefahr erkennen. Hat es dennoch gebrannt, lag dies in der Regel an Planungs- oder Installationsfehlern oder auch an defekten Geräteteilen.

Installation Vom Fachmann

Damit die Anlagen sicher sind und bleiben, müssen sie fachgerecht eingebaut und regelmäßig gewartet werden. Eine Überprüfung empfehlen die Experten zudem auch nach Unwettern. dpa