Die Anfänge der Niederstotzinger Elektrotechnik-Firma Kolb in Niederstotzingen, die heute 25 Jahre feiern kann, waren mühsam. Wegen der damals schlechten Wirtschaftslage entschied sich Christian Kolb 1992 als gelernter Elektroanlageninstallateur und Energieanlagenelektroniker, die Meisterschule zu besuchen. Als er am 1. Juni 1994 die Firma in Form einer Ich-AG gründete, musste er sich Arbeit mühsam suchen – ihm half ein eiserner Wille. „Da war ich sonntags unterwegs, um zu schauen, wo ein Kran steht und kleinere Arbeiten für mich sein könnten“, erinnert sich der Unternehmer. Kolb war erfolgreich, ihm wurde aufgrund seiner Zuverlässigkeit Vertrauen geschenkt („ein ganz wichtiges Gut“), und er erhielt nach und nach größere Aufträge.

Eigene Mitarbeiter

Acht Fahrzeuge sind für die Elektrotechnik Kolb im Einsatz.
Acht Fahrzeuge sind für die Elektrotechnik Kolb im Einsatz.

1997 wurde der erste Mitarbeiter eingestellt, es folgten rasch weitere, die Werkstatt wurde vergrößert. 2000 wurde das Unternehmen zur GmbH gewandelt, 2001 das jetzige Betriebsgebäude erstmals und danach noch dreimal erweitert. Heute hat die Firma ein jährliches Umsatzvolumen von etwa 2,5 Millionen Euro, wickelt anspruchsvolle Großaufträge ab. Breit aufgestellt ist die Kolb Elektrotechnik GmbH in den Bereichen S7, Beleuchtungsanlagen, Automatisierung, Niederspannungs-Schaltanlagen, Einbruch- und Brandmelder, Smart Home (EIB/KNX), Elektro-Akustik sowie Schaltschrankbau und stellt diese selbst her. 2006 war dies der letzte Schritt zum vollständigen Gebäudeausrüster der Industrie.

Christian Kolb ist sozial eingestellt, im Team unterstützt man sich gegenseitig und pflegt auch die Geselligkeit untereinander. So findet auch Tochter Anna als gelernte Großhandelsund Außenhandelskauffrau zum 1. März 2020 den Weg in die Firma. Christian Kolb liebt seinen Beruf wegen der täglich neuen technischen Herausforderungen: „Wenn wir eine Anlage geplant sowie installiert haben und man bei der Erprobung das erste Mal auf den Einschaltknopf drückt und etwas passiert, dann steht man da und grinst.“

Der Weg zum heutigen Erfolg war hart, es gab viele Entbehrungen. In den ersten zehn Firmenjahren arbeitete der Unternehmer Tag und Nacht, in der Woche war er auf Montage, am Wochenende baute er Trafostationen. Das ständige „unter Dampf stehen“ forderte ihn gesundheitlich, sodass Kolb froh ist, mit Fabian Groll einen genauso denkenden, tüchtigen Geschäftsführer-Kollegen gefunden zu haben, der ihn unterstützt. Kolb schraubt in der Freizeit nun gerne an seinen vier alten, vollständig restaurierten Traktoren herum und entschleunigt, wenn er mit einem dieser Gefährte im Moos umherkurvt. Sein Highlight 2019: die Hinfahrt und Teilnahme an der Oldtimer-Traktorenweltmeisterschaft am Großglockner auf der Hochalpenstraße mit 500 Teilnehmern. Demgegenüber fordert der vielfältig sportlich begabte Fabian Groll lieber seinen Körper heraus oder fährt Motorrad. rs