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Alles geregelt In die Zukunft gedacht

Mit dem Probesterben ist gemeint, den eigenen Todesfall noch zu Lebzeiten gedanklich durchzuspielen.

Wer über den Tod hinaus denkt, ist nicht makaber, sondern erleichtert seinen Angehörigen die Trauer. Foto: Lars Gieger/Adobestock

13.05.2026

Während im Testament das Erbe festgelegt wird, ist es beim Probesterben Ziel, zu prüfen, was im Ernstfall passieren würde, ob alle wichtigen Unterlagen da sind oder die Angehörigen an Konten, Versicherungen oder wichtige Dokumente herankommen.

Probesterben heißt also in der Praxis, den eigenen Nachlass so zu betrachten, als wäre der Todesfall bereits eingetreten und systematisch zu prüfen.

Der Einblick für die Angehörigen

• Ist ein Testament eindeutig formuliert?
• Gibt es Pflichtteilsansprüche?
• Können Angehörige auf Geld und Unterlagen zugreifen?
• Sind Vollmachten vorhanden? Entstehen im Ernstfall finanzielle Engpässe?
• Gibt es Probleme mit Vermögen im Ausland?

Gerade wenn mehrere Personen betroffen sind oder Vermögen aus verschiedenen Bausteinen besteht, lohnt sich ein genauer Blick.

Je komplexer die Lebens- und Vermögensverhältnisse sind, desto komplizierter sind die Finanzverhältnisse und größer ist das Risiko, dass im Todesfall etwas übersehen wird. Wer neben dem Haus in Deutschland noch ein Ferienobjekt im Ausland besitzt, Wertpapiere bei mehreren Banken verwaltet oder Versicherungsverträge in unterschiedlichen Ländern hat, sollte besonders sorgfältig planen.

Der Überblick für die Hinterbliebenen

• Girokonten und Sparkonten
• Depots und Wertpapiere
• Immobilien
• Lebensversicherungen
• Geldanlagen
• Schmuck, Kunst oder andere Wertgegenstände
• Digitale Verträge und Konten
• Bausparverträge, Rentenansprüche und betriebliche Vorsorge

Nicht zu unterschätzen ist auch der digitale Nachlass. Dazu gehören E-Mail-Konten, Cloud-Dienste, Streaming-Abos, Online-Banking oder auch Profile in sozialen Netzwerken. Wenn Angehörige keinen Zugang haben, kann selbst die Kündigung alltäglicher Verträge schwierig werden. Daher sollte ebenfalls geklärt werden, wo Passwörter, Zugangsdaten oder Anweisungen aufbewahrt werden und wer im Ernstfall darauf zugreifen darf.

Vollmachten und Verfügungen

Nicht nur für den Todesfall, sondern auch für Krankheit oder Entscheidungsunfähigkeit sind Vollmachten sehr wichtig. Dazu gehören zum Beispiel:

• Vorsorgevollmacht
• Bankvollmacht
• Patientenverfügung
• Betreuungsverfügung

Formulare sind im Internet, zum Beispiel auf der Homepage des Bundesministeriums der Justiz und Verbraucherschutz, als Vordruck zu finden. Diese Vordrucke sollte man nicht einfach nur ausfüllen und abheften. Entscheidend ist, dass die Dokumente im Ernstfall auffindbar sind und die bevollmächtigten Personen wissen, was geregelt wurde. Zudem sollten Vollmachten regelmäßig überprüft werden, etwa nach Heirat, Scheidung, Geburt von Kindern, Immobilienkauf oder größeren Vermögensveränderungen. 

Unternehmen aus der Region

Wichtige Kontakte sammeln

• Wer ist Hausarzt, Notar, Steuerberater, Versicherungsberater oder Ansprechpartner bei der Bank?
• Welche Unterlagen liegen beim Notar, im Banksafe oder im privaten Ordner?
• Wer kennt den Standort des Testaments?
• Welche Familienmitglieder, Freunde und Bekannte sollen benachrichtigt werden?

Diese wichtigen Informationen sparen viel Zeit und verhindern, dass Angehörige mühsam nach einzelnen Puzzleteilen suchen müssen. Schließlich sind die Hinterbliebenen durch die Trauer belastet. Das Probesterben ist also kein makabres Gedankenspiel, sondern ein praktischer Test für die Vorsorge. Es hilft, den Nachlass einmal realistisch durchzudenken, Fehler rechtzeitig zu erkennen und Schwachstellen aufzudecken. Wer sich früh damit beschäftigt, kann dafür sorgen, dass die Hinterbliebenen entlastet werden. Denn gute Vorsorge bedeutet nicht nur, den eigenen Willen festzuhalten, sondern dafür zu sorgen, dass er tatsächlich umgesetzt werden kann.
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