Ohne Beton keine Gebäude: So sah es über eine lange Zeit aus. Doch jede Ära erreicht einmal ihr Ende. Klar, in der Baubranche spielt Beton nach wie vor eine wichtige Rolle - obwohl auch heute schon Gebäude ganz ohne errichtet werden und wird es sich auch noch lange tun. Doch es hat ein Umdenken stattgefunden. Besonders auch deshalb, weil die Herstellung von Beton besonders energieintensiv ist und der Baustoff sich nur schwer recyceln lässt.
Alte Stoffe neu entdecken
Nachhaltige Baustoffe haben gegenüber Beton entscheidende Vorteile: Sie bestehen aus nachwachsenden Rohstoffen, sie sind gut recycelbar, ihre Herstellung erfordert weniger Energie und häufig kommen sie aus der Umgebung einer Baustelle, sodass auf lange Transportwege verzichtet werden kann.
1. Holz ist der Klassiker unter den nachhaltigen Baustoffen und kommt seit tausenden von Jahren zum Einsatz. Wenn es nicht gestrichen ist, lässt sich Holz besonders gut recyceln. Es bindet CO², sorgt für ein gutes Raumklima und eignet sich bestens zur Wärmedämmung. Auf tropische Hölzer sollte man aber verzichten. Bis sie bei uns sind, haben sie einen langen Transportweg hinter sich und ihre Abholzung zerstört den Lebensraum zahlreicher Tiere.
2. Auch Lehm spielt seit Menschengedenken eine wichtige Rolle im Baubereich. Lange vergessen, feiert er seit einigen Jahren ein Comeback - zu Recht. Denn Lehm hat viele positive Eigenschaften. Er enthält zum Beispiel keine chemischen Zusätze und ist pH-neutral. So sorgt er für ein wunderbares Raumklima, das auch für Allergiker sehr gut geeignet ist. Seine Zusammensetzung aus mineralischen Bestandteilen Sand, Ton und Schluff macht ihn zu einem nicht brennbaren Baustoff.
3. Das Brennen von Ziegeln braucht zwar Energie, dafür sind diese ein robuster und langlebiger Baustoff. Nach dem Abbau eines Gebäudes können Ziegel wiederverwendet werden. Oder man verarbeitet sich zu Ziegelmehl, welches zum Beispiel für den Bodenbelag auf Flughäfen verwendet wird. Und: Ziegel sind frei von Schadstoffen.
4. Früher wurde Flachs für die Herstellung von Kleidung verwendet. Vor einiger Zeit hat man herausgefunden, dass sich die Pflanzenfaser auch für die Dämmung von Innenwänden eignet. Flachs sorgt für ein gutes Raumklima und schimmelt nicht, da die Schimmelbakterien die Fasern nicht verdauen können. Allerdings ist Flachs sehr brennbar, weswegen er vor der Verwendung mit Flammschutz behandelt werden muss.
5. Auch Stroh hat eine lange Bautradition. Es wurde als Dämmung verwendet, bis es von synthetischen Dämmstoffen abgelöst wurde. Neben einer guten Wärmedämmung sorgt Stroh auch für Schallschutz. Ein Thema ist natürlich die Brennbarkeit. Vor allem loses Stroh brennt schnell. Wird es aber zu Ballen gepresst, hat der Baustoff eine „mittlere Brandeigenschaft“. Mitunter müssen für die Verwendung besondere Genehmigungen eingeholt werden. as
11 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden für Bauinvestitionen verwendet.
Quelle: Destatis