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Sonderveröffentlichung

Senioren mitten im Leben: Die sen'FIT 2026 nestbau AG: Freiräume in Gemeinschaft

Ulrich Otto über die Attraktivität neuer Wohnformen für Senioren.

Ulrich Otto stellt auf der sen'FIT ein seniorenfreundliches Wohnprojekt in Unterjesingen vor und diskutiert beim TAGBLATT-Podium mit.    Foto: Privat

26.03.2026

Auf welchen Gebieten müssen Senioren das Loslassen lernen?
Es gefällt mir, dass Sie von "Loslassen“ sprechen - und nicht beispielsweise zunächst von "Verlust“. Denn vielen Menschen gelingen erst im Älterwerden auch gerade positive Formen des Loslassens: sie definieren sich nicht mehr nur durch Leistung, können sich freier machen vom Urteil Anderer. Vielen gelingt eine Konzentration auf die für sie wirklich wichtigen Dinge, auf wirklich bedeutsame Beziehungen statt möglichst vielen Kontakten. Und auch das Loslassen materieller Güter erleben die, die es schaffen -  beispielsweise durch einen Umzug in eine kleinere Wohnung oft als Gewinn und Befreiung. Aber natürlich gibt es auch die schweren Seiten - vor allem den Verlust geliebter Menschen und das Umgehen mit Krankheiten und Einschränkungen, ob die eigenen oder die von den An- und Zugehörigen.

Unternehmen aus der Region

Was kann Senioren beim Loslassen helfen?
Ganz verschiedene Aspekte - von denen wir manche mehr, manche weniger beeinflussen können: Was die Alternsforschung als "Geheimformel" zusammenfasst, klingt zwar kompliziert, aber viele Menschen wenden diese Formel täglich an: "selektive Optimierung mit Kompensation": Sie begrenzen sich auf das Wesentliche (Selektion), sie wollen darin besser werden (Optimierung) und sie versuchen, Defizite durch Hilfsmittel auszugleichen (Kompensation). Gute soziale Netzwerk-Beziehungen sind bei all dem besonders wichtig - neben engen Bindungen auch vielfältigere andere, die mich mit wertvollen Ressourcen nicht nur aus meinem engsten Dunstkreis verbinden.

Gemeinschaftliche Wohnformen für Senioren, wie sie beispielsweise von der nestbau AG angeboten werden, zielen auf eine Vereinfachung des materiellen Umfelds. Welche Chancen und Risiken resultieren daraus für die älteren Menschen, die sich darauf einlassen?
Es gibt viel mehr älter werdende Menschen, die sich gemeinschaftlicheres Wohnen wünschen, als oft vermutet. Den meisten ist aber wichtig, dass sie die Balance zwischen "gemeinsam und mit anderen“ und "eher für mich allein“ in ihrer Hand behalten. Aber dafür muss nicht jeder für alle Tätigkeiten jeweils individuell die Räume, Ausstattung und Geräte haben. 

In gemeinschaftlichen Wohnformen haben die einzelnen Haushalte oft weniger private Quadratmeter und Zimmer, dafür aber vielleicht eine gemeinsame Werkstatt, einen Waschsalon und die geteilte wunderbare Dachterrasse. Die eigene Küche darf kleiner sein, denn mit Gästen habe ich auch die Gemeinschaftsküche zur Verfügung und vielleicht ein gemeinsames Gästezimmer. Individueller Ballast (und die Kosten dafür) wird ebenso kleiner wie die viele Verantwortung, die vorher allein zu schultern war. Aber dieses Loslassen braucht natürlich auch ein bewusstes Einlassen - auf mehr in-Kontakt-sein, auch auf mehr-aushandeln-müssen. Wo dies gelingt, wird es oft als große Befreiung und Bereicherung zugleich erlebt.


PROGRAMM AUF DER BÜHNE

11.30 bis 12 Uhr
Sicher fit unterwegs im Rollatorparcours
Kreisverkehrswacht Tübingen Erich Klett

12.30 bis 13 Uhr
Line Dance
Volkshochschule Tübingen

13.30 bis 13:45 Uhr
Bewegte Pause
Gesundheitsförderung der Universitätsstadt Tübingen

14 bis 14.30 Uhr
Aspekte der Verkehrstüchtigkeit im Alter
Stadtseniorenrat Tübingen


15.15 bis 16.15 Uhr
TAGBLATT-Podium: Zwischen Rente und Rendite: Die Ökonomie des Alterns


TIPPS IM VORTRAGSRAUM

11 bis 11.20 Uhr
Fit in den Frühling
Naturheilpraxis Renate Baas

11.40 bis 12 Uhr
Hörsysteme: Technologische Wunderwerke für mehr Lebensqualität
Optik & Akustik Maisch

12.10 bis 12.30 Uhr
Häusliche Pflege: Betreuung, Unterstützung und Entlastung zu Hause
Mecasa

13 bis 13.20 Uhr
Seniorengerechter Badumbau/Teilrenovierung
Saur Haustechnik

13.50 bis 14:10 Uhr
Smartphone/KI für Ältere
Volkshochschule Tübingen

14.30 bis 14:50 Uhr
"Auf der Mauer": Wohnungen, Pflege-WG, Arztpraxis, Stadtteiltreff
Genossenschaft "Unterjesingen.gut.leben" eG.
Prof. Dr. Ulrich Otto


15 bis 15.20 Uhr
Wege aus Lebenskrisen im Alter finden
Arbeitskreis Leben e.V. Reutlingen/Tübingen