Durch die vielen Studierenden liegen die Anteile älterer Menschen in Tübingen zwar unter dem Bundesdurchschnitt. Doch auch in der Unistadt am Neckar steigt die Zahl der Senioren, die 65 Jahre und älter sind. Von 2017 bis 2024 ist diese Gruppe um fast 2400 Frauen und Männer angewachsen. Die Zahl der Pflegebedürftigen in dieser Altersgruppe hat sich zwischen 2017 und 2023 um mehr als 1100 erhöht.
Nach den Berechnungen der Stadtverwaltung wird die Zahl der Pflegebedürftigen ab 65 Jahre, die Anspruch auf Leistungen für die Pflegegrade zwischen 2 und 5 haben, von heute rund 2500 bis 2035 voraussichtlich auf etwa 3150 und bis 2050 auf rund 4200 steigen. Und die Zahl der häufig pflegebedürftigen Hochaltrigen wird laut dieser Prognose bis 2025 um mehr als die Hälfte ansteigen.
Über 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen in Tübingen lebt zu Hause. Die Zahl der Menschen in stationärer Langzeitpflege ist seit 2020 - wohl vor allem als Folge der Corona-Pandemie - rückläufig.
Die Stadt Tübingen reagiert auf diese Entwicklung mit einer Pflegestrategie, die dem Prinzip "ambulant vor stationär“ folgt und es Menschen ermöglichen will, so lange wie möglich zu Hause zu leben. Deshalb setzt sie neben der Schaffung von Plätzen in Pflegeheimen und dem Aufbau ambulant betreuter Wohngemeinschaften auf die Stärkung seniorenfreundlicher Strukturen im Quartier. Dazu gehören beispielsweise gemeinschaftliche und barrierearme Wohnformen sowie die Entlastung pflegender Angehöriger, etwa mit Angeboten der Kurzzeit- und Tagespflege. Auch die 24-Stunden-Betreuung pflegebedürftiger Senioren mit osteuropäischen Arbeitskräften spielt in diesem System eine Rolle. Zumal sich diese Form der Versorgung längst etabliert hat.
Seit mehr als zehn Jahren begleitet und unterstützt die sen'FIT diesen Prozess. Viele der fast 30 Aussteller bieten am Samstag, 28. März, von 10 bis 17 Uhr auf der Messe, zu der die SÜDWEST PRESSE Neckar-Alb in das Tübinger Sparkassen Carré einlädt, Hilfsmittel und technische Dienstleistungen an, die Menschen bis in das hohe Alter die Selbständigkeit in ihrem häuslichen und familiären Umfeld ermöglichen.
Vorstandsmitglied im Tübinger Stadtseniorenrat
Im Vortragsraum informieren Experten über sieben verschiedene Themen - von der Fitness mit Naturheilkunde und moderne Hörsysteme über den seniorengerechten Badumbau und Tipps zur Nutzung von KI für Ältere bis zur Hilfe bei Lebenskrisen.
Die Veranstaltung motiviert die Besucher auch zum Ausprobieren und Mitmachen. Etwa, wenn die Volkshochschule Tübingen ihren Kurs im Line Dance vorstellt. Bei dieser Tanzform haben alleinstehende Senioren ohne Partner viel Spaß in der Gruppe. Und mit einer bewegten Pause bringt das Team von der Gesundheitsförderung der Stadt Tübingen die Durchblutung der Messebesucher in Schwung.
Die Sicherheit von Senioren im Straßenverkehr bildet einen weiteren thematischen Schwerpunkt der Messe. Erich Klett von der Kreisverkehrswacht baut wieder seinen Rollatorparcours auf. Dort kann die Bewältigung von Barrieren mit einer Gehhilfe trainiert werden. Und auf Einladung des Tübinger Stadtseniorenrates referiert Daniela Grosser vom ADAC über "Aspekte der Verkehrstüchtigkeit im Alter".
"Damit will der Stadtseniorenrat eine Vortragsserie starten, mit der die Sicherheit von Senioren im Verkehr aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachtet wird“, kündigt Andreas Moser an. „Mit Tipps für Autofahrer, Radler und Fußgänger sowie mit Anregungen für die Verkehrsplanung“, sagt das Vorstandsmitglied des Tübinger Stadtseniorenrats.
Am Gemeinschaftsstand mit dem Kreisseniorenrat präsentiert der Stadtseniorenrat auch seinen neuen Tübinger Wegweiser mit den Kontaktdaten von Seniorenclubs und Beratungsstellen für ältere Menschen. "Und wir informieren die Besucher der sen'FIT über unser breites Spektrum an interessanten Aufgaben“, erklärt Moser. "Denn wir freuen uns über engagierte Menschen, die ehrenamtlich bei uns mitarbeiten."
Info: Der Eintritt ist frei. Weitere Infos gibt es im Internet unter neckaralbevents.de .