Sonderveröffentlichung

Tagblatt in der Schule 2026 Energie für die Karriere

Der Gemeinschaftskunde Kurs J1 des Wildermuth-Gymnasiums widmete sich dem Thema: Berufliche Chancen bei den Stadtwerken Tübingen.

Der Besuch der J1-er begann mit einer Präsentation von Ausbildungsleiterin Melanie Wasner.

04.03.2026

Schon bevor wir heute Morgen richtig wach waren, floss Strom durch den Haushalt: Das Handy hing am Ladekabel, das Licht ging an. Wie jeden Morgen kam wohltemperiertes Wasser aus der Dusche und der Bus stand pünktlich an der Haltestelle. Und wie jeden Morgen hielten wir all dies für eine Selbstverständlichkeit.

Hinter diesen Leistungen steckt allerdings jede Menge Arbeit. Deshalb tauschte der Gemeinschaftskunde-Kurs Jl des Wildermuth-Gymnasiums am 20. Januar 2026 das Klassenzimmer gegen den Sitz der Stadtwerke Tübingen (swt) sowie gegen den Solarthermie-Park Au und bekam so die Gelegenheit, hinter die Kulissen des kommunalen Energieversorgers zu schauen. Im Mittelpunkt standen für uns als Oberstufenschülerinnen und -schüler dabei vor allem folgende Fragen: Welche beruflichen Perspektiven bieten die swt und was machen eigentlich die Azubis und Studenten in diesem Betrieb?

Melanie Wasner, Teamleiterin in der Personalentwicklung, beantwortete diese. In insgesamt acht anerkannten Ausbildungsberufen bilden die Stadtwerke aus, denn nicht nur Strom, Wasser und Busverkehr zählen zu den Aufgaben der Stadtwerke, sondern die komplette Energieversorgung, Fernwärme, Bäderbetriebe, öffentlicher Nahverkehr, Telekommunikation und der Betrieb von Parkhäusern. Besonders gefragt sind daher Elektroniker, Anlagenmechaniker (sowohl für Rohrsystemtechnik als auch für Sanitär, Heizung und Klima), Industriekaufleute und Fachangestellte für Bäderbetriebe – ein eher unbekannter, aber wichtiger Beruf. Je nach Bedarf werden auch Geomatiker, Fachinformatiker und Kaufleute für Büromanagement ausgebildet. Außerdem bieten die Stadtwerke duale Studiengänge in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) an, zum Beispiel in Maschinenbau oder Wirtschaftsinformatik, wobei die Ausbildungsberufe priorisiert werden.

Doch was machen Azubis bei den Stadtwerken konkret?

Sie seien von Anfang an aktiv in den Arbeitsalltag eingebunden, betonte Melanie Wasner. Technische Azubis arbeiten draußen auf Baustellen, warten Anlagen, reparieren Leitungen oder helfen beim Ausbau des Fernwärmenetzes. Kaufmännische Azubis lernen, wie ein großes Unternehmen organisiert ist – von der Buchhaltung bis zum Kundenservice. Auch in den Bädern tragen Auszubildende viel Verantwortung, etwa für Sicherheit, Technik und Hygiene.

In die Ausbildung eigener Nachwuchskräfte investieren die Stadtwerke stark, denn als kommunaler Betrieb sehen sie sich hier in einer besonderen Verantwortung. Dazu gehört auch, bewusst seltene und weniger bekannte Berufe, wie den Fachangestellten für Bäderbetriebe, anzubieten. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der sich durch die Energiewende, neue Technologien und große Infrastrukturprojekte noch verstärkt.

Im Ausbildungsalltag sowie bei der täglichen Arbeit spielt auch künstliche Intelligenz eine große Rolle. Auch wenn die KI zum Zusammenfassen großer Informationsmengen hilfreich sei, stellte Melanie Wasner klar: „Erfahrung ist nicht durch künstliche Intelligenz ersetzbar.“ Der technische Ausbildungsleiter Manuel Santura formulierte es noch deutlicher: „KI kann mir nicht den Wechselrichter montieren, aber mir die Beschreibung zusammenfassen.“ Es brauche weiterhin gut ausgebildete Techniker und Monteure, die Probleme erkennen und eigenständig lösen können.

Der Blick in die Zukunft unterstreicht das: Bis 2030 will Tübingen klimaneutral sein. Mit dem Solarthermie-Park Au, den uns dessen Projektleiter David Pätzold vorstellte, hat Tübingen schon einen starken Grundstein für den Ausbau des Fernwärmenetzes gelegt, um mehr Haushalte nachhaltig mit Wärme versorgen zu können. Auf lange Sicht soll auch der öffentliche Nahverkehr konsequent auf E-Mobilität umgestellt werden, unter anderem durch eine umfangreiche Ladeinfrastruktur für Elektrobusse. Auch hierfür braucht es kompetente und gut ausgebildete Fachkräfte.

Bei unserer Exkursion durften wir eindrucksvoll erleben, dass eine Ausbildung bei den Stadtwerken Tübingen mehr ist als einfach nur ein Job. Sie ist vielmehr ein Beitrag zur Energiewende, zur Entwicklung der Stadt Tübingen und sorgt dafür, dass unser aller Alltag reibungslos funktioniert. Für viele ist sie auch der Startschuss in eine sichere berufliche Zukunft.

Lennart Eilbracht, Magdalena Oetjens, Claire Degen, Leni Zweigle