„Wir kriegen keine Frauen in die handwerklichen Berufe“, sagte uns Melanie Wasner, Ausbildungsleiterin bei den Stadtwerken Tübingen (swt), während unseres Besuchs. Der J1 Gemeinschaftskunde Plus-Kurs des Wildermuth-Gymnasiums Tübingen wurde am 20. Januar 2026, unter Leitung von Frau Jennifer Böke, rund um Fragen der Berufswege bei den Stadtwerken informiert.
Technische Berufe sind noch immer männerdominiert, doch bei den swt zeigt sich, dass sich dieses Bild langsam verändert. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen einen großen Wandel bei der Besetzung von Führungspositionen erlebt. Immer mehr Frauen übernehmen eine leitende Funktion bei den swt, da ihnen vor allem die Chance gegeben wird sich trotz einer Familiengründung beruflich weiterzuentwickeln und sie nicht zurückgelassen werden.
Woran scheitert es?
Trotz positiver Entwicklung gibt es weiterhin Herausforderungen, so gibt es aktuell unter den Auszubildenden Elektroniker und Elektronikerinnen nur eine Frau. Wasner erklärt, dass dies teils gesellschaftlicher an Prägung liegt. Vom Kindergarten an werden starke Geschlechterrollen vermittelt, welche zum Zeitpunkt der Berufswahl nur schwer umzuschwenken sind. Viele Frauen ziehen technische oder handwerkliche Berufe erst gar nicht in Betracht, obwohl sie vielfältige und sichere Perspektiven bieten.
Das Engagement der Stadtwerke
Genau hier setzen die Stadtwerke Tübingen an und sehen es als Teil ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Der jährlich stattfindende Girls' Day ist ein beliebtes Angebot, um jungen Mädchen einen Einblick in die technische Berufswelt zu vermitteln. Auch auf Messen, sowie durch Praktikumsangebote suchen die swt gezielt den persönlichen Kontakt, um Frauen für technische Berufe zu begeistern.
Auch innerhalb des Unternehmens bilden Frauen eine starke Gemeinschaft. Das Frauennetzwerk bietet Frauen eine Plattform zum Austausch, auf der sie sich vernetzen und ihre Erfahrungen teilen können. Themen wie zum Beispiel die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit werden dort besprochen.
Diese Mentoring-Programme begleiten Frauen auf ihrem Karriereweg und unterstützen sie darin selbstbewusst aufzutreten. „Frauen sollen sich trauen, Verantwortung zu übernehmen“, betont Melanie Wasner.
Was vor uns liegt
Der Blick in die Zukunft zeigt: Technik wird vielfältiger. Wenn junge Frauen frühzeitig ermutigt werden und Unternehmen wie swt ihnen echte Chancen bieten, kann sich das Bild technischer Berufe nachhaltig verändern. Davon profitieren nicht nur die Frauen selbst, sondern auch das Unternehmen und die Stadt Tübingen.
Emma Sanna, Leila Bachmann